Gut vorbereitet zur ersten Motorradtour

Verkehr Nach der Winterpause ist es wichtig, dass Biker wieder ein Gefühl für ihre Maschine bekommen. Wir geben im Folgenden Tipps, wie Zweiradfahrer sicher in die neue Saison starten.
  • Foto: Frank Rumpenhorst/dpa-mag

Wenn Motorradfahrer im Frühling mit ihrem Zweirad wieder zu längeren Touren aufbrechen, haben manche eine längere Pause hinter sich. Daher raten Experten vor der ersten Fahrt zur Kontrolle des Motorrades und zu einem Training für den Fahrer. „Mit der Vorbereitung kann man eigentlich gar nicht früh genug anfangen“, sagt Michael Lenzen vom Bundesverband der Motorradfahrer (BVdM).

Nicht gleich übertreiben

„Eine gute Kondition lässt sich durch Joggen, Wandern oder Radfahren aufbauen und erhalten.“ Auch der Geist sollte fit für die neue Saison sein. Tipp: Vor der ersten Ausfahrt auf das Motorrad setzen und im Geiste die Hausstrecke abfahren.

Dagegen rät er dringend davon ab, es bei der ersten Tour zu übertreiben. „Bis die Automatismen wieder so funktionieren wie am Ende der Saison, dauert es eine Weile“, sagt Lenzen. Er rät vor der ersten großen Tour zu ein paar Fahrübungen auf einem Parkplatz – um einfach wieder das richtige Gefühl für die Maschine und für ein sicheres Fahren zu bekommen.

Auch die Maschine bedarf der Vorbereitung. Matthias Haasper vom Institut für Zweiradsicherheit (ifz) rät dazu, unter anderem Bremsanlage, Elektrik, Reifen, Lenkung und Fahrwerk sowie den festen Sitz der Bauteile zu kontrollieren.

Gründliche Wäsche

Eine gründliche Wäsche deckt eventuelle Schäden auf, die sich vor der ersten Fahrt beheben lassen. Dabei besser auf einen Hochdruckreiner verzichten. Denn durch den hohen Druck können Wassertropfen in Radlager, Lenkkopflager, Schwingen- und sonstige Lager, Schalter, Sicherungskästen oder elektrische Kabelverbindungen eindringen und Korrosion sowie Funktionsausfall auslösen.

Mit der Vorbereitung kann mann nicht früh genug anfangen.

Michael Lenzen
Bundesverband der Motorradfahrer

Reifendruck prüfen

Wichtig ist auch der korrekte Reifendruck. Einige Prüfgeräte an Tankstellen arbeiteten ungenau und mit einer Toleranz zwischen +/- 0,2 Bar. „Diese minimale Abweichung kann das Fahrverhalten jedoch bereits beträchtlich verändern. Mit präzisen Luftprüfern aus dem Fachhandel passiert das nicht“, betont Haasper.

„Wer am Ende der letzten Saison noch keinen Ölwechsel an seiner Maschine vorgenommen hat, sollte das jetzt erledigen“, sagt Jürgen Bente vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR). Außerdem kontrollieren die Biker unter anderem die Reifen auf Risse, Beschädigungen, Alter sowie ausreichende Profiltiefe hin.

„Ebenfalls wichtig für die nächste Tour ist frische Bremsflüssigkeit. Beim Wechsel sind die Angaben des Herstellers zu beachten“, sagt Bente. Arbeiten an der Bremse sind ein Fall für den Fachmann.

Ganz wichtig: der Helm. Sein Visier muss sauber und kratzfrei sein. Lässt es sich nicht mehr reinigen, gehört es ausgetauscht. Ist der Helm auf den Boden gefallen oder bei einem Unfall beschädigt worden, muss ein neuer her. Spätestens nach fünf bis acht Jahren sollte ein neuer Helm den Kopf zieren. dpa

© Gmünder Tagespost 29.03.2018 16:14
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