Die Angst vor dem Zahnarzt und die Folgen

Die Angst vor dem Zahnarzt ist ein weit verbreitetes Problem, vom dem viele Erwachsene und nicht nur Kinder betroffen sind. Leider ist nicht jeder Zahnarzt auf solche Patienten eingestellt, weshalb viele der betroffenen Patienten erst gar nicht mehr zum Zahnarzt gehen. Das kann jedoch schwerwiegende Folgen haben.

Was bedeutet Zahnarztangst konkret?

Wer unter Zahnarztangst leidet, geht nur im äußersten Notfall und bei sehr starken Schmerzen zum Zahnarzt. Die üblichen und wichtigen Kontrolluntersuchungen fallen weg. Für die Patienten sind schon die Tage vor dem eigentlichen Zahnarztbesuch ein Spießrutenlauf. Es vergeht keine Minute, wo man nicht an den Zahnarztbesuch denkt. Äußerlich erkennt man die Zahnarztangst am ständigen Zittern und den Schweißausbrüchen. Diese Symptome verschlimmern sich noch, wenn der Termin beim Zahnarzt kurz bevor steht. Bei einigen Patienten geht die Angst sogar so weit, dass die den Behandlungsraum fluchtartig verlassen, wenn der Zahnarzt nicht auf solche Patienten eingestellt ist. Leider ist es oftmals so, dass das Praxisteam nicht einfühlsam genug ist und der Zahnarzt wenig Verständnis für die Sorgen des Patienten hat.

Woher kann diese Angst kommen?

In den meisten Fällen ist die Zahnarztangst begründet. Bei rund 80 Prozent der Betroffenen hat eine Befragung ergeben, dass ihre Zahnarztangst durch sehr schlechte und schmerzhafte Erfahrungen im Kindesalter gemacht haben. Bei vielen Angstpatienten ist die Angst vor dem Zahnarzt erst spät eingetreten. Meistens liegt es an sehr schmerzhaften und langwierigen Behandlungen in der Vergangenheit, durch die die Angst erst entstanden ist. Die Steigerung der Zahnarztangst ist die Phobie. Neben dem Zittern und den Schweißausbrüchen treten dann noch Herzrasen, Schwindelgefühl und Übelkeit auf. Solche Patienten haben in der Regel schon seit mehreren Jahren keinen Zahnarzt mehr gesehen.

Die Zahnarztangst bei Kindern

Besonders schwierig ist die Lage bei Kindern, die das erste Mal zum Zahnarzt gehen. Gerade hier ist es besonders wichtig, dass das Kind nur positive Erfahrungen aus diesem Besuch mitnimmt. Wenn das nicht der Fall ist, sind die Weichen für eine lebenslange Zahnarztangst bereits gestellt. Das Kind sollte auf spielerische Weise mit der Zahnarztpraxis vertraut gemacht werden. Dabei sollte auch auf die Geräusche eingegangen werden, die die zahntechnischen Geräte verursachen. Das schlechteste Zeitpunkt für einen Zahnarztbesuch bei Kindern ist, wenn bereits Zahnschmerzen aufgetreten sind.

Wie kann der Angst entgegengewirkt werden?

Das Praxisteam sollte auf Angstpatienten spezialisiert sein und auch die entsprechenden technischen Möglichkeiten bieten. Dazu gehört unter anderem auch die Behandlung unter Vollnarkose oder mit einer Sedierung. Außerdem ist es auch wichtig, dass sich der Zahnarzt Zeit nimmt für ein Gespräch mit dem Angstpatienten. Wichtig ist dabei auch, dass geklärt wird, wie es überhaupt zu der Zahnarztangst gekommen ist. In vielen Praxen herrscht leider immer noch ein großes Unverständnis für diese Patienten. Sie werden nicht ernst genommen und das verschlimmert die Phobie nur noch.

Welche Folgen kann eine unbehandelte Angst haben?

Bei einer Phobie gegen den Zahnarztbesuch wird die Karies zu spät erkannt. Im schlimmsten Fall droht der Verlust des betroffenen Zahnes. Das kann sogar so weit gehen, dass der Patient einen künstlichen Zahnersatz benötigt. Wer seine Phobie nicht in den Griff bekommt, dem droht der Verlust der kompletten Zähne.

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© Gmünder Tagespost 20.03.2017 08:25
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