Cooles Christkind als eisiges Kunstwerk

Adventszeit Krippen gehören zu Weihnachten wie Christstollen und Zimtsterne. In zahlreichen Orten sind sie derzeit eine große Attraktion. Wir haben eine kleine Auswahl zusammengestellt.
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    Foto: Fischer/Graz Tourismus
In etlichen Kommunen können in der Vorweihnachtszeit schöne Krippen bewundert werden. Einige davon sind ganz besondere Werke, oder werden auf ungewöhnliche Weise präsentiert.

Vorsicht vor zu viel Sonne

Die Stadt Graz in der Steiermark ist Schauplatz einer der ungewöhnlichsten Krippen der Welt. Bis zu drei Meter hoch sind ihre Figuren. Die müssen sich vor allem vor zu viel Sonne hüten, denn sie werden ganz aus Eis modelliert. Die Grazer Eiskrippe wird jedes Jahr von einem anderen Künstler geschnitzt. Dieses Jahr zaubert sie der bekannte Eiskünstler Kimmo Frosti in den Landhaushof. Rund um das vergängliche Kunstwerk öffnen in der gesamten Altstadt nicht weniger als 14 Weihnachtsmärkte. Der bunte Weihnachtsreigen reicht von klassisch-traditionellen Christkindlmärkten über ein Fest der Sinne bis zum Design-Markt und einem eigenen Weihnachtsmarkt für Kinder. Die Eiskrippe im Landhaushof ist täglich von 6 bis 21 Uhr zugänglich. Weitere Informationen gibt es auch bei: Graz Tourismus, Telefon: (0043) 316 8 07 50 sowie unter www.graztourismus.at.

Historische Marionetten

Ganz im Zeichen der Krippe steht die oberösterreichische Stadt Steyr. Das „Steyrer Kripperl“, ein historisches Marionetten-Krippentheater, funktioniert mit Stabpuppen und ist über 100 Jahre alt. Auf drei Bühnen werden Szenen wie der Lichtlanzünder, der Kohlbauernbua und auch die Flucht nach Ägypten gezeigt.

Zu Steyr gehört der Wallfahrtsort Christkindl. Dort gibt es gleich zwei ganz besondere Schmankerl: Die Pöttmesser-Krippe ist eine orientalische Krippe, die Bethlehem nachempfunden ist. Mit 778 Figuren und 453 Tieren auf zwölf Meter Länge zählt sie zu den größten Krippen der Welt. Die mechanische Krippe im Pfarrhof baute Karl Klauda in 40-jähriger Arbeit. Ihre 300 Figuren bewegen sich während der Vorführungen mithilfe von Fahrradketten.

Die Spieltage des „Steyrer Kripperl“ sind am 9./10., 16./17., 21., 30./31. Dezember sowie am 6./7. Januar. Die Krippen in Christkindl sind ebenfalls bis 6. Januar von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Weitere Informationen gibt es beim Tourismusverband Steyr, Telefon: (0043) 7252 5322 90 sowie unter www.steyr.info.

Besondere Liebhaberstücke

Traditionsreich sind die Krippen in Südtirol – und besonders schön in Eppan an der Weinstraße. Ab Anfang Dezember sind die Straßen im Dorfkern von Girlanden und Sternen beleuchtet. Dazwischen gibt es eine Freiluftkrippenausstellung zu bewundern. Täglich ab 15 Uhr kann man in zahlreichen Erkern, Torbögen, Innenhöfen und auf den Plätzen des Dorfs prächtig geschnitzte Krippen entdecken. Insgesamt sind es rund 150 Stück – kleine und große, alte und moderne, handwerkliche Preziosen und historische Liebhaberstücke. Ein besonderer Blickfang ist die „Lebende Krippe“: Dabei zieht ein einheimisches Paar als Maria und Josef verkleidet mit seinem Esel in die Gassen des Ortsteils St. Paul ein und geht auf Herbergssuche. Die Krippenausstellung ist bis 6. Januar zu bewundern. Interessierte erhalten beim Tourismusverband Eppan weitere Auskünfte, Telefon: (0039) 0471 6622 06, Website: www.eppan.com.

Die Stadt Graz ist Schauplatz einer der ungewöhnlichsten Krippen.

Hans-Werner Rodrian

Römisches Vorbild

Gut zu Fuß sein muss man für den Bamberger Krippenweg. Denn der führt wie beim römischen Vorbild über die sieben Hügel der fränkischen Domstadt. In Kirchen, Museen und auf Plätzen der Stadt sind viele prächtige Krippen aufgebaut. Schon seit dem 16. Jahrhundert pflegt man den Brauch. Jährlich reisen Zehntausende an, um den Krippenweg zu beschreiten. An 34 Stationen werden über die ganze Stadt verteilt traditionelle und neuzeitliche Krippen ausgestellt. Eine besonders schöne Krippe steht in der Oberen Pfarre „Zu unserer lieben Frau“: 190 voll bewegliche, hölzerne Gliederfiguren in barocken Gewändern bevölkern die Großkrippe, die das biblische Geschehen auf bayerisch-fränkische Art darstellt. Krippenführungen gibt es jeden Samstag, Sonntag und feiertags um 13.30 Uhr. Näheres gibt es beim Bamberg Tourismus, Telefon: (0951) 2976 20 0, Website: www.bamberg.info/krippen/

Größte Sammlung der Welt

Viele Krippenfreunde pilgern in der Weihnachtszeit auch zum Bayerischen Nationalmuseum in München. Denn es beherbergt die größte Krippensammlung der Welt. Gezeigt werden mehr als 60 figurenreiche Weihnachtsszenen, die im Alpenraum und in den Krippenzentren Italiens zwischen 1700 und 1850 geschaffen wurden. Beeindruckend ist unter anderem die Krippe „Anbetung der Hirten und des Volkes vor dem Golf von Neapel“ aus dem Jahre 1750. Die mienenreichen Gesichter scheinen dem Betrachter fast lebendig. Die Krippenschau kann bis Ende Januar bewundert werden. Weitere Informationen erhalten Interessierte beim Bayerischen Nationalmuseum, Telefon: (089) 2112 401, www.bayerisches-nationalmuseum.de.

Kunstwerke der „Schnegerer“

Nicht weniger sehenswert sind die Krippen auf der winterlichen „Kripperlroas“ („Krippenreise“) im österreichischen Salzkammergut. In Ebensee am Traunsee gestalten die Krippenschnitzer oder „Schnegerer“, wie sie genannt werden, ihre Kunstwerke aus Moos, Steinen, Zweigen und Holz jährlich neu.

Manche Landschaftskrippen werden immer weiter ausgebaut. Oft füllen die Landschaftskrippen mit mehreren Hundert Figuren ein ganzes Zimmer. In vielen Privathäusern von Ebensee sind diese Krippen ausgestellt, die man in der Weihnachtszeit gegen einen kleinen Obolus auch besichtigen kann.

Eine Krippenschau gibt es dabei im Museum Ebensee vom 27. Dezember bis zum 2. Februar. Die Krippen in den Privathäusern und in der Pfarrkirche können vom 25. Dezember bis zum 2. Februar besichtigt werden. Mehr Auskünfte und Wissenswertes erhalten interessierte Krippenfans beim Tourismusbüro Ebensee, Telefon: (0043) 6133 8016 oder aber (0043) 6768 3940, Website: www.ebensee.at.

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© Gmünder Tagespost 08.12.2017 18:11
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