Warnung vor Masern

Gesundheitsamt appelliert an Eltern, Kinder impfen zu lassen
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    Foto: AOK-Mediendienst
Aalen. Viel zu viele Menschen halten Masern für eine harmlose Kinderkrankheit. Bei den Impfungen ist Deutschland in Europa unrühmlicher Träger der roten Laterne und dies mit Folgen. Die starke Zunahme an gemeldeten Masern-Erkrankungen lässt nun bundesweit die Alarmglocken läuten. Der Geschäftsbereich Gesundheit des Landratsamts Ostalbkreis informiert über die Krankheit und Möglichkeiten der Impfung.
Masern sind hoch ansteckend und das nicht nur im Kindesalter. Für nicht geschützte Personen liegt das Erkrankungsrisiko bei über 95 Prozent. Die Übertragung erfolgt über Tröpfcheninfektion. Husten, Niesen oder nur Sprechen reicht aus, um die Viren zu verteilen. Besonders tückisch ist, dass die Ansteckung meist nicht sofort bemerkt wird, da am Anfang die recht uncharakteristischen Beschwerden eines grippalen Infekts stehen. Der typische Hautausschlag, beginnend im Gesicht und hinter den Ohren, tritt erst einige Tage später auf.
Das Risiko schwerwiegender Komplikationen betrifft insbesondere Säuglinge, Kleinkinder und Erwachsene und reicht von Mittelohrentzündung über Bronchitis und Lungenentzündung bis zur Gehirnentzündung, die tödlich verlaufen kann. Eine akute Ansteckungsgefahr besteht fünf Tage vor bis vier Tage nach Auftreten des Hautausschlags. Wichtig ist dabei auch, dass alle Kontaktpersonen von Masernerkrankten Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten und Schulen nur besuchen dürfen, sofern ein vollständiger Immunschutz vorhanden ist. Ansonsten gilt ein 14-tägiges Besuchsverbot.
„Um die Verbreitung von Masern wirklich in Schach zu halten, sollten die Impfraten in der Bevölkerung bei mindestens 90 Prozent liegen, davon sind wir in Deutschland weit entfernt“, sagt Gesundheitsdezernent Dr. Klaus Walter. Und so sieht der optimale Impfschutz aus: Die erste Masernimpfung wird für den Altersbereich von 11 bis 14 Monaten empfohlen, die zweite Impfung für 15 bis 23 Monate alte Kinder. Für alle nach 1970 geborene Erwachsene gilt: Ungeimpfte oder nur ein Mal geimpfte Personen sollten sich einer einmaligen Impfung unterziehen. Da Säuglinge unter einem Jahr besonders gefährdet sind, ist es wichtig, dass die Eltern und weitere Kontaktpersonen den nötigen zweifachen Impfschutz besitzen, sofern sie noch keine Masernerkrankung durchgemacht haben.
In diesem Jahr wurden in Baden-Württemberg bereits 21 Masern-Fälle registriert. Dies ist eine deutliche Zunahme im Vergleich zu den Vorjahren. Auch wenn nach den Erkenntnissen des Robert-Koch-Instituts die Problemzonen vorwiegend in den Ballungsräumen Leipzig, Dresden, Hamburg, Köln und München auszumachen sind: Die aktuellen Zahlen sind Besorgnis erregend. Das Gesundheitsamt des Ostalbkreises appelliert daher eindringlich, den eigenen Impfstatus zu überprüfen und sich gegebenenfalls beim Hausarzt impfen zu lassen.

  • Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung informiert unter www.impfen-info.de oder www.infektionsschutz.de .

 

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© Gmünder Tagespost 20.03.2017 13:09
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