Hier schreibt der KC Schwabsberg 1953 e.V.

Großer Bahnhof für die Vizeweltmeister

  • Die Vizeweltmeisterinnen und Vizeweltmeister vom KC Schrezheim und vom KC Schwabsberg mit Co-Trainer Wolfgang Lutz v.l.n.r.: Timo Hehl, Fabian Seitz, Saskia Barth, Simone Schneider und Wolfgang Lutz. Es fehlt Mathias Dirnberger vom KC Schwabsberg.
  • Fabian Seitz vom KC Schwabsberg avancierte bei der WM zum Stammspieler und wichtigen Punktesammler in der Deutschen Kegler-Nationalmannschaft.
  • Für Timo Hehl, den jüngsten im Schwabsberger Team, ging mit der Nominierung für die WM ein Wunschtraum in Erfüllung. Im Spiel gegen Bosnien/Herzegowina eingewechselt nutzte er seine Chance und kegelte sich übers Viertel- und Halbfinale ins Endspiel. Mit überragenden 686 Kegeln war er gegen Rumänien ein wichtiger Aktivposten im Deutschen Team.

Kegeln, Mannschafts-WM in Speichersdorf/By.:

Deutschland unterliegt in einem hochklassigen WM-Finale gegen Serbien

Mit einem großem Bahnhof wurden die frischgebackenen Vizeweltmeister Mathias Dirnberger, Timo Hehl und Fabian Seitz vom KC Schwabsberg und die beiden Vizeweltmeisterinnen Sissi Schneider und Saskia Barth vom KC Schrezheim am Sonntagnachmittag im KC Kegelcenter in Schwabsberg von einer großen Fangemeinde empfangen.

Mit einem sensationellen Erfolg 5 : 3 Erfolg (3851 : 3848 Kegel) im Halbfinale über Weltmeister Ungarn waren Deutschlands Kegler am Samstag in das Finale der Team-WM in Speichersdorf/By. vorgestoßen.
In einer absolut hochklassig geführten Partie mussten sich die Deutschen Kegler im Finale dann jedoch dem neuen Weltmeister Serbien mit 2 : 6 (3848 : 3902 Kegel) beugen.
Die neu formierte Deutsche Kegler-Nationalmannschaft hat mit der Vizeweltmeisterschaft das ausgegebene Ziel, den Anschluss an die Weltspitze wieder herzustellen, nicht nur erreicht sondern sogar noch übertroffen.

Den erfolgreichen Keglerinnen und den Keglern vom KC Schwabsberg und vom KC Schrezheim, sowie ihrem Betreuer, Co-Trainer Wolfgang Lutz, waren die Strapazen der vergangenen Woche noch sichtlich ins Gesicht geschrieben, als sie am Sonntagnachmittag, nach ihrer Rückkehr von der Mannschaftsweltmeisterschaft im bayerischen Speichersdorf, in Schwabsberg von einer großen Fangemeinde begeistert empfangen wurden. Die letzten beiden Auftritte der Nationalmannschaften der Frauen- und Männer hatte man dort am Samstag per Livestream hautnah auf der Großbildleinwand mitverfolgt.
Anlässlich eines Stehempfangs im KC Kegelcenter wurden die Leistungen der Sportlerinnen und Sportler ausgiebig gewürdigt. In Abwesenheit von BM Christoph Konle über brachte Gemeinderätin Birgit Geiger die Glückwünsche der Gemeinde Rainau.

Spannung pur im Halbfinale: Deutschland – Ungarn
Deutschland gegen Weltmeister Ungarn, ein Halbfinale, das es in sich hatte.
Ungarn startete furios mit Levente Kakuk. Der zauberte überragende 681 Kegel gegen die Deutschen Torsten Reiser und Axel Schondelmaier (598 Kegel) auf die Bahn. Erster Mannschaftspunkt für Ungarn (MPU) und 83 Kegel Rückstand für das Deutsche Team.
Zuverlässig wie immer polierte Mathias Weber die Deutsche Bilanz gegen die Ungarn Zsombor Zapletan und Balasz Rudolf mit hervorragenden 646 Kegeln und 3 : 1 Satzpunkten (SP) wieder etwas auf.
Spielstand 1. Drittel: 1 : 1 Mannschaftspunkte (MP) bei 1244 : 1268 Kegel für Ungarn

Eine richtig unangenehme Aufgabe, soweit es angenehme Aufgaben bei einer Kegel-Weltmeisterschaft überhaupt gibt, fiel diesmal dem jüngsten im Deutschen Team, dem Schwabsberger Timo Hehl zu. Seine taktische Vorgabe beinhaltete nicht mehr, als dass er die Kreise des ungarischen Weltklassemannes Tamas Kiss einengen sollte, damit dieser möglichst nicht zu seinem Spielfluss findet. Eine Sache die der kleine Schwabsberger derart mit Bravour erledigte, dass ihm dafür sogar sein Gegner Respekt zollte. Nach vier hauchdünne Satzentscheidung setzte sich am Ende zwar der ungarische Weltklassekegler mit 3 : 1 Satzpunkte und 659 : 636 Kegeln durch. Zweiter Mannschaftspunkt für Ungarn. Der „worst case“ allerdings blieb den Deutschen erspart
Ganz eng ging es im Duell des zweiten Schwabsbergers im Adler-Trikot, zwischen Fabian Seitz und Attila Nemes zu. In ein gnadenloses Kopf-an-Kopf-Rennen über die gesamte Wurfdistanz, das der Schwabsberger Top-Kegler am Ende hauchdünn, mit 636 : 635 Kegeln für sich entscheiden konnte und damit nicht nur den zweiten MP, sondern auch den vielumjubelten Ausgleich für die Deutsche Mannschaft schaffte.
Spielstand 2. Drittel: 2 : 2 Mannschaftspunkte (MP) bei 2516 : 2562 Kegel für Ungarn

Ein Spielstand, bei dem es dennoch nicht gerade danach aussah, als ob Deutschland, nach Kegeln und Satzpunkten bereits deutlich im Rückstand liegend, noch etwas reißen könnte. Aber wie so oft ziert eben ein guter Schluss einfach alles. Mit Timo Hoffmann und Tom Schneider hatte das Deutsch Team da nämlich noch einmal zwei Asse im Ärmel.
Während Timo Hoffmann seinen Mann gegen Norbert Kiss stand, dennoch aber dem Ungarn nach zähem Ringen mit 3 : 1 Gewinnsätzen und hervorragenden 644 : 669 Kegeln den Mannschaftspunkt überlassen musste, lief zeitgleich die die „One-Man-Show“ des Thomas Schneider. Der spielte gegen Laszlo Karsai und nach dessen Einwechslung gegen Claudio Boanta in absoluter Weltklassemanier auf. Mit seinen beiden letzten Würfen, ein anspruchsvoller Räumwurf und danach ein Schub in die Vollen, atomisierte er den Vorsprung der Ungarn und kegelte Deutschland mit alles überragenden 691 : 617 Kegeln ins WM-Finale – Chapeau.
Endstand: 5 : 3 Punkte bei 3851 : 3848 Kegeln für Deutschland.

Hochklassiges WM-Finale gegen Serbien
Im Finale der Team-WM endete mancher so ganz insgeheim gehegter Traum. Trotz der Niederlage gegen die Kegler vom Balkan hat die Deutsche Kegler-Nationalmannschaft aber ein großes Spiel abgeliefert. Mit der Vizemeisterschaft haben Deutschlands Männer ein beeindruckendes Zeichen gesetzt. Mit dieser neu formierten Mannschaft muss man international wieder rechnen, das ist die wohl wichtigste Erkenntnis die die Verantwortlichen im DKBC und die Keglerwelt von dieser WM mit nach Hause nehmen. Die Durststrecke der Deutschen, die nach der WM 2009 begonnen hatte, scheint endgültig ihr Ende gefunden zu haben.
Über die Ursachen, warum Deutschlands Kegler im Finale der Team-WM gegen Serbien den Kürzeren gezogen haben, muss man daher nicht weiter spekulieren.
Die Serben haben sich als die kompletteste Mannschaft des Turniers erwiesen und sind verdient neuer Weltmeister geworden. Die Deutsche Kegler-Nationalmannschaft, in der neben fünf Keglern des Deutschen Meisters SKV Rot Weiß Zerbst mit Mathias Dirnberger, Timo Hehl und Fabian Seitz auch drei Akteure des Vizemeisters KC Schwabsbergs standen, hat mit der Vizemeisterschaft die in sie gesetzten Erwartungen deutlich übertroffen. Der Weg ins Finale war steinig und hart. Da wurde der Mannschaft absolut nichts geschenkt. Mit Rumänien und Ex-Weltmeister Ungarn musste man gleich zwei ganz heiße Favoriten aus dem Titelrennen werfen. Eine tolle Leistung die sich den Respekt der Fans redlich auch verdient hat.

Das Finalstenogramm Deutschland - Serbien:

Mathias Weber - Robert Ernjesi 617 : 638 Kegel 1 : 3 SP 0 : 1 MP
Axel Schondelmaier- Congor Baranj 640 : 634 Kegel 2 : 2 SP 1 : 1 MP
Spielstand 1. Drittel: 1 : 1 Mannschaftspunkte bei 1257 : 1272 Kegel für Serbien

Fabian Seitz - Milos Simjonovic 626 : 658 Kegel 1 : 3 SP 1 : 2 MP
Timo Hehl - Igor Kovacic 618 : 651 Kegel 1 : 3 SP 1 : 3 MP
Spielstand 2. Drittel: 1 : 3 Mannschaftspunkte bei 2501 : 2581 Kegel für Serbien

Thomas Schneider - G. Ostojic/D. Tepsa 676 : 616 Kegel 3 : 1 SP 2 : 3 MP
Timo Hoffmann - Vilmos Zavarko 671 : 705 Kegel 1 : 3 SP 2 : 4 MP Endstand: 2 : 6 Mannschaftspunkte bei 3848 : 3902 Kegel für Serbien

Stimmen der Schwabsberger WM-Teilnehmer:

Fabian Seitz: „Diese WM war ein wahnsinnig tolles Turnier. Meinem Empfinden nach, das Beste, an dem ich bislang beteiligt war. Mit dem Ergebnis können wir hochzufrieden sein, auch wenn wir im Finale gegen Serbien den Kürzeren gezogen haben. Das war die beste Mannschaft, die hat sich den Weltmeistertitel redlich verdient.
Unser Team hat ganz hervorragend funktioniert. Da hat es richtig Spaß gemacht mit dabei zu sein.“

Mathias Dirnberger: „Leider bin ich nur zu zwei Kurzeinsätzen in der Nationalmannschaft gekommen. Das ist ein bisschen schade. So eine WM ist nun einmal kein Wunschkonzert. Dennoch war für mich die erste WM im Männerteam ein tolles Erlebnis. Wichtig ist da insbesondere, dass man den Fuß in der Tür hat. Meine Zeit kommt, wenn ich im Verein weiterhin so konstant meine Leistungen bringe. Das vergangene Jahr in Schwabsberg, mit der Nominierung für die WM, war für mich in gewisser Weise ein Sprung von Null auf Hundert.“

Timo Hehl: „Für mich persönlich ist ein ganz großer Traum in Erfüllung gegangen. Zuerst die Nominierung. Ich bin ja noch U 23-Spieler und wurde ins Aufgebot der Männer geholt. Schon das ist für sich sensationell und dann stehe ich da plötzlich im Finale einer Weltmeisterschaft. Ich glaube, so richtig habe ich das noch gar nicht realisiert. Mein bewegendster Moment bei der WM war, als der Tamas Kiss nach unserem Duell zu mir auf die Bahn gekommen ist und mir seinen Respekt gezollt hat. Das war für mich schon eine legendäre Geste.“

© KC Schwabsberg 1953 e.V. 25.05.2015 15:42
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