Chinas Kryptowährung könnte stärker als Bitcoin sein

Chinas Zentralbank hat verschiedenen Berichten zufolge Pläne, eine landeseigene Kryptowährung einzuführen. Die digitale Währung soll mit dem bestehenden Währungssystem verbunden werden und somit eine zentralisierte Version des Zahlungsverkehrs darstellen, die mit dem anhaltenden Krypto-Boom mithalten kann. Eine solche Einführung kann ein bedeutender Dämpfer für Bitcoin sein. Ob der Bitcoin-Boykott durch eine zentrale chinesische Digitalwährung wirklich bevorsteht, ist nicht bestätigt.

Experten sind der Meinung, dass das kommunistische China in naher Zukunft eine landeseigene Kryptowährung einführen wird. Trotz dessen, dass China sich stets als Gegner von Kryptowährungen aussprach und im eigenen Land Verbote eingeleitet hat, soll sich hinter den Bemühungen, nach außen Cyber-Währungen gegenüber unaufgeschlossen zu sein, starkes Interesse bestehen.

Berichten zufolge verfolgt die Zentralbank von China (PBoC) eigene Pläne zur Schaffung einer landeseigenen und einzig offiziellen Digitalwährung. Dieses Interesse steht im direkten Widerspruch zu dem bisher angenommenen Desinteresse an jeglichen Krypto-Thematiken der asiatischen Wirtschaftsmacht.

Experten sind sich einig. Eine staatlich anerkannte, offizielle Kryptowährung als eigene Version zu Bitcoin und Co. soll die einzig logische Schlussfolgerung sein. Sollte der Fall eintreten, so kann damit gerechnet werden, dass Chinas Blockchain-Währung sich als weitaus größer und erfolgreicher als jegliche bis heute bestehende Digitalwährung herausstellen könnte.

Im Falle eines staatseigenen, digitalen Zahlungsmittels für das Land besteht die Ansicht, dass diese im wahrscheinlichen Fall im Einklang mit der bestehenden Papierwährung (Chinesisches Yuan) eingeführt wird. Dann wäre ein harmonischer Übergang sowie das Vertrauen der Bürger in das neuartige Zahlungsmittel gewährleistet und würde im gleichen Zuge den Zivilisten, die noch keine öffentlichen Bankdienstleistungen beanspruchen, den Weg in digitale Währungswelt weisen.

Man geht davon aus, dass China letztlich nun selber das große Potential von Kryptowährungen erkannt hat, nachdem 3 Millionen Chinesen trotz des Verbots von Kryptowährungen weiterhin akribisch an ihrem Kryptovermögen festhalten. Hinzu kommt, dass China verschiedenen Berichten zufolge vor kurzem ein Ranking für Kryptowährungen veröffentlicht hat. Fachkundigen zufolge kann daraus nur logisch geschlussfolgert werden, dass das Land bereits längst an einer chinesischen Kryptowährung basteln muss. Das wäre besonders für Unternehmen eine positive Neuigkeit. Bei über einer Milliarde Chinesen und einer boomenden Wirtschaft kann die Kryptobewegung nur interessant sein – Chinas mögliche Staatskrypto würde Transaktionen schneller, günstiger und einfacher nachvollziehbar machen.

Der Hauptgrund für Chinas vorgeworfenem Interesse an Kryptos soll jedoch primär die aus einer Zentralkryptowährung resultierende Kontrolle über die landeseigenen Finanzen sein. Die PBoC ist der Meinung, dass eine funktionierende Cyberwährung von der Regierung kontrolliert werden sollte, da sie sonst Gefahr läuft, Spielplatz für Schwarzmarkthändler, Kriminelle und Terroristen zu werden.

Bevor im September 2017 in China Cyberwährungen aller Art verboten wurden, waren diese dort im globalen Vergleich weit verbreitet und genutzt. Vor allem Bitcoin erfuhr stetig wachsendes Interesse, bis das Land letztes Jahr die Nutzung von Kryptogeld offiziell verbot. Resultierend daraus erfuhr Bitcoin damals einen schlagartigen Abgang von 6 Prozent.

Die chinesische Zentralbank betont, dass eine zukünftige digitale Währung Chinas nur dann offiziell anerkannt wird, wenn sie vom Staat direkt bereitgestellt wird. In der Praxis würde die chinesische Regierung für eine erfolgreiche Einführung der einen Digitalwährung die Nutzer im wahrscheinlichen Falle dazu verpflichten, deren bestehende Coins in die nationale Währung umzutauschen.

Sollte China eine landeseigene Kryptowährung einführen, so wird dies bedeutende Auswirkungen auf den globalen Kryptomarkt haben. Während die Einführung eine vorübergehende oder gar anhaltende Verringerung der Popularität des Bitcoins mit sich bringen könnte, dürfte sie gleichermaßen die Thematik der Kryptowährung weiter an die Öffentlichkeit tragen und somit zu erhöhter Glaubwürdigkeit und Beliebtheit von Digitalwährungen sorgen.

Bis heute konnte Chinas geglaubtes Interesse nicht behördlich nachgewiesen werden. Alle Prognosen belaufen sich auf Fachmeinungen ohne Kenntnis von tatsächlichen Ankündigungen Chinas über eine geplante, eigens erstellte Kryptowährung.

Bild: Pixabay user:Free-Photos

© Gmünder Tagespost 04.09.2018 14:40
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