Wie man ein junges Unternehmen weiterentwickelt

Start-ups sind Unternehmen, die weniger als 10 Jahre alt sind, die wegen ihres Geschäftsmodells oder ihrer Technologie als innovativ gelten und ein hohes Mitarbeiter- oder Umsatzwachstum haben oder anstreben. Bei der Gründung und Weiterentwicklung durchlaufen Start-ups mehrere Phasen, in denen wichtige Entscheidungen getroffen werden müssen. Welche Optionen gibt es, ein junges Unternehmen voranzubringen?

Gründungsphase

In der ersten Phase von Start-ups stehen vor allem die Ideenfindung, -entwicklung und einige grundlegende Entscheidungen an. Man klärt Fragen des Unternehmensmodells, der Rechtsform, der Unternehmensziele und man stellt einen Finanzierungsplan auf. In Sachen Finanzierung gibt es mehrere Optionen: Am häufigsten wird mit Eigenkapital und Ersparnissen finanziert. Das garantiert Unabhängigkeit und die Mehrheit der Firmenanteile bleibt in der eigenen Hand. Alternativ dazu investieren häufig Freunde oder Familie der Gründer in Start-ups, um diese zu unterstützen. Auf Bund- oder Länderebene bietet Deutschland jungen Unternehmen allerdings auch viele Förderprogramme an, für die man sich mit Projektskizzen und Prognosen bewerben kann. Da die Auswahl groß ist, lohnt sich hier eine genauere Recherche oder Beratung. Wer kein Eigenkapital mitbringt und auch sonst keinen Fördertopf anzapfen kann, profitiert – eine gute Gründungs-Idee vorausgesetzt – von der Unterstützung durch die KFW.

Aufbau- und Wachstumsphase

Nach der Gründung muss das neue Unternehmen weiter aufgebaut werden, bevor die tatsächliche Arbeit starten kann. Die Position am Markt wird gefestigt, gesteckte Ziele werden umgesetzt und erste Mitarbeiter werden eingestellt. So entwickelt man das Unternehmen weiter, holt mehr Kompetenz ins Team und erschließt sich neue Aufgabenbereiche. Die Aufbauphase kann bis zu drei Jahre dauern.

Daran knüpft die Wachstumsphase an, in der stärker expandiert wird und noch mehr Mitarbeiter dazukommen. Es kommt häufig zu diversen Umstrukturierungen innerhalb des Unternehmens: Gründungsmitglieder verlassen das Team, neue Mitglieder steigen ein. Natürlich kann es auch passieren, dass man sich als Gründer vom Unternehmen trennen, aber das Projekt selbst erhalten möchte. In solchen Fällen ist es sinnvoll, einen Nachfolger zu suchen.

Reifephase

Ab dem fünften oder sechsten Jahr nach der Unternehmensgründung beruhigt sich das Wachstum, das gibt die Gelegenheit, Prozesse zu optimieren und mehr auf Nachhaltigkeit im gesamten Unternehmen zu setzen. Um das Unternehmen weiterzuentwickeln, wird verstärkt auf die Konkurrenzfähigkeit geachtet. Außerdem stehen neue Finanzierungsmöglichkeiten im Fokus, mit denen man neue Technologien und weitere Innovationen anstrebt. Dabei sollten genaue Markt- und Produktanalysen nicht fehlen. So bleibt man auf der sicheren Seite und vermeidet Fehlinvestitionen.

Junge Unternehmer in Deutschland

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr fast 2.000 Start-ups gegründet und etwa 4.300 Gründer und Gründerinnen gezählt. Schaut man genauer hin, fällt auf, dass die Mehrheit der Start-ups von Teams mit bis zu drei Personen gegründet wird und die Geschlechterverteilung unter den Gründern eine starke männliche Dominanz aufweist. Diese Zahlen präsentiert der Deutsche Start-up-Monitor jährlich nach der Auswertung umfassender Umfragen, um einen Überblick über den Wandel der deutschen Gründerszene zu geben.

Bildquelle: Pixabay Rawpixel

© Gmünder Tagespost 16.08.2018 13:39
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