Auch Öfen sind eine Feinstaub-Quelle

Verbraucherwissen Eine Heizung mit Holz erzeugt wohlige Wärme. Allerdings entstehen bei der Verbrennung Ruß- und Feinstaubpartikel. Hier gilt es, die Grenzwerte einzuhalten.
  • Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-mag

Mit Holz zu heizen kann der Umwelt ebenfalls schaden. Zwar wächst der Brennstoff wieder nach und ist damit eine gute Alternative zu Erdöl, Gas und Kohle. Doch die Verbrennung erzeugt Ruß und Feinstaub. Letzterer gilt als gesundheitsgefährdend. Die winzigen Partikel können Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems und auch Atemwegsprobleme verursachen.

Auch wenn die Überschreitungen von Feinstaub-Grenzwerten vielerorts vor allem auf Autos zurückgehen: Holzöfen und -heizungen tragen auch dazu bei. Hausbesitzer können aber gegen Feinstaub vorgehen – mit der Wartung und Aufrüstung ihrer Öfen.

Auf den Ofen kommt es an

Vor allem alte Öfen verursachen viele Emissionen. Um diese zu verringern, greift der Gesetzgeber ein: Seit Jahren werden schrittweise Ofengenerationen den gesetzlichen Regelungen in der Ersten Bundesimmissionsschutz-Verordnung unterworfen. So müssen zum Jahresende 2017 Heizungsanlagen, die mit Festbrennstoffen wie Holzscheiten, Pellets, Hackschnitzeln oder Kohle befüllt werden und vor 1985 zugelassen wurden oder mit keiner Datumsangabe versehen sind, einen Grenzwert erfüllen. Dieser liegt bei 150 Milligramm pro Kubikmeter für Feinstaub. Für Kohlenmonoxid sind es 4 Gramm pro Kubikmeter. Ist das nicht der Fall, müssen die Anlagen stillgelegt und ausgetauscht oder mit einem Staubfiltern nachgerüstet werden.

Weitere Modelle betroffen

Bereits seit 2010 wurden ältere Ofengenerationen entsprechend reguliert. Auch in den kommenden Jahren sind viele weitere Modelle betroffen: Für Geräte, die von 1985 bis 1994 gebaut wurden, muss die Regelung bis Ende 2020, für Baujahre seit 1995 bis Ende 2024 umgesetzt werden. Ausnahmen gibt es dem HKI zufolge für Grundöfen, Kochherde, Backöfen, Badeöfen und offene Kamine, die nur gelegentlich benutzt werden, sowie für Öfen, die vor 1950 gebaut wurden. Kontrolliert werden die Maßnahmen vom Bezirksschornsteinfeger. Auch die Pflege des Ofens hat Einfluss auf den Emissionsausstoß. Dieser wird zum Beispiel höher, wenn sich im Ofenrohr oder im Schornstein eine Rußschicht festsetzt.

Feuchtes Holz meiden

Feuchtes Holz verbrennt nicht vollständig, was erhöhten Schadstoffausstoß bedeutet. Es gibt daher Vorschriften: Der sogenannte Feuchtegehalt des Holzscheites darf zum Zeitpunkt des Verbrennens maximal 25 Prozent betragen. Das entspricht einem Wassergehalt von rund 20 Prozent. Die Holzscheite müssen daher erst entsprechend austrocknen, ehe sie in den Ofen dürfen – je nach Größe der Scheite und Holzart kann das etwa zwei Jahre dauern dpa

© Gmünder Tagespost 08.12.2017 16:39
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