Ein Toter bei Flugzeugabsturz

Unglück Kurz nach dem Start stürzt ein 19-Jähriger mit seinem Segelflieger aus 348 Metern Höhe fast senkrecht in ein Waldstück nahe des Flugplatzes Amalienhof bei Bartholomä.
  • Tragisches Ende: Am 24. Juni stürzt ein 19-Jähriger mit seinem Segelflugzeug aus rund 350 Metern Höhe fast senkrecht in ein Waldstück bei Bartholomä. Der junge Pilot war auf der Stelle tot. Foto: Tom

Bartholomä

Es war ein sonniger Sommertag mit tollem Flugwetter. Trotzdem wurde dieser 24. Juni einem 19-Jährigen der Fliegergruppe Fellbach zum Verhängnis. Der junge Pilot stürzte gegen 15 Uhr mit seinem Segelflieger laut Polizei-Pressesprecher Holger Bienert fast senkrecht in ein Waldstück bei Bartholomä. Er war auf der Stelle tot. Die Fliegerkameraden mussten den Absturz vom Boden aus miterleben.

Nach Untersuchungen der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen habe der Pilot in etwa 348 Metern Höhe nach einem Windenstart das Schleppseil ausgeklinkt und sei mehrere Kreise geflogen, wohl auf der Suche nach einer tragenden Thermik. Das Flugzeug habe dann an Höhe verloren und sei „mit steil nach unten geneigtem Rumpfbug“ nahezu senkrecht abgestürzt. Das Flugzeug hatte zwar ein Rettungssystem an Bord, aber die Zeit und Höhe reichte nicht, um es einzusetzen: Die Startwinde ziehe das Flugzeug in eine Höhe von ungefähr 300 Metern.

Kameraden des jungen Mannes setzten einen Notruf ab, der die Rettungsleitstelle um 15.09 Uhr erreichte, dann machten sie sich auf die Suche nach der Unfallstelle. Der herbeigerufene Notarzt konnte nur noch den Tod des jungen Mannes feststellen. Die ungefähr ein Dutzend Mitglieder der Fellbacher Fliegergruppe und Angehörige des jungen Mannes mussten nach den Unglück von Experten eines Kriseninterventionsteams betreut werden. Parallel dazu lief rund um sie die Routine der Einsatz- und Rettungsorganisationen für solche Fälle ab: Die Feuerwehren aus Bartholomä und Heubach waren mit rund 40 Leuten für die Bergung vor Ort. Zwei Streifen waren da, die Polizei setzte zusätzlich einen Hubschrauber ein, der Übersichtsfotos von der Unfallstelle lieferte.

Der Pilot hatte diesen Ermittlungen zufolge im vergangenen Jahr die Lizenz für Flüge mit Maschinen dieses Typs erworben, sein flugmedizinisches Tauglichkeitszeugnis sei „ohne Auflagen gültig“ gewesen. Er habe zum Zeitpunkt des Absturzes rund 78 Stunden Flugerfahrung gehabt. Das Flugzeug war Baujahr 1989 mit einer Betriebslaufzeit von 3600 Stunden. Es sei ordnungsgemäß zugelassen und betrieben gewesen.

Nach Zeugenaussagen habe die Sicht am Flugplatz mehr als zehn Kilometer betragen, der Wind wehte aus westlicher Richtung mit Geschwindigkeiten von bis zu 30 km/h. Der Bericht zitiert einen „sachkundigen“ Zeugen, wonach „bei diesem starken Westwind die Flugbedingungen aufgrund von Leerwirkungen und Turbulenzen schwierig“ gewesen seien.

Der Pilot wurde an der Unfallstelle im Wald angeschnallt im Cockpit gefunden. Der vordere Bereich des Cockpits sei zerbrochen gewesen, die Instrumente größtenteils zerstört.

© Gmünder Tagespost 21.12.2017 11:39
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