Goldenes Kulturgut in gigantischer Vielfalt

Im April 1516 erließ der bayerische Herzog Wilhelm IV. ein Reinheitsgebot für Bier – die Geburtsstunde des ältesten noch gültigen Lebensmittelgesetzes der Welt. Gefeiert wird dies jedes Jahr mit einem Gedenktag am 23. April.
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    Im Gedenken an den Erlass des Reinheitsgebots ist der 23. April der „Tag des deutschen Bieres“. Foto: Deutscher Brauerbund
Hopfen und Malz, die Grundstoffe der Bierherstellung, prägen dank des Reinheitsgebots, das am 23. April – dem Tag des deutschen Bieres – seinen 501. Jahrestag feiert, Qualität und Aroma des Bieres. „Immer mehr unserer Mitgliedsbrauereien beginnen mit neuen, speziellen Aromahopfen zu brauen und kreieren fantastische neue Biere und Biersorten“, schwärmt der Geschäftsführer des Baden-Württembergischen Brauerbundes, Hans-Walter Janitz.

Aus den vier Zutaten Wasser, Malz, Hefe und Hopfen kann eine gigantische Vielfalt an Bieren hergestellt werden. „Mit den schier unendlichen Sorten von unserem goldenen Kulturgut haben wir für jede Zunge, egal ob Mann oder Frau, garantiert den richtigen Geschmack“, sagt Janitz

Qualität ist das oberste Gebot

„Auch für uns ist der ,Tag des deutschen Bieres’ ein Tag zum Feiern“, sagt Timo Löffler von der Löwenbrauerei Wasseralfingen. „Denn wir sind sehr glücklich, dass dieses Lebensmittelgesetz auch heute noch Bestand hat.“ Das wurde zum 500. Jubiläum im vergangenen Jahr auch bei den Wasseralfingern groß gefeiert. In diesem Jahr sind wie bei den meisten Brauereien keine besonderen Aktionen geplant, dennoch wird gerne an das älteste Lebensmittelgesetz der Welt gedacht und die damit verbundene traditionelle Braukunst.

Das Bierbrauen auf hohem Niveau, in einer gleichbleibenden hohen Qualität ist die Aufgabe, die sich den Brauern und Braumeistern der Löwenbrauerei Wasseralfingen jeden Morgen stelle, erklärt Löffler. „Es sind ja Naturprodukte, die wir verarbeiten“, unterstreicht Timo Löffler, „und die schwanken in der Qualität.“ Deshalb ist das Brauen nicht nur eine Herausforderung an Brauer und Braumeister, sondern schon an den Einkauf, damit am Ende ein Produkt steht, wie es der Konsument kennt und liebt – „ich glaube, das gelingt uns ganz gut“, sagt Timo Löffler lachend.

Das beste Bier ist jeden Morgen unsere Aufgabe für den Tag.“

Timo Löffler,
Löwenbrauerei Wasseralfingen

Doch das ist auch bei einer erfolgreichen Brauerei wie der Löwenbrauerei Wasseralfingen kein Selbstläufer. Es ist die hohe Braukunst, „dass jeden Tag das beste Bier gebraut wird“, sagt Timo Löffler. „Das ist jeden Morgen unsere Aufgabe für den Tag!“

Neue Heubacher Halbe

Die Verkaufsmannschaft der Heubacher Brauerei ist in diesen Tagen doppelt gefordert. Zum einen ist der Brauereihof wegen einer Baustelle nur sehr mühsam zu erreichen, zum anderen steht die neue „Heubacher Hirsch Halbe“ frisch abgefüllt und zur Auslieferung bereit. „Der Trend geht zum normalen Halbebier“, erklären die Geschäftsführer Alexander Caliz und Thomas Mayer.

Die bevorzugte Geschmacksrichtung vieler Konsumenten hierbei sei eher malzig, süffig, mild und wenig bitter. „Als Trendbiere in dieser Richtung gelten eigentlich sehr traditionelle Marken wie Augustiner oder Tegernseer. Extrem viele Brauereien sind nun gerade in letzter Zeit dazu übergegangen, Auftritte dieser Art einfach zu kopieren“, erklärt Thomas Mayer.

Der Trend geht zum normalen Halbebier.

Alexander Caliz und Thomas?Mayer,
Geschäftsführer Heubacher Brauerei

In Heubach wolle man nicht der Hundertste von tausend Imitatoren sein, „stattdessen haben wir versucht, eine milde Halbe neu zu entwerfen – allerdings mit Berücksichtigung unserer bisherigen Markenidentität.“

Bewusst sei das Etikett modern gehalten und nicht im Retrodesign. „Hier kommt wirklich alles rüber: Feierabendstimmung durch den Sonnenuntergang, unser Wappentier, der Hirsch, aber nur halb, ist klar, ... und der Rosenstein, unser Albfelsen als regionale Komponente“, führt Thomas Mayer aus. „Also ziemlich traditionelle Elemente in einer total modernen und reduzierten Anmutung. Die beiden Geschäftsführer sind sich sicher, dass die „Heubacher Hirsch Halbe“ gut ankommen wird.

Ihre Produkte präsentieren die Heubacher auch auf der Stuttgarter Slow-Food Messe, die noch bis Sonntag geöffnet ist. wom/pm

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© Gmünder Tagespost 21.04.2017 18:24
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