Das Schreckgespenst unserer Zeit: die Rentenlücke

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Ein Leben lang zu arbeiten und im Alter dennoch nicht genug zum Leben zu haben – dieses Schreckensszenario wird regelmäßig in den Medien unter der Überschrift „die Rentenlücke“ publiziert. Doch was steckt dahinter? Dieser Beitrag soll zeigen, wie es um die Rentenlücke wirklich bestellt ist.

Zur Definition: Was ist die prophezeite Rentenlücke?

Eine eindeutige Definition der vielbeschworenen „Rentenlücke“ ist nicht zu finden. Vielmehr gibt es mehrere Definitionen, die von verschiedenen Ausgangspunkten ausgehen. Häufig wird die Rentenlücke als die Differenz zwischen dem letzten Arbeitseinkommen und der gesetzlichen Rente definiert. Die Herangehensweisen nehmen auch private Vorsorgeverträge in die Kalkulation mit auf. Egal mit welchen Werten gerechnet wird, eines bleibt doch immer gleich: die zwei Stellschrauben – Einnahmen und Ausgaben.

Wer ein umfassendes Finanzkonzept aufstellt, bei dem die Einnahmen auch im Alter noch größer oder gleich hoch wie die Ausgaben sind, der kann unbeschwert in die Zukunft blicken, denn in die Rentenlücke wird er so nicht purzeln. Der Bundesverband Investment und Asset Management e.V. stellt in diesem Zusammenhang eines von vielen Tools bereit: den Online-Rechner. Wer dort

- sein Geburtsjahr,
- den Geburtsmonat,
- das gewünschte Renteneintrittsalter,
- den Wohnort (Bundesland),
- den Familienstand
- und das Bruttoeinkommen

eingibt, dem spuckt der Rechner sowohl die monatliche Nettorente (in Bezug zur Kaufkraft) aus, als auch eine prophezeite Versorgungslücke. Diese nämlich kommt zustande, wenn davon ausgegangen wird, dass etwa 80 Prozent des Nettoentgelts auch im Rentenalter noch nötig sein werden, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Auch die Stiftung Warentest animiert hier zum Selbsttest und erklärt, dass gerade einmal auf 20 Prozent des bisherigen Einkommens verzichtet werden kann. Häufig ist auch von der Vorsorge- oder Altersvorsorgelücke die Rede, die noch einmal deutlich auf die Brisanz hinweist: Wer nicht vorsorgt, der wird im Alter mit Engpässen rechnen müssen.
So kann die Rentenlücke umschifft werden

Wer sicher sein möchte, auch im Alter nicht mit leeren Taschen dazustehen, der muss heutzutage private Vorsorgemaßnahmen einleiten. Es gibt dabei grundsätzlich zwei Möglichkeiten: (1) kann kräftig gespart werden und (2) kann in private Rentenversicherungen investiert werden, die die Aufstockung der gesetzlichen Rente ermöglichen. In Zeiten praktischer Online-Vergleichsportale raten Experten auch hier dazu, verschiedene private Rentenversicherungen zu vergleichen.

Wer sich mit den Möglichkeiten auseinandersetzt, die eine private Rentenversicherung bietet, der merkt schnell: Im Grunde genommen ist die Rentenversicherung nichts anderes als ein festgeschriebener Sparplan, der allerdings vom klassischen Rentenalter begrenzt wird. Wer sich um eine Versicherung bemüht, kann aus zweierlei Richtungen an die Vorsorgethematik herangehen:

  1. Wer sicher sein will, den Lebensstandard auch im Alter auf einem gewohnt hohen Niveau halten zu können, der wird einen Betrag X als Ziel fürs Rentenalter ansetzen. Dieser setzt sich in der Praxis zusammen aus der gesetzlichen Rente und der sogenannten Versorgungslücke, die es zu schließen gilt. In diesem Fall also wird ausgehend von dem im Alter gewünschten Einkommen die Rentenversicherung konzipiert und der monatliche Beitrag festgelegt.
  2. Wer nur eine gewisse Summe monatlich für die Altersvorsorge weglegen kann, der geht anders an die Suche nach einer geeigneten Rentenversicherung heran. In diesem Fall wird ausgehend vom monatlichen Beitrag eine Rentenversicherung konzipiert, die vielleicht nicht die komplette Rentenlücke schließt, aber die gesetzliche Rente doch deutlich aufstockt.

Das Bewusstsein, dass das Geld fürs Alter nicht ausreichen könnte, wird immer größer. Deswegen wird auch der Zuspruch zu privaten Vorsorgeoptionen immer deutlich. Was die GDV zum Thema Altersvorsorge rät, hat sie hier in einem Themen-Spezial zusammengenstellt. Beleuchtet werden dabei

Themen wie die Riester-Rente, die betriebliche Altersversorgung, die Deutschland-Rente, die gesetzliche Rentenversicherung, die Lebensleistungsrente und die Flexirente.

© Gmünder Tagespost 19.06.2017 17:03
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