Genüssliche Stärkung für die Sinne

Cittaslow Im Norden hat Bad Essen das Experiment der „langsamen Stadt“ gewagt: Beim gemütlichen Bummeln durch den Ort gibt es viel zu entdecken. Immer mehr Städte beteiligen sich an dem wohltuenden Trend.
  • Foto: djd/Kur- und Verkehrsverein Bad Essen

Den Wettlauf um „höher, schneller, weiter“ einfach nicht mehr mitmachen, sondern sich besinnen auf die ursprünglichen Dinge – auf die Natur, regionale Stärken, ein gutes Miteinander. Immer mehr kleinere Gemeinden wagen diesen Schritt und werden „Cittaslow“. Langsame Stadt heißt dies wörtlich übersetzt.

Ins Leben gerufen wurde die Bewegung 1999 in Italien, um das Leben in ländlichen Regionen im wahrsten Sinne wieder lebenswert zu machen. Im Norden setzt die Fachwerkstadt Bad Essen im Osnabrücker Land auf den wohltuenden Trend.

Fünf gute Gründe für den Urlaub in einer „langsamen Stadt“:

Oase der Entspannung

Der kleine Sole-Kurort Bad Essen kennt – und liebt – seine Stärken. Dazu gehört das alte Fachwerk. Aus dem historischen Kirchplatz wurde eine Oase der Entspannung. Man sitzt bei Kaffee und hausgemachtem Kuchen unter alten Bäumen und beobachtet das gemächliche Treiben oder schlendert donnerstags selbst über den Wochenmarkt.

Einen besonderen Bezug hat das Städtchen auch zu seiner Sole. Aus über 800 Metern Tiefe kommt sie mitten im Kurpark in dem frei zugänglichen Gradierwerk SoleArena ans Licht.

Inspiration für morgen

Langsam bedeutet alles andere als von gestern. Das zeigt Bad Essen seinen Besuchern mit immer neuen, inspirierenden Veranstaltungen. Ob Yogafestival oder Ausstellung zum Thema Recycling Design, Vorträge zu zukunftsträchtigen Trends wie Tiny Houses oder auch die Culinaria, bei der die heimischen Gastronomen auf dem Markplatz ihr Können beweisen.

Neue Offenheit

Oft liegt das Gute so nah.

Redensart

Keine organisierten Massenführungen in Reih und Glied, sondern entspanntes Miteinander ist den Bad Essenern wichtig. Regelmäßig öffnet zum Beispiel das über 600 Jahre alte Schloss Ippenburg seine Tore für zwanglose Gartenfestivals und Veranstaltungen.

Sonntags können Besucher in den Monaten Juni und Juli dort durch das Rosarium und Deutschlands größten Küchengarten flanieren.

Auftanken mit allen Sinnen

Waldbaden ist eine Idee aus Japan, die in der Anti-Stress-Therapie eingesetzt wird.

In Bad Essen ließ man sich davon inspirieren und lädt regelmäßig zu geführten Waldspaziergängen ein, die Körper, Geist und Seele in Einklang bringen. Treffpunkt ist immer samstags um 14.30 Uhr am Schafstall.

Genuss ist ein Muss

Oft liegt das Gute so nah – auch dafür wollen Cittaslow-Gemeinden das Bewusstsein bei der Bevölkerung wecken und verwöhnen mit regionalen Spezialitäten.

In Bad Essen gehört dazu die „Kartoffelplate“. Ein einfaches Gericht mit einem Boden aus geraspelten Kartoffeln, der je nach Saison belegt und gebacken wird. Ein Muss beim Urlaub in der langsamen Stadt. djd

© Gmünder Tagespost 27.04.2018 17:09
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