Pflegekräfte werden im Alltag immer wichtiger

1967 wurde der „Internationale Tag der Pflege“ eingeführt. Er gedenkt der Pionierin moderner Krankenpflege, Florence Nightingale, und ist aufgrund des großen Fachkräftemangels in der Pflegebranche eine gute Erinnerung, wie spannend Pflegeberufe sein können.
  • Gesundheits- und Krankenpflegerinnen kümmern sich entgegen aller Vorurteile nicht nur um alte Menschen, sondern auch um die jüngsten Patienten: Frühchen. Foto: travisdmchenry@pixabay

Der „Tag der Pflege“ oder „International Nurses Day“ geht auf den Geburtstag der britischen Krankenschwester Florence Nightingale (1820 – 1910) zurück. Sie gilt als Pionierin der modernen Krankenpflege. Acht Ziele unterstreicht die Weltgesundheitsorganisation mit dem „Tag der Pflege“: Bekämpfung von Armut und Hunger; Umsetzung einer allgemeinen Primärschulbildung; Gleichstellung der Geschlechter; Senkung der Kindersterblichkeit; Verbesserung der Gesundheitsversorgung der Mütter; Bekämpfung von HIV, Malaria und anderen schweren übertragbaren Krankheiten; Ökologische Nachhaltigkeit und Aufbau einer globalen Partnerschaft für Entwicklung.

Mehr ausländische Kräfte

Die Bundesagentur für Arbeit stellt in einer aktuellen Veröffentlichung fest, dass die Pflegebranche boomt. In der Kranken- und Altenpflege arbeiten 1,6 Millionen Menschen, knapp 200.000 mehr als vor vier Jahren. Um die hohe Nachfrage zu decken, steigen mehr ausländische Mitbürger in die Pflegebranche ein. Der Fachkräftemangel ist groß: Auf 15.300 offene Stellen kommen 3.000 arbeitslose Bewerber. In der Krankenpflege ist das Verhältnis mit 12.100 zu 5.000 nur geringfügig besser zu bewerten.

Vorurteilsbehaftete Berufe

Die Berufsgruppe der Gesundheits- und Krankenpfleger hat mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Zudem mangelt es an der Anerkennung für die tolle Arbeit, die das Pflegepersonal in vielen Bereichen leistet. Zu den bekanntesten Vorurteilen gehört, dass Nachtschichten praktisch seien, weil nichts los ist und man den ganzen Tag noch vor sich hat. Zum einen halten sich Notfälle aber nicht an bestimmte Uhrzeiten und zum anderen müssen die Pflegekräfte irgendwann ihren Schlaf nachholen. Nachtschichten sind also harte Arbeit und bringen den menschlichen Körper ordentlich durcheinander.

Ein weiteres Vorurteil besteht darin, dass Pflegeberufe schlecht bezahlt seien und es keine Weiterentwicklungsmöglichkeiten gäbe. Die Ausbildung „Gesundheits- und Krankenpfleger/-in“ ist eine der bestbezahltesten in Deutschland. Es findet der Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst der Pflege Anwendung. Fachweiterbildungen, Zusatzqualifikationen und duale Studiengänge bieten im Anschluss eine breite Vielfalt an Entwicklungsmöglichkeiten.

Ein letztes Vorurteil hält sich in Bezug auf die Aussage, als Pflegekraft wasche man nur alte Leute. Gesundheits- und Krankenpfleger arbeiten in den unterschiedlichsten Bereichen mit Patienten. Das beginnt bei den Frühchen, geht über Kinder und Jugendliche, schließt aber auch Erwachsene und später Senioren ein.

Vorsorge entscheidend

Wichtig ist es, für den Ernstfall der Pflege vorzusorgen. Eine private Pflegeversicherung wird unter bestimmten Umständen staatlich gefördert. Dann können Betroffene beziehungsweise deren Angehörige bei Eintritt des Pflegefalls entscheiden, wie die Betreuung ablaufen soll. Denn manchmal ist auch schon ein mobiler Pflegedienst ausreichend, um die Familienmitglieder zu entlasten, die zu pflegende Person aber im engsten Kreis der Familie behalten zu können. Experten helfen hier weiter. af

© Gmünder Tagespost 11.05.2018 17:57
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