Lesermeinung

Zu: „Intercity Express für „Schulz-Zug“ vom 13. März:

Fester Händedruck und direkter Blickkontakt mit Martin Schulz reflektierten bei mir Erwartungen an Souveränität als Redner bei der SPD-Landesversammlung.

Im Abgleich zu seinem Auftritt im Willy-Brandt-Haus anlässlich der Klausurtagung der Sozialdemokraten hat er auch in Schwäbisch Gmünd soziale Gerechtigkeit und die Steuerpolitik ins Zentrum seines Wahlkampfes gerückt. Diese Positionierung löste bei der SPD-Linken und den Gewerkschaften Zustimmung aus. Differenzen bestehen mit der SPD-Nachwuchsorganisation beim Thema Freihandelsabkommen.

Meine Bewertung zur Eignung als Kanzlerkandidat und Zweifel an der Konstanz seiner Popularität drängten sich auf, als er wieder von seiner früheren Alkoholabhängigkeit und seiner Schulausbildung ohne Abitur sprach. Als Werbung wäre besser gewesen, die Beherrschung von sechs Sprachen in den Vordergrund zu rücken.

Es fand in der euphorischen Aufbruchstimmung der SPD wenig Beachtung, dass er seine Absichtserklärung relativierte und zum Ausdruck brachte, dass diese nicht kurzfristig umsetzbar und von unberechenbaren Einflüssen abhängig sind.

Zur besseren Einordnung seiner Fähigkeiten ist seine Zeit beim Europaparlament zu beleuchten. Unter anderem hat er es im Schulterschluss mit Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker nicht geschafft, die Europäische Union aus der Krise zu führen. Das Bestreben, Brüssel mit mehr Macht auszustatten, hat zum Brexit-Referendum des Vereinigten Königreichs geführt. Zur Kanzlerschaft wird es Martin Schulz nicht reichen.

zurück
© Gmünder Tagespost 20.03.2017 19:57
Ist dieser Artikel lesenswert?
405 Leser
Kommentar schreiben
nach oben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.