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ÖPP-Bad versus städtisches Bad - Verwaltung bleibt Vergleichsberechnung schuldig

VON LESER HARALD SEIZ

"Gmünd kann als Stadt allein kein Bad bauen". OB Arnold bleibt sich treu. Er verweigert belegbare Fakten und bleibt eine wenigstens grobe Vergleichsberechnung schuldig. Auf dieser Basis kann kein verantwortungsbewusster Stadtrat der europaweiten Ausschreibung des ÖPP-Projekts zustimmen. Das wäre eine Vorentscheidung, da daraus Kosten erwachsen können. RA Bühner behauptet das Gegenteil. Beim ÖPP-Bad Fürthermare war seine Beratung schlecht. Wer den Salat schützen will, sollte nicht die Schnecken um Rat fragen.

Grüne und Linke versuchten aus den vielstimmigen und widersprüchlichen Wischiwaschi-Behauptungen aus dem Kreis der Verwaltung herauszufiltern, was glaubhaft und plausibel ist.
Nach Aussage der Stadtspitze vom 17.10.2017 zahlt die Stadt beim ÖPP-Bad den Abmangel des Betriebs zusätzlich zu den 1,7 Mio., die jährlich an den Investor gezahlt werden. Diesen Abmangel schätzen Grüne und Linke vorsichtig auf 1 Mio. Euro pro Jahr und kalkulieren ihn sowohl beim ÖPP-Bad als auch beim städtischen Bad ein.

Kalkulation fürs Bad mit Investor. Dabei muss die Stadt 30 Jahre lang jährlich 1,7 Millionen Euro für den Investor aufbringen. Dies ergibt in der Summe 51 Millionen Euro. Plus 30 Millionen Euro Abmangel in 30 Jahren. Plus drei Millionen Investitionsbeitrag aus einer Rücklage. Dies ergibt laut Grünen und Linken insgesamt 84 Millionen Euro in 30 Jahren.

Kalkulation für ein städtisches Bad: Der Bau eines Bades mit 50-Meterbahn und Hubboden kostet laut Stadt 22 Mio. An Finanzierungskosten fallen dafür im Laufe von 30 Jahren an: 3 Millionen aus der Rücklage sofort plus 30 Jahresraten von 1 Mio. für Zins und Tilgung des benötigten Kredits in Höhe von 19 Mio (bei 3% Zinsen und 30 Jahren Laufzeit). Die gesamten Finanzierungskosten betragen also 33 Mio. Für den Abmangel fallen 30 Mio. Kosten an. Ergibt 63 Mio. Gesamtkosten.

Fazit: Das ÖPP-Projekt kostet 21 Mio. mehr als ein städtisches Bad.

Der Kostenvorteil des städtischen Bads wird noch größer, wenn man Investitionshilfe aus dem Ausgleichsstock beim städtischen Bad abrechnet und die hohen externen Beratungskosten beim ÖPP-Bad dazurechnet.

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© Harald Seiz 09.11.2017 15:15
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Kommentare

Gabriele Vogt

Faktoren die noch nicht berücksichtigt wurden, da der Höhe nach zur Zeit nicht bestimmbar:
Der Kostenvorteil des städtischen Bads wird noch größer, wenn man die Investitionshilfe aus dem Ausgleichsstock und andere Zuschüsse und Förderungen beim städtischen Bad abrechnet. Auch sind aktuell Kommunalkredite mit einer Laufzeit von 30 Jahren bei 10-jähriger Zinsbindung und 1 bis 5 tilgungsfreien Jahren für ca. 0,5 % Zinsen (effektiv) bei der L-Bank (Staatsbank von BW) im Rahmen des Infrastrukturprogramms Baden-Württemberg zu haben. Die tatsächlichen Kosten beim städtischen Bad sind also erheblich niedriger als 63 Mio.


Beim Investoren-Bad müssen die hohen externen Beratungskosten sowie die erheblichen internen personellen Kosten für den komplizierten Vergabeprozess und die 30jährige Überwachung und Begleitung des Projekts dazurechnet werden. Außerdem verteuert der Kaufpreis für das Grundstück am Hang des Nepperbergs das ÖPP-Bad. Auch die ökologischen und verkehrlichen Nachteile des ÖPP-Bades sowie das Risiko einer Insolvenz der Projektgesellschaft mit beschränkter Haftung müssen quantifiziert und als monetäre Kosten dem Bad mit Investor zugerechnet werden. Die tatsächlichen Kosten beim (ÖPP) Bad mit Investor sind also erheblich höher als 84 Mio.

In my humble opinion

Gabriele Vogt schrieb am 10.11.2017 um 16:06

Faktoren die noch nicht berücksichtigt wurden, da der Höhe nach zur Zeit nicht bestimmbar:
... Die tatsächlichen Kosten beim städtischen Bad sind also erheblich niedriger als 63 Mio.


Beim Investoren-Bad müssen .... Die tatsächlichen Kosten beim (ÖPP) Bad mit Investor sind also erheblich höher als 84 Mio.

Tja, man müsste auch mal rechnen können, und nicht nur mit dem Fuß aufstampfen und "ICH WILL ABER..." pressen ...

Ich kenne sowas eigentlich nur bei Kindern in der Warteschlange an der Süßwarenauslage vor der Kasse ...