Die Strompreisentwicklung - Was erwartet uns?

Viele Menschen wundern sich in diesen Tagen über die Entwicklung des Strompreises. Zwar war dieser schon vor Jahren ein Thema, doch erst jetzt wächst das Interesse daran flächendeckend. Doch was erwartet uns beim Blick auf die Strompreise in den kommenden Jahren? Wir haben diverse Prognosen genauer untersucht.

Die Marktöffnung als Auslöser

Dass wir uns heute überhaupt Gedanken über die Strompreise machen, hängt mit der Öffnung des Marktes im Jahr 1998 zusammen. Zuvor war es allein möglich gewesen, den einzigen regional verfügbaren Anbieter zu wählen. Die Macht, die die Verbraucher auf den Wettbewerb und die Preise ausübten, war in der Folge gering. Die Öffnung des Marktes sorgte für eine radikale Veränderung des Denkens. Durch die zahlreichen Stromanbieter liegt es am Verbraucher, passende Angebote ausfindig zu machen. Eine Unterstützung liefert dafür zum Beispiel die Seite stromvergleich.de. Dort ist es möglich, schneller einen Überblick zu gewinnen.

Viele Experten gehen davon aus, dass die Marktöffnung die Preissteigerungen am Strommarkt eher verlangsamte. Denn unter dem Druck der Konkurrenz ist jedes Unternehmen dazu gezwungen, den eigenen Kunden ein besonders attraktives Angebot zu machen. Ansonsten wäre es nicht langfristig möglich gewesen, die eigene Offerte weiter am Markt zu halten.

Das Umdenken der Politik

Tatsächlich lässt sich eine klare Verteuerung des Stroms feststellen, wie wir ihn heute nutzen. Kostete im Jahr 1995 eine Kilowattstunde noch etwa 16 Cent, so stieg dieser Betrag bis heute im Durchschnitt auf knapp über 30 Cent an. Dies muss allerdings im Kontext der Inflation betrachtet werden. Dennoch lässt sich die klare Teuerung nicht von der Hand weisen.

Ein Grund für diese klaren Preissteigerungen ist das Umdenken im Strom-Sektor. Während in den 1990er-Jahren erstmals über die Gefahr von Atomkraftwerken nachgedacht wurde, sorgte die Katastrophe von Fukushima für ein Umdenken in Deutschland. Um die teure Energiewende finanzieren zu können, die immer mehr zu erneuerbaren Energien führen soll, sind jedoch finanzielle Mittel notwendig. Dafür wurde die EEG-Umlage eingeführt. Sie wird von den Stromkonzernen allerdings direkt an den Verbraucher weitergeleitet. Auch sie trägt aus diesem Grund einen wesentlichen Teil zur Preisentwicklung in den vergangenen Jahren bei.

Möglichkeiten der Verbraucher

Doch natürlich haben die Verbraucher auch in diesen Tagen die Möglichkeit, ihre persönlichen Stromkosten positiv zu beeinflussen. Einerseits ist dies natürlich durch einen besonders schonenden Umgang mit der Ressource möglich. Dieser führt nicht nur aus ökologischer Sicht zu erheblichen Vorteilen, sondern erweist sich auch in wirtschaftlicher Hinsicht als sehr sinnvoll.

Auf der anderen Seite bietet sich die Gelegenheit, den Stromanbieter zu wechseln. Da es sich um eine sehr dynamische Branche mit schwankenden Preisen handeln, steckt darin das Potenzial, die Stromkosten gar langfristig zu beeinflussen. Unter dem Strich besteht durch einen einzigen Wechsel die Chance, langfristig einen Mehrwert für das monatliche Budget zu schaffen. Die Handlungsspielräume der Verbraucher sind auf diesem Gebiet also keineswegs so beschränkt, wie dies in den Medien gerne wahrgenommen wird.

Kein Umbruch in Sicht

Nahezu alle Experten gehen davon aus, dass die Stromkosten in den kommenden Jahren noch weiter steigen werden. Einerseits liegt dies daran, dass immer mehr auf erneuerbare Energien gesetzt wird, deren Ausbau zunächst finanziert werden muss. Gleichsam wird allerdings unser Bedarf an Strom ebenso stark steigen. Denn immer mehr technische Geräte erfüllen wichtige Funktionen in unserem Alltag und sind aus diesem nicht mehr wegzudenken. So gilt es beide Seiten der Medaille in die Betrachtungen einzubeziehen.

Bild: Pixabay user:Brummeier

© Gmünder Tagespost 22.05.2018 09:12
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