Ausflug ins Kult-Klassenzimmer

München In der Bavaria Filmstadt können Besucher die Kulissen großer Kultfilme erleben. Für Kinofans lohnt sich ein Rundgang. Die Aufbauten der neuesten Filme stehen mit auf dem Programm.
  • Foto: djd/Bavaria Filmstadt 2018

Es sieht aus wie ein ganz normales Klassenzimmer, vielleicht etwas unordentlicher: die bekannte Wirkungsstätte der Chaotenklasse 11 b aus den „Fack ju Göhte“-Blockbustern. Die „Fack ju Göhte“-Trilogie ist die erfolgreichste deutsche Filmreihe aller Zeiten.

Kein Wunder, dass die Original-Kulisse in der Bavaria Filmstadt in München die zahlreichen Besucher regelmäßig zu Begeisterungsstürmen hinreißt. Selfies werden gemacht, Handyvideos gedreht, jeder möchte mal auf dem Stuhl von Chantal oder Zeki Müller Platz nehmen.

Wie eine Filmkulisse aussehen soll, gibt das Drehbuch vor. Umgesetzt wird das, was auf dem Papier steht, von einem Production Designer oder Filmausstatter, unterstützt von einem Requisiteur, der die Einrichtungsgegenstände überall kauft oder leiht.

Production Designer hauchen dem Film erst Leben ein und bestimmen damit die Bildsprache ganz wesentlich. Denn von ihrem Gespür für die Geschichte, ihrem künstlerischen Konzept, der richtigen Wahl und der Ausstattung der perfekten Location hängt ein großer Teil der Akzeptanz beim Filmzuschauer ab.

Märchenhafte Stoffe

Eine ganz besondere Herausforderung stellen immer wieder märchenhafte Stoffe dar. Zum Beispiel Michael Endes „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“. Für die aufwändige Realverfilmung des Bestsellers, der am 29. März in die Kinos kommt, mussten nicht nur die berühmte Lokomotive Emma entworfen und gebaut werden, sondern ebenfalls Lummerland, der Bahnhof oder der Vulkan des Nepomuk.

Vulkan im Studio 2

Die Szenen mit Nepomuks Vulkan entstanden zum Beispiel in Studio 2 der Bavaria Filmstadt, hier wurde übrigens auch das Kult-Klassenzimmer von „Fack ju Göthe“ aufgebaut. Während Produzent Christian Becker die Finanzierung auf die Beine stellte, arbeitete Production Designer Matthias Müsse fast 15 Jahre lang immer wieder an seinen Entwürfen.
In der heißen Phase vor Drehstart wurde Müsse bei der Realisierung von vier Art Direktoren in Berlin, München und Südafrika und jeder Menge verschiedener Handwerkern unterstützt.

Im Kino sieht es anders aus

Kinofans sollten sich eine Führung durch die Bavaria Filmstadt auf keinen Fall entgehen lassen. Beim Rundgang erlebt der Besucher, wie Filmkulissen, darunter auch das Filmset aus „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ (inklusive Lokomotive Emma), Filmvillen und komplette Kulissenstraßen inszeniert werden – und ist oftmals verblüfft, wie anders alles später auf dem Screen oder der Kinoleinwand aussieht. Unter www.filmstadt.de gibt es nähere Informationen. djd

© Gmünder Tagespost 02.02.2018 17:13
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