Auf dem Pferderücken durchs Paradies

Inselurlaub Mit Tropenwald und Traumstränden: Die spektakulären und vielfältigen Landschaften von Mauritius sind wie geschaffen, um vom Sattel aus erkundet zu werden.
  • Foto: Christiane Neubauer
  • Die Inselperle im Indischen Ozean hat den Urlaubern viele traumhafte Sandstrände zu bieten. Foto: Pixabay
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Wie an den meisten Tagen in der Nebensaison ist der Strand von Riambel, einem kleinen Ort an der Südküste von Mauritius, auch an diesem Vormittag menschenleer. Die sichelförmige Bucht aus fast weißem Sand zählt zu den schönsten der Insel. Gut drei Kilometer lang ist sie, fällt flach zum Meer hin ab und wird von Schatten spendenden Kokospalmen und Filao-Bäumen gesäumt. Der Sand ist weich wie Puder – ideale Bedingungen also, um die Zügel locker zu lassen. Mehr braucht es auch gar nicht. Die Pferde traben an, legen nach einigen Metern noch einen Zahn zu und galoppieren am Saum des Wassers entlang, bis sie am Ende der Bucht vom Horizont verschluckt werden.

Faszinierende Phänomene

Arunima Gobin und ihr Schimmel Sparky führen die Gruppe an. Arunima ist die Inhaberin des Reitstalls Centre Equestre de Riambel. Der Süden von Mauritius ist bislang touristisch wenig erschlossen, die meisten Strände sind daher wild und noch unverbaut. An einigen Stellen fehlt das schützende Korallenriff, das Mauritius fast vollständig umgibt. Wo die Brandung auf Felsen trifft, sind faszinierende Naturphänomene entstanden wie „Le Souffleur“ (der Flüsternde), eine Art Geysir. Bei Flut und Sturm wird das schäumende Meer mit so viel Druck durch ein kleines Loch im Felsen gepresst, dass eine bis zu 30 Meter hohe Fontäne in den Himmel spritzt.

Unvergessliches Erlebnis

Zwischen den steinigen Klippen liegen Traumstrände: Blue Bay Beach, der Strand von Bel Ombre oder eben die Bucht von Riambel, in der nur selten Menschen, dafür aber umso öfter die Pferde von Arunima Gobin ihre Hufabdrücke im weichen Sand hinterlassen. Zehn Pferde und ein Pony besitzt die Mauritierin und sie hat eine Mission: „Einmal im Leben mit einem Pferd den Strand entlangzureiten, egal ob im Schritt oder Galopp, ist der Wunschtraum vieler Pferdefreunde. Ich möchte, dass meine Gäste das unvergessliche Reiterlebnis mit nach Hause nehmen können.“

Mauritius gilt bei vielen Urlaubern als der Inbegriff des Paradieses. Und in der Tat können Touristen hier auf kleinstem Raum unterschiedlichste Landschaften erleben. Dunkle Bergmassive vulkanischen Ursprungs bilden einen sehr reizvollen Kontrast zu den fast weißen

Sandstränden mit dem türkisblauen Wasser. Dank des warmen Klimas bedeckt ein bunter Teppich an tropischer Vegetation die Ebenen, in denen rot blühende Flamboyants, pinkfarbener Hibiskus und orange Papageienblumen ebenso üppig gedeihen wie Bananen, Mango und Vanille. Besonders intensiv kann man die Natur zu Fuß, mit dem Mountainbike oder aber vom Pferderücken aus entdecken. Private Mietställe gibt es direkt am Meer ebenso wie in den Bergen im Hinterland.

Auch einige Resorts halten Pferde auf dem hoteleigenen Gelände. Für die Gäste des Reitstalls vom Maritim Resort & Spa in Balaclava im Nordwesten von Mauritius endet der Ausritt auf Wunsch an einer flachen Lagune, in der Pferd und Reiter gemeinsam „baden“ gehen. Für Pferdefreunde sei das ein absolutes Highlight, betont Jean-François Elladoo, der Stallmeister des Maritim-Hotels. Allerdings lässt er nur erfahrene Reiter mit den Pferden schwimmen. Für Laien sei das zu gefährlich. Zu den Ausritten selbst, an denen auch Gäste teilnehmen können, die nicht im Hotel wohnen, nimmt er auch blutige Anfänger mit. „Das ist gar kein Problem. Unsere Pferde sind erstklassig ausgebildet“, betont er.

Meine Gäste sollen unvergessliche Erlebnisse mit nach Hause nehmen.

Arunima Gobin
Inhaberin eines Reitstalls

Das kommt nicht von ungefähr. Der Pferdesport hat in Mauritius eine lange Tradition. Der sogenannte Champ de Mars am Rande der Inselhauptstadt Port Louis gilt nach Ascot in England als älteste Pferderennbahn der Welt. Zwischen April und November finden zur Freude der wettfreudigen Mauritier jeden Samstag Rennen statt. Dann kommen Tausende Besucher auf dem Gelände zusammen – ein farbenfrohes, fröhliches Spektakel, das man sich unbedingt ansehen sollte. Denn nirgendwo lässt sich das Faible der Mauritier für den Pferdesport so intensiv erleben wie dort.

Dass auch ein Ausritt durch den Urwald seine Reize hat, kann man dagegen auf La Vieille Cheminée in den Bergen von Chamarel erleben. Den Namen „Der alte Kamin“ hat die Farm bekommen, weil am Eingang zu dem Anwesen bis heute ein alter Steinkamin in den Himmel ragt – der letzte Überrest einer ehemaligen Zuckerfabrik aus dem Jahr 1874. Zu dem Anwesen von Robert de Speville gehören auch 75 Hektar tropischer Regenwald, in dem die unterschiedlichsten Pflanzen und Tiere leben, darunter auch vom Aussterben bedrohte Arten wie Flughunde oder Rosentauben.

Ein Garten Eden für Gäste

Die Gäste der Familie De Speville wohnen in liebevoll eingerichteten Chalets inmitten dieses üppig grünen Garten Edens.

Die Schönheit der Umgebung können die Gäste bei Wanderungen oder Ausritten auf dem Rücken südafrikanischer Ponys erkunden. Auch auf La Vieille Cheminée reitet stets ein kundiger Führer mit. Ganz in der Nähe der Farm stürzt sich der Chamarel-Wasserfall knapp 100 Meter tief in eine Schlucht. Auch ein Ausflug zur sogenannten Siebenfarbigen Erde ist ein Muss. Von Aussichtsplattformen haben die Besucher einen Überblick über die Hügellandschaft, die an einigen Stellen kupferrot bis metallisch-schwarz, an anderen zimtbraun oder auch bläulich-violett schimmert. Das Schauspiel geht auf ein seltenes geologisches Phänomen zurück: Das Farbenspiel der Erde kommt durch die Umwandlung von Basalt-Lava in Tonminerale zustande.

Streicheleinheiten erwünscht

Auf dem Gelände liegt außerdem ein Gehege mit Riesenlandschildkröten. Diese waren einst auf Mauritius heimisch , wurden aber von den europäischen Invasoren ausgerottet. Vor einigen Jahren hat man deshalb Aldabra-Riesenschildkröten von den Seychellen nach Mauritius gebracht. Faltig und zerknittert fehlt dem Tier jeder Kuschelfaktor. Zum Leidwesen der Reptilien. Denn: Überraschenderweise lieben sie Streicheleinheiten. So lassen sie sich beispielsweise besonders gern unter dem Kinn kraulen.

© Gmünder Tagespost 08.12.2017 17:37
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