Lesermeinung

Zum Kommentar „keine Einsicht“:

Mit dem Kommentar dieser Zeitung vom 7. September unter dem Titel „Keine Einsicht“, bin ich als Leser absolut nicht einig. Es ging darum, das es nach Meinung des Kommentators offenbar eine Verweigerung von Solidarität seitens der osteuropäischen Länder ist, wenn diese keine Flüchtlinge aufnehmen, aber gleichzeitig EU-Gelder für die eigene Entwicklung annehmen.

Nur, wieso sollte beispielsweise Ungarn mit Deutschland beziehungsweise Westeuropa solidarisch sein, ein Problem lösen helfen, welches sich die Westeuropäer selber geschaffen haben?

Wenn Ungarn ein ethnisch einheitliches Volk bleiben will, dann ist dies verständlich und muss akzeptiert werden. Hier mit Sanktionen zu drohen, ist eine Unverschämtheit und kommt an die Überheblichkeit der Nationalsozialisten heran. Wir schreiben den anderen wieder vor, was richtig ist! Mit Entsetzen, aber auch Verständnis, nehme ich zur Kenntnis, dass Deutsche in Ungarn und Polen inzwischen wieder angefeindet werden, aufgrund eben dieser demonstrierten Überheblichkeit unserer Eliten.

Die Substanz eines Landes ist nicht in erster Linie dessen Landschaft oder die Baudenkmäler, sondern die dort lebenden Menschen. Ändert sich die Zusammensetzung dieser Bevölkerung, ändert sich das Land als Ganzes.

Ich kritisiere hier nicht diejenigen, die versuchen, hier einzuwandern, sondern diejenigen, die eine unverantwortliche Politik gegenüber ihrem eigenen Staatsvolk betreiben und gegenüber anderen Völkern in Europa überheblich auftreten.

zurück
© Gmünder Tagespost 12.09.2017 19:37
Ist dieser Artikel lesenswert?
492 Leser
Kommentar schreiben
nach oben

Kommentare

derleguan

Es geht hier um die Verteilung geflüchteter Menschen, die ein Menschenrecht auf Leben haben.

Danke an die Deutsche Regierung, die damals in der Notlage dieser Menschen (in Budapest) die Grenzen geöffnet hat.

Wenn sich nun einige Länder Europas (Ungarn, Polen...) weigern, sich an der Aufnahme von Flüchtlingen zu beteiligen, ist die Solidargemeinschft Europa in Gefahr. Es könnte zu grausamen Exzessen wie im 3. Reich führen, wenn eine Aufnahmeverweigerung von Flüchtlingen Schule macht und sich viele Länder unisono weigern Flüchtlinge aufzunehmen.

Deutschland ist hier mit gutem Beispiel vorangegangen, musste aber in den vergangenen Monaten, auch auf Grund der fehlenden Solidarität Ungarns und Polens Flüchtlinge aufzunehmen, auch in Deutschland mit den Aufnahmebedingungen ordentlich zurückrudern.

Auch Ungarn und Polen wird sich mit der Zeit ändern, mit oder ohne Flüchtlinge, da sich Gesellschaften in einem permanenten Wandel befinden.