Leuchtend schöne Pracht

Stauden Der Hohe Phlox mit seinen leuchtenden Farben schmückt jetzt den Garten. Am schönsten wirken ausladende, üppige Horste.
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    Foto: Agnes Pahler
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    Bei den russischen Phloxsorten zeigen die Blütenblätter sanfte Farbübergänge. Foto: Agnes Pahler

Wenn der Hohe Staudenphlox zur Blüte kommt, durchziehen an warmen Tagen und vor allem abends süßliche Duftschwaden den Garten. Auf 70 Zentimeter bis ein Meter hohen Stängeln öffnen sich die dichten Blütenbüschel. Die auffälligen Phlox-Blüten bestehen aus einer mehr oder weniger langen Kronröhre und fünf Kronblattzipfeln. Die auffälligen Kronblattzipfel wiederum können breit oder schmal, propellerartig gedreht oder tief geschlitzt sein, sodass sie verdoppelt wirken. In der Mitte der Blüte sitzt oft ein andersfarbiges Auge, das den Insekten den Weg zur Nektarquelle weist. Die kontrastierende Farbe der Blütenmitte macht bei vielen Sorten den Zierwert aus. Die gleiche Aufgabe und denselben Effekt hat ein farblich abgesetzter, dekorativer Ring in der Blütenmitte. Da sich die vielen Einzelblüten an einem Stängel nach und nach öffnen, blüht Phlox über langen Zeitraum hinweg, tage-, wenn nicht wochenlang.

Der hohe Phlox des Staudenbeetes bevorzugt wasserdurchlässigen, tiefgründigen und nährstoffreichen Lehmboden. Weil in seiner nordamerikanischen Heimat reichliche Niederschläge fallen, braucht er stets feuchten Boden und verträgt Trockenheit schlecht. Eine Mulchschicht und Kompostgaben im ausgehenden Winter kommen seinen Bedürfnissen entgegen. Zwei Liter Kompost pro Quadratmeter versorgen Bodenleben und Pflanze, das bildet eine gute Voraussetzung für kräftige, vielstängelige und blütenreiche Horste. Der ergiebige Nährstoffvorrat, gepaart mit ausreichenden Wassergaben, sorgt für gesunde Pflanzen, die weniger anfällig für einen Befall durch Krankheiten und Schädlinge sind.

Anfällig für Mehlau

Der Staudenphlox ist anfällig für Krankheiten, wenn er unter Wasser- oder Nährstoffmangel leidet. Kommt dann ein zu dichter Bestand hinzu, zeigen die Blätter schon vor der Blüte einen fleckigen weißen Mehltau-Belag. Die Blüten öffnen sich zwar noch, doch wirken von Echtem Mehltau befallene Pflanzen früher oder später recht traurig. Tritt Mehltau regelmäßig auf, ist es angebracht, die Horste auszulichten. Kann Luft zwischen den Stängeln durchziehen, breitet sich die Pilzkrankheit weniger leicht aus. Eine Bedrohung stellen für Phlox immer auch Stängelälchen dar. Die winzig kleinen Fadenwürmer (Nematoden) rufen am Phlox auffallend schmale Blätter hervor. Die geschwächten Pflanzen blühen nicht sonderlich gut und sterben über kurz oder lang ab. Ist ein Befall aufgetreten, muss man den Phlox roden und darf an dieselbe Stellen nicht wieder Phlox setzen.

Robuste russische Züchtungen

Phlox war im traditionellen Bauerngarten immer vertreten, häufig mit Sorten, deren Blüten in grellem Pink oder schrillem Lachsrosa immer schwierig mit anderen Farbtönen zu kombinieren waren, schon gar nicht zu benachbarten gelben Blumen. Das bunt zusammengewürfelte Farbengemisch war dann wirklich nur im Landgarten zu ertragen. Aus Russland kommen inzwischen schöne, robuste Phlox-Auslesen zu uns. Obwohl der Phlox aus Amerika stammt, wächst er doch überall in Russland in Parks und Gärten und etliche russische Züchter haben sich der Kultur angenommen. Daraus entstanden unzählige Sorten in gedämpften Mischfarben, häufig mit lila oder bläulichen Anflug, sodass die Farbtöne leicht stumpf und gerade im Verblühen oft rauchig wirken. Ein ganzer Blütenball setzt sich dadurch aus vielen Einzelblüten in verschiedenen Farbabstufungen zusammen.

Ein Kennzeichen der russischen Phloxe ist das mehr oder weniger stark ausgeprägte rote Auge in der Blütenmitte. Der satte Farbton des Auges verblasst zum Rand der Blütenblätter hin, oft bilden sich dekorative Streifen oder es kommt zu einer Maserung aus stärker ausgefärbten Blütenblattadern im fast weißen umliegenden Gewebe. So entstehen ganze Büschel reizvoller Blütensterne, die nach und nach aufgehen.

Die gedämpften Farben passen zu Steppensalbei und Kugeldisteln, die ebenfalls im Hochsommer blühen, und sie sehen neben den fragilen Halmen von Ziergräsern zauberhaft aus.

Gezüchtet wurden diese Sorten für ein kontinentales Klima mit langen Wintern bei eisigen Temperaturen und kurzen, aber heißen und trockenen Sommermonaten. Russische Sorten beweisen daher auch bei uns eine unverwüstliche Gesundheit. Weil sie mehr Trockenheit vertragen, muss man sie weniger gießen und dadurch umgibt sie eine trockenere Luft, in der sich Mehltau weniger leicht ausbreiten kann. Zudem schützt eher trockener Boden vor einem Befall durch Stängelälchen.

Weiße Blüten erhellen die Nacht

Am schönsten kommt Phlox in großen Horsten oder als ganze Kolonie in einem Beet zur Geltung. Ein ganzes Band braucht es gerade vom weißen Phlox, der in der spät einbrechenden Dunkelheit seine besondere Qualität beweist: Die weißen Blüten werfen noch lange das spärliche Licht zurück. In der Jahreszeit, in der es nachts nicht völlig dunkel wird, strahlen sie lange hinein in die Dunkelheit.

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© Gmünder Tagespost 28.07.2017 14:14
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