DNA-Probe im Mordfall Bögerl negativ

Der festgenommene Verdächtige ist wieder auf freiem Fuß
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    Ein Phantombild des Tatverdächtigen im Mordfall Maria Bögerl.
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    Das Auto von Maria Bögerl war im Innenhof des Klosters Neresheim abgestellt. Ermittler konnten unbekanntes DNA-Material darin sichern. Archiv-Fotos: dat
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    Drei Wochen später entdeckte im Wald bei Nietheim ein Spaziergänger die Leiche von Maria Bögerl.
Die DNA-Probe bei dem festgenommenen Tatverdächtigen im Mordfall Maria Bögerl war negativ. Das geben die Staatsanwaltschaft Ellwangen und das Polizeipräsidium Ulm in einer gemeinsamen Presseerklärung bekannt. Laut Presseagenturen sei der bis dato verdächtigte Mann wieder auf freiem Fuß. Im Auto der entführten Maria Bögerl hatten die Ermittler damals Erbmaterial gefunden, das nicht identifiziert werden konnte. Zu dem festgenommenen Mann passte es demnach nicht.

Die Polizei hatte den bis heute Vormittag Tatverdächtigen im Mordfall Bögerl am Mittwochabend in seiner Wohnung Königsbronn im Kreis Heidenheim festgenommen. Laut Staatsanwaltschaft Ellwangen bestritt der Mann die Tat. Es handelt sich wohl aber tatsächlich um die Person, nach der mit der Sprachaufzeichnung und Phantombild gesucht wurde.

Mehrere Zeugen identifizierten bereits am Mittwoch kurz nach Bekanntwerden der Fahndung aufgrund der Sprachaufnahme einen Mann. Laut "Heidenheimer Zeitung" soll er schon seit Jahrzehnten immer wieder in Tarnkleidung im Wald unterwegs gewesen sein. Dort habe er selbst erfundene Wehrspiele gemacht und sich im Verstecken geübt, schreibt die "HZ".

Vor sieben Jahren wurde Maria Bögerl am 12. Mai 2010 aus dem Haus der Familie in Schnaitheim entführt. Der Entführer meldet sich bei Thomas Bögerl, fordert 300.000 Euro Lösegeld in einer ungewöhnlichen Stückelung. Die Geldübergabe an der A7 bei Nietheim scheitert – nur wenige hundert Meter davon entfernt entdeckt drei Wochen später ein Spaziergänger ihre Leiche. Mit einem Großaufgebot hat zuvor die Polizei die Wälder auf dem Härtsfeld durchkämmt. Da die Polizei das Auto von Maria Bögerl im Innenhof des Klosters Neresheim entdeckte, verlagerte sich das Suchgebiet. Im Auto konnte die Polizei bislang nicht identifiziertes DNA-Material sichern. Ein Jahr später bringt sich Thomas Bögerl um, kurzzeitig war auch er in das Visier der Ermittler geraten - ein Verdacht, der sich nicht bestätigte.

Die Obduktion ergibt, dass Maria Bögerl mit einem etwa 20 Zentimeter langen Messer erstochen wurde. Der jetzt festgenommene Tatverdächtige war am 26. Juli 2016 in Hagen in Nordrhein-Westfalen offenbar betrunken und verwahrlost zwei jungen Männern begegnet und hat sie angesprochen. In breitem Schwäbisch soll er gesagt haben: „„Ich hasse die ganze Familie Bögerl! Ich habe Frau Bögerl erstochen!“ Die Männer haben das Gespräch aufgezeichnet, mit dem die Polizei seit Mittwoch nach ihm fahndete.

Die Polizei ging immer von einem Täter aus der Region aus. Denn bei seinem Anruf hat er laut Ermittler mit schwäbischem Dialekt gesprochen. In einer früheren „Aktenzeichen“-Sendung informierten die Ermittler, dass der Täter die Formulierung verwendet habe, der Mann von Maria Bögerl solle „keine Sperenzle“ machen. Deshalb nahm die Polizei auf dem Härtsfeld auch rund 7000-DNA-Proben von Männern – allerdings ohne einen Treffer. Tobias Dambacher / cow

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© Gmünder Tagespost 06.04.2017 11:48
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