Die Gefahr fährt im Frühling mit

Verkehr Frühjahrsmüdigkeit, verstärkter Wildwechsel, Pollenflug und beschädigte Fahrbahnen. Für Autofahrer bringt das Frühjahr einige Gefahren mit sich.
  • bbc9ac45-e36d-4aaa-958d-3ad0fc886878.jpg
    Foto: Lukas Barth/dpa/dpa-mag
  • b97d3204-d6e7-4ab7-90c6-c7528a4de3cd.jpg
    Bei Schlaglöchern ist Vorsicht geboten. Foto: dpa-mag
In Frühjahrslaune mag bei so manchem Autofahrer der Gasfuß wieder entspannter sein. Doch Vorsicht: Die milde Jahreszeit kann auch einige Risiken mit sich bringen. Dazu zählt die Frühjahrsmüdigkeit. Sie kann lange Fahrten zur Qual machen und sie schlimmstenfalls böse enden lassen.

Tricks bei Müdigkeit am Steuer

Gegen hängende Augenlider am Steuer kennt Juliane Zschorlich, ADAC-Verkehrsmedizinerin, aber Tricks. Dazu zählt, den Kreislauf auf Trab zu halten, etwa durch Sport, viel Frischluft oder kalt-warme Wechselduschen. Von zentraler Bedeutung: regelmäßige Zubettgehzeiten und gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse. Außerdem sind zu vermeiden: „Tiefschlafphasen während des Tages.“ Eher sollten zehn- bis 20-minütige Nickerchen gehalten werden.

Vorsicht vor Wildwechsel

Eine weitere Gefahr ist der Wildwechsel. Wenn die Vegetation wieder zu wachsen beginnt, seien die Tiere verstärkt auf Futtersuche, um ihre Reserven aufzubauen, sagt Andreas Kinser von der Deutschen Wildtierstiftung. „Rehböcke grenzen ihre Reviere ab und sind ebenfalls aktiver“, so der Experte.

Um die typischerweise in der Dämmerung drohende Gefahr zu dämmen, rät Kinser: „Wenn sie zwei reflektierende Punkte – die Augen der Tiere – am Straßenrand sehen, sollten Autofahrer sofort auf die Bremse gehen.“ Sobald Tiere auftauchen, wird zudem das Fernlicht schnell ausgeschaltet. Wer es anlässt, blendet die Tiere, die dann einfach regungslos stehen bleiben. Lautes Hupen vertreibt sie in der Regel – nur müssen Autofahrer immer mit Nachzüglern rechnen.

Lässt sich eine Kollision nicht vermeiden gilt: Lenkrad gut festhalten, geradeaus fahren und mit voller Kraft bremsen. Diese Grundregel anzuwenden, falle vielen Betroffenen in der Gefahrensituation aber schwer. Denn sie entspricht nicht der Intuition. „Doch wer ausweicht, gefa?hrdet den Gegenverkehr und riskiert einen Unfall“, warnt ADAC-Verkehrsexperte Andreas Hölzel.

Achtung Allergiker!

Der Frühling ist Hochsaison für Pollenflug. Allergiker fahren besser mit geschlossenen Fenstern. Wer Medikamente zur Linderung der Beschwerden nimmt, sollte wissen: Viele Präparate machen müde. Verkehrsmediziner raten dazu, sie am Abend einzunehmen, um die Nebenwirkungen etwa während der morgendlichen Fahrt zur Arbeit möglichst gering zu halten.

Constantin Hack vom Auto Club Europa (ACE) empfiehlt, den Pollenfilter nach dem Winter zu wechseln. Denn er könne besonders in Mitleidenschaft gezogen worden sein, wenn Salzreste die Poren der Filter verstopften. „Im angesammelten Schmutz bilden sich Bakterien, Schimmel und dadurch schlechte Gerüche“, ergänzt Vincenzo Lucà vom Tüv Süd. Weitere Folgen können weniger frische Luft im Innenraum und schneller beschlagende Scheiben sein. Allergiker sollten das Interieur, vor allem Polster und Teppiche, häufig reinigen.

Schäden auf der Fahrbahn

Jederzeit sollten Autofahrer jetzt außerdem verstärkt mit Baustellen rechnen, da Frost und Nässe oft Risse oder Schlaglöcher in den Straßen hinterlassen haben. Diese müssen erst behoben werden und sind auch gefährlich.

zurück
© Gmünder Tagespost 21.04.2017 17:04
Ist dieser Artikel lesenswert?
327 Leser
Kommentar schreiben
nach oben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.