Wo Höhlen zu Kapellen wurden

Bis Oktober dauern die Feierlichkeiten zur 400-jährigen Wiederkehr der „Reparation“ durch den Steinmetzmeister Caspar Vogt.
  • 632ca0d4-7477-465a-b894-29738c144601.jpg
    Zehn Kapellenhäuschen geleiten auf dem Kreuzweg zum Salvator hinauf. Foto: Tom
  • 90c5db8a-cd2d-4f2c-9349-cbf450da43b3.jpg
    Die Kappellen ziehen viele Besucher in ihren Bann. Foto: Tom
Schwäbisch Gmünd. Er gehört zu Schwäbisch Gmünd wie das Münster oder der Königsturm: Der St. Salvator, die Wallfahrtsstätte am Nepperberg, lockt das ganze Jahr über zahllose Besucher an.

Gleich hinter dem Bahnhof führt ein Kreuzweg vorbei an Bildstöcken und zehn Kapellenhäuschen mit lebensgroßen Figuren bis zur Wallfahrtstätte. Mit Traumblick über die Stadt finden Pilger und Spaziergänger hier Ruhe und Geschichte hautnah. In diesem Jahr werden sich noch mehr Besucher von diesem Ort verzaubern lassen. Mit vielen Veranstaltungen wird bis Oktober ein besonderes Jubiläum gefeiert: Vor 400 Jahren schuf der Steinmetzmeister Caspar Vogt aus vorhandenen Höhlungen zwei Kapellen.

Ölberg in Sand gemeißelt

In der Unteren Kapelle, die 1618 geweiht wurde, befinden sich das Gnadenbild und der Verklärungsaltar. In der 1623 geweihten Oberen Kapelle beeindruckt vor allem der Ölberg an der nordwestlichen Felswand. Er wurde von Caspar Vogt vollständig aus dem Sandsteinfels gemeißelt.

Seit Sommer 2015 laufen in fünf Arbeitskreisen aus Stadt, Salvator-Freundeskreis und Münstergemeinde, unter deren Obhut sich die Felsenkirche und der Kreuzweg befinden, die Vorbereitungen fürs umfangreiche Veranstaltungsprogramm. Auch viele Maßnahmen wurden bis zum Jubiläum durchgeführt.

Eine neue Orientierungs-Tafel beschreibt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten beim Blick vom Plateau vor der Felsenkapelle. Nach einer viermonatigen Sperrung wurde im Februar die erfolgreiche Konservierung der Oberen Felsenkapelle abgeschlossen. Die untere Felsenkirche wurde ebenfalls renoviert – sie litt unter der Feuchtigkeit im Fels, auch eine Grundreinigung aller Skulpturen war notwendig.

Unermüdlich waren auch die Salvatorfreunde im Einsatz, um die Pilgerstätte immer mehr zu einem besonderen Kleinod zu machen. Begonnen hatte es im Juli 2009: Am Tag seines Amtsantritts führte Oberbürgermeister Richard Arnold I.K.H. Diane Herzogin von Württemberg an den Ort, der für viele Gmünder untrennbar mit ihrer Heimatstadt verbunden ist. Das Versprechen der Herzogin, die Gmünder bei der Instandhaltung des Kreuzweges und der Stubensandfiguren in der Ölberggrotte zu unterstützen, löste die Entwicklung aus, die bis heute das Gesicht des Salvators verändert hat.

Die Idee vom Salvator-Freundeskreis war geboren, Richard Arnold und Münsterpfarrer Robert Kloker, zu dessen Kirchengemeinde St. Salvator gehört, riefen ihn am 3. November 2009 ins Leben. Der Salvator-Freundeskreis im Münsterbauverein, wie er genau heißt, ist seitdem mit unzähligen ehrenamtlichen Arbeitsstunden aktiv. Ein genau 201,7 Meter langer Rundweg führt seit Kurzem hinter der Kirche vorbei und bietet immer neue Ausblicke auf die Stadt. Aus dem Flaig´schen Häusle wurde die Salvatorklause geschaffen, die ab 27. Mai wieder samstags und sonntags zur gemütlichen Pause einlädt. Ein weiteres Highlight wird am Freitag, 28. April, eröffnet: Im Dokumentationsraum über der oberen Kapelle – gut erreichbar über einen neu angelegten Weg – kann in der ehemaligen Kapellenbühne Interessantes über die Geschichte des Salvators erfahren werden.

Viele Projekte wie Remise und Hopfenlaube, neue Wege und Ruhebänke, Bergtoilette und Trockenmauern wurden seitdem von den Salvatorfreunden verwirklicht. Der Salvator-Freundeskreis wurde 2014 gegründet und als gemeinnütziger Verein eingetragen. Gleichberechtigte Vorsitzende sind seit Februar 2017 Rolf Crummenauer, Werner K. Mayer und Winfried Kienhöfer. Ute Betz

Unter www.salvator-freundeskreis.de gibt es einen umfassenden Einblick mit Filmen, Geschichte und allen Terminen im Jubiläumsjahr.

zurück
© Gmünder Tagespost 21.04.2017 16:40
Ist dieser Artikel lesenswert?
505 Leser
Kommentar schreiben
nach oben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.