Festmahl fürs Hockeyteam

Gamundia-Sportpokal Die Hockeymannschaft des TSB Schwäbisch Gmünd erhält nebst Pokal eine Einladung in die Pizzeria „Adler“ in Weiler in den Bergen.
  • Die Freude war groß beim Hockeyteam des TSB Gmünd mit seinem Trainer Jörg Sadowski (hintere Reihe 2.v.r.), das nicht nur den Gamundia-Sportpokal überreicht bekam, sondern ein Festessen obendrauf. Eingeladen werden sie von Franco und Wanda Bruni-Clementelli (hintere Reihe links) in die Pizzeria „Adler“ nach Weiler. Foto: Laible

Den Pokal hatten die Sportler kaum in der Hand, da bat Oberbürgermeister Richard Arnold am späten Freitagabend beim Sportlerball im Gmünder Stadtgarten Wanda und Franco Bruni-Clementelli von der Pizzeria „Adler“ in Weiler in den Bergen auf die Bühne.. Diese brachten für das Hockeyteam des TSB Schwäbisch Gmünd eine ganz besondere Überraschung mit: Eine Einladung für die gesamte Mannschaft mit Betreuen zu einem gemeinsamen Essen in ihr weithin bekanntes und beliebtes Gasthaus. Damit wurde der Triumph des jungen Hockeyteams, das in diesem Jahr den begehrten „Gamundia-Pokal“ für erfolgreiche Sportler mit Behinderung entgegennehmen durften, noch versüßt.

Eine Selbstverständlichkeit

Diese Geste hätte die passender nicht sein können. Bereits im Jahr 2006 wurde der Ende vergangenen Jahres allzu früh verstorbene Adler-Wirt Gianni Bruni-Clementelli und sein Gasthaus bei der landesweiten Aktion „unbehindert miteinander“ für besonders guten Service bei Menschen mit Behinderungen ausgezeichnet. Gianni únd seine Frau Edeltraud Bruni-Clementelli nahmen den Preis damals aus den Händen von Wirtschaftsminister Ernst Pfister entgegen. „Für unser Team im Adler ist es eine Selbstverständlichkeit, dass wir behinderte Menschen genauso respektieren und bedienen wie andere,“ hatte Gianni Bruni-Clementelli nicht nur erklärt, sondern dies auch tagtäglich vorgelebt. Wichtig sei es ihm, „jeden Gast als Persönlichkeit zu aktzeptieren.“ Es ist ein Leitsatz, der für die Gastronomenfamilie auch nach dem Tod von Gianni Bruni-Clementelli uneingeschränkt gilt. Das betonten sein Sohn Franco und seine Frau Wanda. Sie führen das Gasthaus mit Bruder Fabio und der Mutter Edeltraud Bruni-Clementelli weiter. Nach wie vor werden im „Adler“ nicht die Betreuer, sondern die behinderten Menschen selbst gefragt, was sie gerne zu essen und zu trinken hätten. Und es gibt besondere Dienstleistungen – angefangen von der Speisenzubereitung über den Service am Tisch bis hinzu Hilfe beim Toilettengang.

Sport bietet wunderbare Möglichkeiten, Menschen mit und ohne Behinderung zusammenzuführen.

Richard Arnold,
Gmünds Oberbürgermeister

Das Hockeyteam des TSB Gmünd erspielte sich im April 2017 in der Entscheidungsrunde vor eigenem Publikum zum ersten Mal in der 16-jährigen Geschichte der Württembergischen Behindertenmeisterschaften den Titel. Nachdem der große Turnierfavorit Reutlingen im Finale bezwungen war, feierten die Gmünder einen großartigen Erfolg. Kein Spiel wurde verloren. Für diesen Erfolg wurde den Sportler der Gamundia-Sportpokal der Stadt überreicht. „Sport bietet wunderbare Möglichkeiten, Menschen mit und ohne Behinderung, Alt und Jung, unterschiedlichster Nationalitäten und Kulturen zusammenzuführen,“ betonteArnold. Der Gmünder Sport habe sich deshalb zum Ziel gesetzt, diese Chance zu nutzen und die Integration und Inklusion zu fördern.

Das TSB-Meisterteam: Bernd Hartmann, Bettina Reck, Manuel Betz, Sieglinde Hartmann, Max Betz, Michael Korenzig, Marco Rupp, Lars Brucker, Yannick Beck, Denniz Öz, Kevin Henkel, Valeria Lombardo. Trainer: Jörg Sadowski

© Gmünder Tagespost 12.01.2018 22:22
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