Aromastarke Kräuter

Garten Salbei, Rosmarin und Thymian sorgen für Urlaubsgefühle im Garten. Mediterrane Kräuter begeistern mit ihrerDuft- und Geschmacksfülle. Von Helga Schneller
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    Pflegeleicht und lecker in Geruch und Geschmack: Basilikum (l.), Salbei oder Rosmarin (r.) bereichen die Sommerküche mit südländischen Aromen. Fotos. Helga Schneller
Pizza ohne Oregano? Undenkbar! Saltimbocca ohne Salbei? Eine kulinarische Halbheit. Mediterrane Kräuter mit ihrer unvergleichlichen Aromenfülle zählen zu den herrlichsten Sommerfreuden. Dass die Südländer mit besonders intensivem Duft ausgestattet sind, ist kein Zufall. Die aromagebenden ätherischen Öle dienen den Pflanzen als Verdunstungsschutz.
Wer schon einmal über eine griechische Kykladeninsel gewandert ist, wird sich sicher an den Duft des Thymians erinnern. Der kleine Halbstrauch erobert auch in unseren Breiten mühelos Pflasterfugen, Mauern und Töpfe. Er bildet Polster, Büsche oder lässt sich in Kaskaden baumeln.

Artenreich und attraktiv
Thymian zählt zu den artenreichsten und attraktivsten Kräuterpflanzen. Seine Aromenfülle reicht von harzig-würzig bis zu Zitronen-, Ingwer- oder Kümmelnoten. Der Gewürzthymian (Thymus vulgaris), auch Quendel genannt, trägt das „echte“ Thymianaroma. Die Stiele mit den dunkelgrünen Blättchen können in Fleisch- oder Gemüsegerichten mitgekocht werden und sorgen nicht zuletzt für eine bessere Bekömmlichkeit.
Thymian ist auch als entzündungshemmende Heilpflanze altbewährt und in Hustensäften und Tees zu finden. Im Garten geben sich Thymiane völlig anspruchslos, solange sie nur genug Sonne haben. Die meisten Sorten sind völlig winterhart und bilden mit den Jahren immer dichtere Duftpolster.

Italienisches Aroma
Oregano Das typische Aroma für italienische Köstlichkeiten liefert der bis zu 40 cm hohe Oregano. Sorten mit pfeffriger Note (zum Beispiel „Origanum samothrake“) steuern sogar Schärfe bei. Der bei uns an Wegrändern und auf sonnigen Wiesen wild wachsende Dost, ein Bruder des Oregano, hat dagegen enttäuschend wenig Aroma.
Was man von einem weiteren Verwandten, dem flach wachsenden Majoran, wahrlich nicht behaupten kann. Als klassisches „Leberwurstgewürz“ sorgt er nicht nur für aromatischen Geschmack, sondern auch für bessere Verdaulichkeit aller fetten Speisen.
Die Triebspitzen und jungen Blätter kann man den ganzen Sommer über ernten. Ein paar Zweige sollten blühen dürfen, denn die hübschen, meist purpurfarbenen Blüten der Origanum-Gewächse sind ein wahrer Bienen- und Schmetterlingsmagnet.

Interessante Vertreter
Wo Tomaten mit Mozzarella auf den Tisch kommen, ist in aller Regel Basilikum nicht weit (Ocimum basilicum). Den Klassiker mit großen grünen Blättern, das „Genoveser“ Basilikum, kennt Jeder. Das Basilikumsortiment hält mit rotlaubigen, nach Zitrone oder Anis schmeckenden Sorten aber noch mehr interessante Vertreter bereit. Ein umwerfend intensives Aroma zeichnet das buschig wachsende Kleinblättrige oder Griechische Basilikum aus.
Viel Sonne, viel Wasser, etwas Dünger und einen geschützten Platz wollen alle Basilikumpflanzen. Topfkultur ist empfehlenswert, weil Basilikum im Gartenbeet ein gefundenes Schnecken-Fressen ist. Beim Ernten knipst man statt einzelner Blätter besser ganze Triebspitzen ab. Die Pflanzen verzweigen sich dann besser und die Blüte wird hinausgezögert, denn blühendes Basilikum bildet keine neuen Blätter mehr. In seiner mediterranen Heimat ein mehrjähriges Kraut, wird das kälteempfindliche Basilikum bei uns einjährig kultiviert.

Ausdauernd und robust
Ausdauernd und robust kann der Gartensalbei mit den Jahren zu großen Büschen heranwachsen. Mit seinem herb-würzigen Aroma verleiht Salbei Fleisch- und Grillgerichten die mediterrane Note. Am intensivsten schmecken die graugrünen, derben Blätter kurz vor der Blüte im Juni. Für die Hausapotheke ernten, ist der August am günstigsten. Dann hat das Kraut den höchsten Gerbstoffgehalt und lindert als Tee winterliche Halsentzündungen. Fürs Kräuterbeet attraktiv sind purpurlaubige und zwei- und dreifarbige Sorten.

Belebend und stärkend
Der Rosmarin war den Mittelmeervölkern als Sinnbild für Fruchtbarkeit heilig. In seinen nadelförmigen Blättern stecken jede Menge ätherischer Öle, vor allem Kampfer. Bei niedrigem Blutdruck oder rheumatischen Beschwerden wird Rosmarin seit jeher als belebendes und stärkende verwendet. Er gedeiht im Topf und im Garten. Allerdings braucht er im Beet ein Wintermäntelchen aus Reisig. Steht der Rosmarinbusch im Frühjahr braun da, ist er entweder erfroren oder auch vertrocknet. Als Immergrüner braucht er selbst im Winter ab und an ein paar Tropfen Wasser.
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© Gmünder Tagespost 15.07.2016 16:03
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