Zum Leserbrief "Auf Hinrichtung verzichten"
Auch eine "Foltershow" ist ja wohl eine abartige Idee. Ich finde den Artikel insgesamt sehr aufschlussreich. Es ist wie bei so vielen Themen, das Klischee wird gepflegt - die geschichtliche Realität will keiner wissen. Es braucht mir doch keiner erzählen, dass die Foltergeräteausstellung gut besucht ist, weil die BesucherInnen so geschichtsinteressiert sind, da geht es doch mal wieder um den reisserischen Effekt, man kann sich so toll gruseln. Das ist für mich ähnlich, wie Gaffer bei Autounfällen, die es hinterher noch toll finden, wenn sie erzählen können, wieviel Tote es gab. Solche Mittelalterfeste sind schön anzusehen, haben aber mit der Realität soviel zu tun, wie die Volksmusiksendungen im Fernsehen mit echter Volksmusik. Alle Jungs sind Ritter alle Mädchen Burgfräulein. Die eigene Herkunft und das Leben unserer Vorfahren - meist in bitterer Armut und Dreck, ausgebeutet und unterdrückt von wechselnden kirchlichen und weltlichen Machthabern - wird verleugnet. Nicht Ellwangen als Stadt hat wegen der Hexenverfolgung einen schlechten Ruf aus dem Mittelalter, nennen Sie das Kind doch beim Namen: die katholische Kirche hat dieses und viele andere Verbrechen begangen.
Karin Kratzer-Wirth, Ebnat











