Ein Frühlingsbote mit viel Aroma

Wildkräuter Bärlauch ist eine wahre Bombe an Geschmack und gesunden Inhaltsstoffen. Das würzige Waldkraut gedeiht auch im eigenen Garten.
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    Gesund und lecker: Bärlauch ist in der Küche vielseitig verwendbar. Wer den Knoblauch des Waldes selbst sammeln möchte, sollte ihn aber von seinen giftigen Doppelgängern zweifelsfrei unterscheiden können.
    Fotos: Pixabay
Das Wildkraut aus der Liliengewächs-Familie erlebte in den vergangenen Jahren einen wahren Boom: Starköche nahmen sich des Bärlauchs an, Bärlauchmärkte und -feste schossen aus dem Boden, und sogar bei Discountern liegt Bärlauch im Gemüseregal. Kein Wunder: Das würzige Kraut gehört zum Köstlichsten und Gesündesten, was die Natur im Frühling zu bieten hat.

Der Knoblauch aus dem Wald

Bärlauch wird auch als Waldknoblauch, wilder Knoblauch oder Knoblauchspinat bezeichnet und sprießt schon an warmen Februartagen. In schattigen Laub- und Auwäldern mit feuchtem, nährstoffreichem und eher kalkhaltigem Boden fühlt sich das Wildkraut wohl. Verbreitet ist es vor allem in Süddeutschland bis in die Allgäuer Alpen. Wie auf Knopfdruck breitet Bärlauch ab März seinen dichten Blätterteppich aus und erobert oft weite Waldgebiete.

Kraftpaket für die Gesundheit

Aus einem unterirdischen Zwiebelchen entspringen die kräftig grünen Bärlauchblätter, zwischen 20 und 40 Zentimeter hoch wachsend und jedes Blatt einzeln an einem aufrechten Stängel. Beim Reiben steigt der intensive Knoblauchduft auf, der für den Bärlauch bekannt ist. Eine Reihe schwefelhaltiger ätherischer Öle sorgt für das Aroma, viel Vitamin C, reichlich Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium und diverse Flavonoide ergänzen das kleine grüne Kraftpaket. Weil Bärlauch so viel Gesundes enthält, zählt er seit jeher zu den ältesten Nutz- und Heilpflanzen Europas. Er wirkt positiv auf die Verdauung, kurbelt Leber, Galle sowie den gesamten Stoffwechsel an und reinigt das Blut. Durch den Inhaltsstoff Allicin wirkt er zudem antibakteriell. Auch bei Hautleiden, Bluthochdruck, Rheuma und ungünstigem Cholesterinspiegel werden dem Kraut heilsame Wirkungen zugeschrieben.

Ein reichlicher Verzehr des Frühlings-Fitmachers ist also anzuraten. Die berüchtigte Knoblauchfahne braucht man beim Bärlauch übrigens nicht zu befürchten. Das in den Blättern reichlich vorhandene Chlorophyll (Blattgrün) hilft beim Abbau der schwefelhaltigen Substanzen und verhindert unerwünschte Ausdünstungen.

Vielfalt für die Küche

In der Küche gibt sich das heimische Wildkraut äußerst vielfältig. Überall da, wo noch das geschmackliche i-Tüpfelchen fehlt, hilft der aromastarke Bärlauch aus. Im Salat und Kräuterquark, in der Nudelsoße oder als Suppe, in Fleischrouladen oder Maultaschen gefüllt oder pur als Pesto – der Kochlust sind kaum Grenzen gesetzt. Auch Essig und Öl lässt sich mit Bärlauchblättern aromatisieren. Am besten verwendet man das Kraut frisch. Einfrieren geschnittener Blätter ist möglich, beim Trocknen hingegen verflüchtigt sich viel Aroma. Frisch gesammelter Bärlauch kann gut für einige Tage im Gemüsefach des Kühlschranks aufbewahrt werden.

Nicht zutreffend ist übrigens die weitverbreitete Meinung, dass Bärlauch ab der Blüte nicht mehr gegessen werden darf. Zwar sind Aroma und Inhaltsstoffe in den Blättern vor der Blüte am besten, giftig ist blühender Bärlauch aber keineswegs. Im Gegenteil: Auch die hübschen weißen Sternchenblüten sind essbar und zaubern auf jedes Frühlingsgericht einen tollen Hingucker.

Giftige Doppelgänger

Wer Bärlauch im Wald sammeln möchte, sollte über seine giftigen Doppelgänger Bescheid wissen. Bei geführten Exkursionen mit ausgebildeten Kräuterfachleuten kann man lernen, Bärlauch von optisch ähnlichen Giftpflanzen zu unterscheiden.

Auf der sicheren Seite ist der Bärlauchfan mit Pflanzen aus dem eigenen Garten. Junge Bärlauchpflanzen werden im Frühjahr in vielen Gärtnereien und auf Märkten angeboten. Wo es dem Aromakraut gefällt, etwa im schattigen Bereich unter Büschen, verbreitet es sich willig durch Selbstaussaat und Brutzwiebeln. Im Mai, spätestens im Juni ist die Bärlauchzeit vorbei. Dann zieht die Pflanze ein und schlummert der neuen Bärlauchsaison entgegen.

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© Gmünder Tagespost 21.04.2017 17:02
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