Spannende Geschichte süßer Schätze

Allwetterprogramm Die Tage werden kürzer und die Temperaturen kälter. Das ist aber kein Grund zuhause zu bleiben. Ein Ausflugsziel könnte da das Bonbonmuseum in Vaihingen an der Enz sein.
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    Foto: Jung Bonbonfabrik
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    Foto: Jung Bonbonfabrik
Bon“ heißt auf Französisch „gut“. „Bonbon“ bedeutet somit „besonders gut“. Den Begriff sollen Kinder am Hof des französischen Königs Henri IV. vor über 400 Jahren erfunden haben. Diese Legende und allerlei mehr an Wissenswertem rund um beliebte Zuckerschleckereien erfahren die großen und kleinen Besucher im Bonbonmuseum in Vaihingen/Enz.

Die Ausstellung wurde von der Bonbonfabrik Jung eingerichtet und liegt direkt über deren Fabrikverkauf am alten Bahnhof in dem Vaihinger Ortsteil Kleinglattbach. Auf einer etwa 300 Quadratmeter großen Ausstellungsfläche werden Bonbons, Dosen, Maschinen und Werbemittel perfekt in Szene gesetzt – professionell aufgearbeitet von einem Kulturwissenschaftler.

„Wir wollten das Ganze 2000 gleich auf richtige Füße stellen und sind auch heute noch das einzige offizielle Bonbonmuseum in Deutschland“, sagt Jürgen Hein,als Leiter der Organisation in der Bonbonfabrik. Er ist dabei auch für das Museum zuständig.

Feine Himbeerkamellen

Damit die Besucher nicht nur schauen, sondern Naschereien auch kosten können, bietet das Museumsmaskottchen Clara Drops direkt am Eingang

schmackhafte Himbeerkamellen feil. Wenige Meter weiter bekommen die Besucher an historischen Maschinen erklärt, wie man das runde, rote Stück einst produzierte. Die als Kristallzucker bekannte Saccharose wurde mit Glukose und etwas Wasser bei 145 Grad Celsius gekocht. Am Kühltisch kneteten die Bonbonmacher allerlei Aromen, Pflanzenextrakte und den Saft von Roter Bete als Farbstoff unter den zähen Zuckerbrei. Danach wurde die rosa Masse zu Kamellen gestanzt.

Eine Attraktion ist die originale Ladeneinrichtung eines ehemaligen Kunden – des Kolonialwarenhändlers Oscar Zahn – der sich bis 1990 in der Calwer Straße 39 in Stuttgart befand. Ein herrlich nostalgischer Tante-Emma-Laden aus dem Jahr 1893 mit unzähligen Schubladen, Waage, Registrierkasse und großen Deckelgläsern mit Bonbons.

Exponat von 1865

Besonders stolz sind die Museumsmacher aber auf ein spezielles Exponat aus dem Jahr 1865: In einer Urkunde bestätigt ein Arzt Friedrich Jung in Vaihingen an der Enz, „dass seine Fichtennadelbonbons bei Heiserkeit, Husten und Lungenverschleimung mit gutem Erfolg angewandt wurden“. „Und“, so versichert Jürgen Hein den Museumsbesuchern mit einem verschmitzten Lächeln, „das ist auch heute noch so.“

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© Gmünder Tagespost 15.12.2017 13:16
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