Schmucke Farbenpracht im Beet

Wolfsmilch Erst in den vergangenen Jahren sind die vielseitigen Gewächse als dauerhafte Zierpflanzen für den Garten entdeckt worden.
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    „Euphorbia marginata“ besticht mit weiß gerandeten Blättern.
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    Die nektarreichen Blüten bieten Nahrung für Insekten.
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    Fotos: Agnes Pahler

Eine Augenweide: Wolfsmilcharten schmücken monatelang das Beet mit ihren gelben oder roten Blütenständen; die strammen Stängel mit regelmäßig abstehenden Blättern wirken auch außerhalb der Blütezeit ornamental und in ihrer strengen Form überaus modern.

Der einst so schlechte Ruf hat verschiedene Ursachen. Zum einen hat man es mit Wolfsmilch der botanischen Gattung Euphorbia im Garten oft in Gestalt von Unkraut zu tun. Die Pflanzen wachsen an vernachlässigten Stellen, sie quellen aus Pflasterfugen, am Mauerfuß und am Beetrand hervor, wachsen also gerade dort, wo kaum etwas anderes gedeiht, und das macht ihre Verwendung als Zierpflanze so interessant.

Pflanze mit schlechtem Ruf

Noch ein Grund für das Misstrauen gegenüber der Wolfsmilch ist der giftige Milchsaft, der austritt, sobald man Pflanzenteile abbricht. Der ätzende Saft hat zum abschätzigen deutschen Namen geführt. Seinetwegen sollte man bei Arbeiten mit den Pflanzen immer Handschuhe tragen, und vor allem muss man sich davor hüten, eine schweißnasse Stirn mit Händen, die mit Wolfsmilchsaft in Berührung gekommen sind, abzuwischen – der Milchsaft kann die Netzhaut der Augen schädigen.

Der lang anhaltende, farbige Schmuck der Wolfmilcharten beruht auf dem besonderen Bau der Blütenstände. Was uns ins Auge fällt, sind die auffällig gefärbten Hochblätter, die wochen-, wenn nicht monatelang Bestand haben, während die eigentlichen Blüten nur eine kurze Lebensdauer von einigen Tagen haben. Das kennen wir schon vom Weihnachtsstern, auch eine Euphorbia-Art, die bei uns im Winter die Zimmer schmückt.

Ein schwieriger Partner

Viele verschiedene Wolfsmilcharten wachsen bei uns in freier Natur, auf Magerrasen, und an trockenen Stellen finden wir etwa die Zypressen-Wolfsmilch. Im Garten kann man sie an schwierigen Stellen pflanzen, etwa an trockenen, besonnten Stellen unter Gehölzen, wo sich wenig anderes behauptet. Im Beet allerdings erweist sich die Art als schwieriger Partner, weil sie Nachbarpflanzen be- und verdrängt.

Etwas verträglicher zeigt sich die Goldwolfsmilch (Euphorbia epithymoides), die schöne Horste mit straffen, 40 bis 50 Zentimeter hohen Stängeln bildet, an deren Spitze die golbgelben Hochblätter sitzen. Die Gold-Wolfsmilch passt gut in Staudenbeete, sie entwickelt sich schön auch am eher trockenen Beetrand. Für warme, sonnige Stellen im Garten eignet sich zum Beispiel die Mittelmeer-Wolfsmilch (Euphorbia characias), die ab dem Frühjahr leuchtend gelbgrüne Hochblätter an etwa 70 Zentimeter hohen Stängeln treibt. Die Triebe des Halbstrauches verholzen am Grund, die Blätter sind immergrün, somit ist die Pflanze auch den Winter über zu sehen. Die Mittelmeer-Wolfsmilch braucht wirklich einen warmen Platz, dann sät sie sich auch selber aus.

Noch interessanter sieht die Sorte „Black Pearl“ aus, denn inmitten der gelbgrünen Hochblätter stehen schwarze Nektardrüsen. Diese Sorte ist aber etwas frostempfindlich und wird am besten in einen Kübel gepflanzt, den man bei starkem Frost ins Haus stellen kann.

Noch einen Schritt weiter in Bezug auf die Trockenheitsverträglichkeit geht die Walzen-Wolfsmilch (Euphorbia mysinitis). Sie entwickelt sich schön an steinigen Plätzen, streckt sich dekorativ über den oberen Rand einer Mauer oder drückt sich aus den Fugen einer Trockenmauer hervor. Die fleischigen Stängel, die dem Boden aufliegen, wirken bizarr durch die rundherum abstehenden graublauen, spitzen Blätter, sie schmücken ganzjährig und erst recht zur Blütezeit, wenn die gelben Hochblätter an der Spitze der Triebe strahlen.

Ganz im Gegensatz dazu bevorzugt die Mandelblättrige Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides) lichten Schatten oder Halbschatten. Die auch bei uns heimische, immergrüne Art treibt dunkelgrüne Blätter an verzweigten Stängeln.

Kräftige Nachbarn erwünscht

Die Sorte „Fireglow“ schiebt ihre weinroten Stängel 80 Zentimeter hoch und höher, an den Spitzen glühen orangefarbene Hochblätter, im Herbst verfärbt sich das Laub lebhaft rot. Mit ihren Ausläufern kann diese Wolfsmilch sich ziemlich ausbreiten, an etwas trockeneren Stellen vergeht ihr aber das Wuchern. Sie sollte kräftige, wüchsige Nachbarn im Beet haben.

Wolfsmilcharten kommen mit wenig Pflege aus. Gegen Ende der Vegetationszeit schneidet man die bis dahin unansehnlich gewordenen Stängel aus, bei den immergrünen Arten kappt man den Samenstand. Die Vermehrung geschieht am besten durch Teilung im Frühjahr oder Herbst.

Auch für den Balkon geeignet

Wolfsmilch hat man inzwischen auch für die Balkonbepflanzung entdeckt: Euphorbia marginata aus Nordamerika schmückt allein mit ihren weiß gerandeten Blättern. Dadurch passt die kurzlebige Staude perfekt zu bunten Sommerblumen.

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© Gmünder Tagespost 16.06.2017 15:58
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