Das müssen Sie zu Fasching beachten

Straßenverkehrsordnung Alkohol- oder Drogenkonsum sowie Maskierungen haben hinter dem Steuer nichts verloren. Wer dennoch fährt oder wissentlich mitfährt, handelt fahrlässig und riskiert hohe Strafen.
  • Foto: Rolf Haid/dpa/dpa-mag

Am 11.11. fiel der Startschuss in die fünfte Jahreszeit. Doch auch jetzt ist nicht alles erlaubt, was Spaß macht. Weiterhin gilt: Bei mehr als 0,5 Promille Alkohol im Blut begeht man einen Gesetzesverstoß.

„Ich empfehle, keinen Alkohol, noch nicht einmal ein Glas Kölsch oder Ähnliches, zu trinken“, rät Klaus-Ludwig Fess. Der Präsident des Bundes Deutscher Karneval (BDK) betont: Wer sich hinters Steuer setzt, übernimmt Verantwortung, nicht nur für sich, sondern auch für alle anderen Verkehrsteilnehmer. „Echte Karnevalisten, Fastnachter und Faschingsbegeisterte, die sich unseren Bräuchen verschrieben haben, feiern auch ohne Alkohol.“ Und wenn ein Glas Sekt, Bier getrunken werde, bleibe das Auto stehen.

Besonnen eingreifen

Bemerkt man als Beifahrer, dass der Fahrer angetrunken ist, rät Herbert Engelmohr vom Automobilclub von Deutschland (AvD): „Beruhigend auf den Fahrer einwirken. Auf keinen Fall in seine Fahrtätigkeit eingreifen, im Zweifel provoziert man dadurch genau das, was man zu vermeiden hoffte.“ Hat man einen Führerschein und ist nüchtern, solle man verlangen, selbst zu fahren.

Ansonsten: aussteigen und per Mobiltelefon die Weiterfahrt organisieren. „Habe ich bereits vor Fahrtantritt Zweifel, dass der Fahrer fahrtüchtig ist, nicht mitfahren und auf ihn einwirken, dass er die Fahrt nicht antritt“, so Engelmohr weiter.

Nach Entscheidungen von Gerichten, müsse ein verletzter Beifahrer Kürzungen seiner Ansprüche hinnehmen, wenn er vor Fahrtantritt von der Alkoholisierung des Fahrers wusste.

Keine Drogen erlaubt

Im Zusammenhang mit Trunkenheitsfahrten im Fasching weist Michael Siefener vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr darauf hin, dass natürlich auch Drogen verboten seien – nicht nur am Steuer. Die Polizei werde das in der Hochzeit des Faschings verstärkt kontrollieren.

Nicht nur Alkohol und Drogen bergen besonderes Gefahrenpotenzial. Siefener informiert, dass sich erst im Oktober die Straßenverkehrsordnung geändert habe. Es gebe jetzt ein Vermummungsverbot beim Autofahren. In Paragraf 23 Absatz 4 der Straßenverkehrsordnung heißt es: Wer ein Kraftfahrzeug führt, darf sein Gesicht nicht so verhüllen oder verdecken, dass er nicht mehr erkennbar ist. „Dieses Verbot betrifft natürlich nicht nur Burkaträgerinnen, sondern auch Faschingsfreunde“, sagt Siefener.

Generell empfiehlt Siefener, Kostüme erst nach der Fahrt anzuziehen und vor der Rückfahrt wieder auszuziehen. „Durch die Verkleidung ist es möglich, dass Airbags nicht richtig wirken und Gurte nicht richtig sitzen.“ Bei einem Unfall drohten schwere Verletzungen. dpa

© Gmünder Tagespost 12.01.2018 17:56
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