Spannende Geschichte einer Hansestadt

Kurztrip Lübeck feiert dieses Jahr 30 Jahre Unesco-Weltkulturerbe. Im Europäischen Hansemuseum und in der Altstadt können Besucher in die ruhmreiche Geschichte längst vergangener Jahrhunderte eintauchen.
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    Foto: Pixabay
Nirgendwo sonst in Deutschland lässt sich heute so authentisch in die Hansezeit eintauchen wie in Lübeck. In diesem Jahr lohnt sich ein Besuch der Stadt besonders. Lübeck feiert 30 Jahre Unesco-Weltkulturerbe.

Königin der Hanse

Die Auszeichnung der Lübecker Altstadt verdankte die Ostseemetropole 1987 ihrer Geschichte als „Königin der Hanse“. Die Zahl 30 ist in der Stadt in diesem Sommer allgegenwärtig. Mit dem Motto „Plötzlich 30!“ wirbt die Stadt für das Wiederentdecken der eigenen Geschichte, auch Touristen sind eingeladen. Ein guter Ort dafür ist das Europäische Hansemuseum. Man erfährt, wie Kaufleute und Seefahrer dem Adel, Seeräubern, der Pest und auch den Naturgewalten trotzten.

Nach dem Museumsbesuch lässt sich Lübeck mit geschärften Sinnen erkunden. Das Holstentor von 1478 ist das Wahrzeichen der Stadt. Es beherbergt ein kleines Museum. Man liest: „Concordia domi foris pax“ – Eintracht nach innen, Friede nach außen. Diese Maxime brachte Lübeck Ruhm und Reichtum. Die Ausstellung verrät aber, dass die Lübecker nicht immer ihrem Leitspruch folgten. So griffen sie beispielsweise Stralsund an, als sich die dortigen Kaufleute zu ernsthaften Konkurrenten im Heringshandel entwickelten.

Hunderte Handelsschiffe

Die großen Salzspeicher gleich neben dem Holstentor lassen erahnen, wie geschäftig es zur Hansezeit auf der Obertrave zuging. Hunderte Schiffe warteten hier täglich auf ihre Ent- und Beladung. Salz, Holz und Tuche mussten zwischengelagert werden. Vom 12. bis ins 16. Jahrhundert boomte die Stadt. Lübeck wurde zur zweitgrößten Stadt Deutschlands. Dem Prunk und Luxus, in dem die als „Pfeffersäcke“ bezeichneten Kaufleute lebten, begegnet man heute in der Kunsthalle St. Annen.

Demut kam mit der Pest

Das markanteste Monument ihres Strebens nach Reichtum und Macht hinterließen die Hanseaten im Zentrum Lübecks. Hier errichteten sie ihr prunkvolles Rathaus und die Marienkirche, die selbst den Dom des Bischofs überragt. Wie Könige ließen sich die Ratsherren porträtieren, wie Heilige tauchen sie auf Kunstwerken auf. Die Demut kam mit der Pest, die ein Drittel der Kaufmänner auslöschte.

Nach der Entdeckung Amerikas und der Erschließung neuer Seewege nach Asien gewann der Überseehandel zunehmend an Bedeutung. Selbst die Lübecker Schiffergesellschaft in der Breiten Straße musste ihre Räume an eine Gastwirtschaft verpachten. Besucher können seitdem die Hering-, Dorsch- und Flundergerichte in authentischem Hanse-Ambiente genießen. dpa

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© Gmünder Tagespost 01.09.2017 12:34
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