Lesermeinung

Zur Neuregelung der Pension der Landtagsabgeordneten:

Als ich am morgendlichen Kaffeetisch die Pensionen-Selbstbedienung der Landtagsabgeordneten in der Zeitung las, brachte ich keinen Bissen mehr runter. Die Abgeordneten des baden-württembergischen Landtags müssen uns Vor-Ort-Wahlkämpfern und Helfern schon sagen, wie wir das „hohe Gut“ soziale Gerechtigkeit noch glaubwürdig beim Wahlvolk vertreten können.

Es ist jedenfalls unglaublich, schamlos und unmoralisch, wie die Herren und Damen Volksvertreter ihre Pensionen im Landtag durchpeitschen und ersitzen. Bereits im Jahre 2008 hatten sich doch die Abgeordneten ihre Diäten um über 30 Prozent erhöht und im Gegenzug die Umstellung auf private Vorsorge umgestellt.

Das wurde als Großtat und als historisch einmalig gefeiert. Nach der Rückkehr zur Staatspension sollen die Abgeordneten nach nur einer Wahlperiode rund 1000 Euro erhalten. Wie müssen sich da die Rentner und Rentnerinnen nach harten über 45 Versicherungsjahren vorkommen, die monatlich mit durchschnittlich 750 bis 1300 Euro auskommen müssen? Und wie müssen sich die Hartz-IV-Empfänger mit rund 410 Euro monatlich oder die über 2,5 Millionen Bürger, die unterhalb der Armutsgrenze leben, angesichts solcher Raffgiermentalität der Abgeordneten fühlen und denken?

Um solche Flausen zukünftig gar nicht aufkommen zulassen, wäre mein Rat, dass die Herren und Damen Abgeordnete ein Jahr lang bei der Müllabfuhr oder am Band einer Firma zu den gleichen Arbeits- und Lohnbedingungen beschäftigt werden.

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© Gmünder Tagespost 17.02.2017 18:13
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Kommentare

Frieder Kohler

Mensch (Herr) Maier, Ihr " Rat, dass die Herren und Damen Abgeordnete ein Jahr lang bei der Müllabfuhr oder am Band einer Firma zu den gleichen Arbeits- und Lohnbedingungen beschäftigt werden" , hilft keiner Seite und mindert die Hauptaussagen Ihres Beitrages.

Unsere Empörung mussss Wirkung bei allen Parteien zeigen, die Obleute (auch hier sticht der Ober den Unter) haben doch bereits den Strategiewechsel erkennen lassen und die gewieften (schlau, gerissen, raffiniert) Taktiker werfen die ersten Nebelkerzen! Wir alle müssen Transparenz der "Beschäftigungsverhältnisse" des "Vollzeitparlaments" fordern und deshalb Fragen stellen: "Wer frägt, der führt" - auch Ihrern Wahlkreisabgeordneten!

Gelesen http://www.schwaebische-post.de/regional/leserartikel/1557240/ und http://www.schwaebische-post.de/1556550/ ?