Berlins gegensätzlichstes Viertel

Kosmopolitisch Neukölln ist voller Gegensätze. Der kulturelle Schmelztiegel hat aber einiges zu bieten, gerade für junge Menschen ist es rund um den Alfred-Scholz-Platz interessant.
  • Foto: Robert Günther/dpa-mag

Auf dem Alfred-Scholz-Platz in Berlin-Neukölln steht eine Kaffeebude, die „Rixbox“. Benannt ist sie nach Rixdorf, dem böhmischen Viertel, aus dem der Stadtteil entstanden ist. In der Bude bekommt man sämtliche Kaffeetrendgetränke, aber auch veganes Essen. Die örtlichen Hipster nennen den Platz nur „den Plaza“. Die Ironie liegt auf der Hand, wenn man den Ort sieht. Mit Pomp und Größe hat er wenig zu tun.

Im steten Wandel

Neukölln ist ein Stadtteil im stetigen Wandel, ein kultureller Schmelztiegel. Das Viertel ist stark türkisch und arabisch geprägt, vor allem die drei großen Straßen Sonnenallee, Karl-Marx-Straße und Hermannstraße. Das besondere Flair zieht viele Touristen an.

Auf dem Plaza begegnet man dem Neuköllner Personal in seiner ganzen Vielfalt. Internationale Studenten, junge Unternehmer und Partytouristen. Die meisten türkischen Restaurants gibt es auf der Karl-Marx-Straße, die am Plaza vorbeiführt und südlich davon nur noch einspurig ist.

Das Projekt, das sich für die Entschleunigung und Aufwertung des Viertels verantwortlich zeigt, nennt sich „Aktion Karl-Marx-Straße“. Dass es jetzt den Plaza gibt, ist ebenfalls ihr zu verdanken.

Die Oberfläche täuscht

Keine Frage, dieser Ort ist hässlich und komplett zusammengewürfelt. Von der kaputten Oberfläche sollte man sich aber nicht täuschen lassen. Hier und in unmittelbarer Nähe des Plazas findet man auch jenes Neukölln, dessen Dichte an Cafés und Bars kaum noch steigerbar scheint und das zum internationalen und nationalen Sehnsuchtsort junger Menschen geworden ist.

Ein guter Startpunkt, um dieses kosmopolitische Neukölln zu entdecken, ist der Platz allemal. Von hier aus läuft man den Rollberg hinauf in den Schillerkiez, der neben den vielen netten Cafés vor allem einen großen Vorteil hat: das Tempelhofer Flugfeld. Besonders im Sommer lässt es sich hier gut aushalten, da ist der ehemalige Flugplatz voll mit jungen Menschen.

Bars en masse finden sich vor allem in Kreuzkölln, dem Kiez, der nördlich der Sonnenallee liegt. Besonders am Wochenende platzen viele dieser Bars aus allen Nähten. Vor der Bar „TiER“ gibt es deswegen eine Ampel, die anzeigt, wie voll es drinnen ist. Freitags und samstags steht sie fast immer auf Rot. dpa

© Gmünder Tagespost 11.05.2018 13:41
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