Ab nach Hamburg – „Das Wunder von Bern" ist angelaufen

  • Foto: © Flickr Musical-Theater an der Elbe Gerhard Kemme CC BY 2.0
Das neue Hamburger Musical „Das Wunder von Bern" startet überaus erfolgreich ins neue Jahr – wieder ein Musical, das in Hamburg viele Touristen anlocken dürfte.

Noch vor rund vier Monaten lief das Training für das Fußball-Musical „Das Wunder von Bern". Am 23. November 2014 feierte die Musicaladaption des gleichnamigen Kinofilms von Sönke Wortmanns schließlich seine viel umjubelte Weltpremiere im „Theater an der Elbe", das mit Baukosten von 50 Millionen Euro eigens für die Vorstellung neben dem König-der-Löwen-Zelt errichtet wurde. Die neue Spielstätte des Musical-Anbieters Stage Entertainment wurde am 10. November 2014 mit einer spektakulären Licht- und Feuerwerks-Show eröffnet. Im Saal des neuen Wunderbauwerkes der Hansestadt finden 1.800 Gäste Platz. Dort werden die Zuschauer in das Nachkriegsdeutschland von 1954 zurückversetzt – das Jahr, in dem die deutsche Nationalmannschaft Überraschungssieger der Fußballweltmeisterschaft in der Schweiz wurde. Dargestellt wird nach Filmvorlage die rührende Vater-Sohn-Geschichte im Ruhrgebiet zwischen Kriegsheimkehrer Richard Lubanski (Besetzung: Detlef Leistenschneider) und dem elfjährigen Matthias „Mattes" Lubanski (Besetzung: Julius Störme). Angestaubt ist „Das Wunder von Bern" jedoch keineswegs: Zur Bühnenkulisse gehört eine riesige LED-Leinwand, die während der Szenenwechsel für stimmungsvolle Effekte sorgt. Die Liedtexte des Stücks stammen von Hit-Songwriter Frank Ramond, der auch für Musiker wie Annett Louisan, Roger Cicero und Udo Lindenberg textet. Die Texte wurden von Komponist Martin Lingau in die Musik der 50er-Jahre verpackt. Geleitet wird das Kreativteam von Theater- und Filmregisseur Gil Mehmert. Wer einen Platz für den Besuch der Eigenproduktion von Stage Entertainment ergattern möchte, muss die Karten vorbestellen, denn momentan ist die von Kritikern hochgelobte Aufführung fast durchgängig ausverkauft. „Das Wunder von Bern" läuft viermal pro Woche. Am Wochenende gibt es samstags und sonntags jeweils eine Nachmittags- und Abendvorstellung. Tickets kann man online auf Musicals.com in unterschiedlichen Preisklassen ordern. Zum Musical gelangen Besucher mit der Fähre. Dieser exklusive Shuttle-Service führt schon seit 14 Jahren zur Höhle des „Königs der Löwen“. Mit einem atemberaubenden Blick auf die nun zwei imposanten, beleuchteten Theater im Hamburger Hafen wird diese Überfahrt bereits zu einem aufregenden Highlight noch vor der Show. Die 30 Meter lange und 8 Meter breite Hadag-Fähre, die die Besucher zum „Wunder von Bern" chauffiert, wurde von der Sietas-Werft mit Sitz in Neuenfelde rundüberholt. „Das Wunder von Bern" bedeutet für den Standort Hamburg die Chance, seinen Status als drittwichtigste Musical-Metropole der Welt nach New York und London zu beweisen. Erst im Oktober 2014 brachte es das Disney-Musical „Der König der Löwen" auf einen rekordverdächtigen Zulauf von zehn Millionen Besuchern. Das Theater an der Elbe gegenüber den Landungsbrücken in St. Pauli ist das vierte Musical-Theater von Stage Entertainment in der Hansestadt. Mehr als zwei Millionen Besucher zählen die bestehenden Theater pro Jahr. Einen Leinwanderfolg für die Erstaufführung zu wählen, ist ein cleverer Schachzug, denn mit rund vier Millionen Zuschauern war der Kinofilm im Jahr 2003 ein echter Publikumsmagnet. Hamburg dürfte daher ein vielversprechendes Musical-Jahr 2015 bevorstehen. Der Umstand, dass die deutsche Fußball-Nationalmannschaft im vergangenen Jahr den WM-Titel holte, dürfte obendrein das Interesse an dem Musical steigern.


Bildrechte: Flickr Gerhard Kemme CC BY 2.0

© Gmünder Tagespost 07.01.2015 11:06
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