Lesermeinung

Viele neue Regeln

Zu: Das müssen Radfahrer jetzt wissen, GT vom 13. April:

Als ich Ihren Bericht über die neuen Verkehrsregeln für Radfahrer las, war ich nicht schlecht erstaunt, wie viele Fahrräder es gibt (. . .). Und für all die gibt es jetzt sehr umfangreiche neue Regeln. Den ganz Jungen und den ganz Alten wird man sie einhämmern müssen. Die einen werden sie kaum beachten, die anderen wieder vergessen. All dies hat mich an meine früheste Kindheit erinnert, wo ich als Zwölfjähriger 1952 mir auf der Müllhalde Fahrradteile zusammenklaubte und mir als Balljunge auf dem Tennisplatz bei den Kriegsgewinnlern und Siegern (Letztere waren freigiebiger) das nötige Kleingeld für Kette, Reifen und so weiter dazuverdiente. Mit diesem selbstgebauten Fahrrad hatte ich sofort meinen besten Freund überredet, mit mir eine Fahrradtour zu machen. (. . .) Und so starteten wir an einem Sonntagmorgen um 6.30 Uhr zu unserer großen Tour. (. . .) Leider durfte mein Freund nie wieder eine Fahrradtour mit mir machen. So kann man einen Freund auch verlieren. Ich hatte nie Probleme mit Verkehrsregeln und Verkehrszeichen. Ampeln und Kreisverkehr waren bei uns in Bayreuth schon selbstverständlich. Erstaunt war ich nur, wie ich hier in Gmünd erleben musste, wie man den provisorischen Kreisverkehr auf dem Marktplatz wieder abbaute, weil niemand damit klarkam. Geärgert hatte ich mich damals nur, wenn ich die Abkürzung durch die Eisenbahnunterführung Richtung Schießtalsee benutzte und mich jedes Mal ein Polizist erwischte und mich sonntagmorgens zu einer Stunde Verkehrsunterricht auf die Wache beorderte, wo ich übrigens nie allein war! Und diese Stunde bringt weit mehr als jede gebührenpflichtige Verwarnung! Sie würde vielen Verkehrsteilnehmern, speziell Radlern, heute verdammt guttun! Übrigens ist besagte Unterführung und manche andere Straße auch heute ganz speziell für Radfahrer freigegeben.

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© Gmünder Tagespost 18.04.2017 21:24
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Kommentare

In my humble opinion

> ... wenn ich die Abkürzung durch die Eisenbahnunterführung Richtung Schießtalsee benutzte und mich jedes Mal ein Polizist erwischte und mich sonntagmorgens zu einer Stunde Verkehrsunterricht auf die Wache beorderte ...<

Tja, früher war das alles noch ein bisschen anders!

Wenn Sie heute stramm strampelnd über den Bürgersteig brettern und sich dann - weiter abstrampelnd oder vielleicht nur rollend - weiterhin die "Vorfahrt" über den Zebrastreifen erzwingen würden - dann könnten Sie auch noch dumme oder freche Sprüche in Richtung derer ablassen, die das - unter Verweis auf den "Fuß"weg Zebrastreifen - kritisieren, und nichts, aber auch garnichts würde passieren.

So ändern sich die Zeiten.