Hier sind Spaß und Geselligkeit garantiert

Besenwirtschaften gibt es vielen Weingütern und Weinanbaugebieten, bei uns vor allem im Remstal. Sie dürfen nur vier Monate im Jahr geöffnet haben, sind aber ein begehrtes Ziel für einen gemütlichen Abend in geselliger Runde.
  • In den vielen Besenwirtschaften im Remstal ist Stimmung bei regionalen Weinen und Speisen garantiert. Foto: djd

Besenwirtschaften sind ein fester Bestandteil des „Wirtschaftlebens“ im Remstal. Besen (schwäbisch: Besâ) sind Wirtschaften auf Zeit, die von Wengertern, den schwäbischen Winzern, betrieben werden. Per Gesetz darf ein Wengerter seinen Besen bis zu vier Monate im Jahr öffnen und neben hauseigenen Weinen nur kalte oder einfache warme Speisen anbieten.

Es geht eng zu – und nie leise. Es wird erzählt, gelacht, gesungen, und natürlich wird gut getrunken und gegessen. Auf den Teller kommt Rustikales. Ripple, Griebenbrot, Maultaschen und Schlachtplatte mit Sauerkraut sind typische Gerichte. Dazu wird der eigene Wein ausgeschenkt.

Der schwäbische „Bruddler“ wird in diesem weinseligen Ambiente schnell zum gesellig-fröhlichen Zeitgenossen. Wer es gemütlich mag, kann fast rund ums gesamte Jahr eine der zahlreichen Besenwirtschaften besuchen. Ein Viertele und ein deftiges Vesper in urgemütlicher Keller- oder Wohnzimmeratmosphäre – mehr braucht es nicht um eine gesellige Zeit im Besen zu verbringen.

Noch bis vor ein paar Jahren war es meist die gute Stube, welche die Besenwirte für ihre Gäste räumten. Auch heute noch sitzt man oft unter alten Familienbildern, in einer umgebauten Scheune oder einem urigen Keller und genießt ein paar Viertele und schwäbische Köstlichkeiten. Urig-schwäbische Gemütlichkeit findet man beim Besuch einer Besenwirtschaft.

Sagt man den Schwaben ansonsten eine gewisse Bruddeligkeit (schwäbisch für „Nörgelei“), Eigenbrödlertum und Sparsamkeit nach, so ist die Welt im Besen eine andere. Man ist gesellig und fröhlich, an Wein und Worten wird nicht gespart. Schnell werden aus Fremden neue Bekannte und auf die schmale Bank an der Tafelrunde passt immer noch ein weiterer Weinfreund.

Wann welcher Besen im Remstal geöffnet hat, erfährt beispielsweise im Veranstaltungskalender mit Besenführer des Tourismusvereins „Remstal-Route“. Oder auf den Internetseiten der Weingüter. pm/je

© Gmünder Tagespost 28.03.2018 18:14
362 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.