Dem Löwen günstig auf der Spur

Safari Wer eine Afrika-Reise bucht, ist oft schon viel Geld los, wenn die tierischen Big Five noch in weiter Ferne sind. Aber es geht auch preiswerter.
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Tansanias Serengeti, Südafrikas Kruger-Nationalpark oder Namibias Etosha - alles inzwischen touristische Marken wie Hilton oder Aida. Und daher meist überlaufen und teuer. Preiswertere Begegnungen mit Büffel, Elefant und Nashorn gibt’s in Safari-Gebieten, die –bislang – vor allem von Einheimischen entdeckt wurden: Zum Beispiel der Hwange-Nationalpark in Zimbabwe, das Lower-Zambezi-Gebiet Sambias, Camp Jabulani im südafrikanischen Kapama Game Reserve etwa und Kenias Samburu National Reserve. Hier liegt „Elephant Bedroom“, ein Camp mit zwölf luxuriös ausgestatteten Zelten, direkt am Ewas-Nyiro-Fluss, an dem regelmäßig Löwen, Elefanten und Leoparden vorbeischauen. In der Nebensaison sind hier pro Person und Nacht schon mal All-inclusive-Preise um die 260 Euro drin (www.atua-enkop.com/elephant-bedroom-camp).

Kinderfreundliche Safari

Warum nicht mal im deutschen Sommer auf Safari gehen? Schließlich soll es ja bei uns Sommermonate geben, die schlicht zum Flüchten sind. Wer also auf einen garantiert verregneten Juni wettet und einfach mal ein halbes Jahr im Voraus eine Nebensaison-Safari bucht, der zahlt Preise mit bis zu 45 Prozent Nachlass. Im südafrikanischen Nationalpark Gondwana Game Reserve nahe der Stadt Mossel Bay werden beispielsweise zwischen April und September statt 275 nur 192 Euro pro Person und Tag für Vollpension mit allen Safari-Drives fällig. Zudem ist Gondwana – vier Autostunden östlich von Kapstadt –sehr kinderfreundlich. Die Kleinen dürfen schon ab vier Jahren mit in die Jeeps und bei Junior-Ranger-Programmen mitmachen (www.gondwanagr.co.za).

Nebensaison-Vorteil, auch für Kinder: Weil das Buschgras nicht so dicht steht, sieht man die Tiere besser. Und was ist mit Regen? Ja, den gibt es – aber meist nur an der Küste. Landeinwärts, wo die meisten Safari-Reservate liegen, kommt nur ab und zu mal ein Schauer an.

Ein bisschen wie „Daktari“

Zugegeben, Allrad-Erfahrung auf Sandpiste, Geröll und anderem rutschigen Untergrund ist schon Voraussetzung, wenn man in Afrika einen Jeep mietet, um selbst auf Safari-Tour zu gehen. Möglich ist das etwa in Südafrikas Kruger-Nationalpark, aber auch in Parks der Nachbarländer Namibia und Botsuana. Die Vorteile als Selbstfahrer: deutlich mehr Zeit für die Tierbeobachtung und Geldersparnis. Die Nachteile: Vor die Linse kommen wahrscheinlich nur Tiere, die schon mal die befestigten Wege kreuzen wie Elefanten, Zebras, Giraffen und Antilopen. Also einfach in einem der vielen Camps im Nationalpark übernachten und dort einzelne Ausfahrten mit erfahrenen Parkrangern dazubuchen, die dann zu Löwe, Leopard und Co. führen. Solche Touren finden auch frühmorgens und bis in den späten Abend hinein statt – zu diesen Zeiten mit schlechter Sicht ist es ohnehin nicht ratsam, als Selbstfahrer im Gelände unterwegs zu sein.

Weil das Buschgras nicht so dicht steht, sieht man die Tiere besser.

Stephan Brünjes

Die Filiale ist oft preiswerter

Wer später zu Hause prahlen möchte, dass die saudische Königsfamilie oder andere Prominente in derselben Lodge zu Gast waren, der muss wohl in eine hochpreisige wie „Vumbura Plains“ in Botsuanas Okavango Delta. Nicht nötig? Dann lieber Vumburas kleine, preiswertere Filiale namens „Pelo Camp“ nebenan wählen. Hier nächtigt man nicht in feudalen Suiten mit weißen Vorhängen und Privatpool, sondern in einfachen Holzhütten mit Zeltdach und Gemeinschaftspool – für etwa 400 Euro pro Person und Nacht all-inclusive zur Hauptsaison. (www.okavangodelta.com/accommodation/wilderness-safaris/pelo-camp)

Zelt statt Luxus-Lodge

Zebrafell-Lampenschirme? Ein Leopard als Bettvorleger? Und Stuhllehnen aus Schlangenleder? Wer das alles und noch nicht mal feste Wände braucht, spart richtig: Denn in Nationalparks wie Kruger kann man sein Zelt auf einem Campingplatz aufschlagen oder im Camper übernachten. Das kostet etwa von 40 Euro aufwärts pro Zelt und Tag. In der Nebensaison ist der Aufenthalt spontan buchbar bei Ankunft. In der Hauptsaison ist es jedoch gut möglich, dass man ohne Reservierung an der Rezeption vor entschuldigendem Achselzucken und einem „Fully Booked“-Schild steht. Selbstversorger finden in Supermärkten der sogenannten Main Rest Camps alles für die täglichen Mahlzeiten - niemand muss sich also sein Kudu-Steak selbst schießen.

© Gmünder Tagespost 23.03.2018 13:13
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