Brexit: Hypotheken in der Schweiz werden noch günstiger

Bereits seit Jahresanfang konnten sich Anleger über rekordverdächtig niedrige Hypothekarzinsen in der Schweiz freuen. Diese Entwicklung ermöglichte es so manch einem, sich den langersehnten Traum vom Eigenheim zu erfüllen. Mit dem Brexit dürfte das wohl für noch mehr Menschen gelten. Denn mit dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union sollen Schweizer Hypotheken noch günstiger werden.

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Wer in eine Immobilie in der Schweiz investieren wollte, hatte bereits seit Jahresanfang die besten Voraussetzungen dafür. Gleichwohl die Immobilienpreise einen nicht unerheblichen Anstieg zu verzeichnen hatten, befanden sich die Hypothekarzinsen gleichzeitig auf einem absoluten Niedrigstand. Für eine Laufzeit von 10 Jahren werden in der Schweiz gerade einmal Zinsen in Höhe von 1,5 Prozent fällig. Wer sich den Traum vom Eigenheim mithilfe der Bank erfüllen will, muss also nur noch 20 Prozent Eigenkapital dazu steuern, die Belehnung von max. 80 Prozent einhalten und die festgelegte Grenze für die laufenden Kosten aus der Hypothek und der Immobilie nicht überschreiten – was sich übrigens alles mit einem Hypothekenrechner bequem online überprüfen lässt.

Die letzte Vorgabe dürfte für Kaufwillige mit dem Brexit nun noch leichter einzuhalten sein. Um dem Aufwertungsdruck auf den Schweizer Franken wirklich standhalten zu können, wird die Schweizerische Nationalbank mit hoher Wahrscheinlichkeit noch länger an ihrer ultra-expansiven Geldpolitik festhalten müssen. Eine weitere Senkung der ohnehin schon sehr niedrigen Zinsen kann da nicht ausgeschlossen werden. Dank Brexit dürften die Schweizer Hypotheken – insbesondere die mit der langen Laufzeit – also in den nächsten Jahren noch extrem günstig bleiben.

Es könnte also kaum einen besseren Zeitpunkt geben, um noch heute in ein Haus oder eine Eigentumswohnung zu investieren. Und genau das tun die Schweizer offenbar auch. Sie nutzen die niedrigen Zinsen nicht nur, um sich den Traum von den eigenen vier Wänden zu erfüllen. Mit einem Immobilienerwerb versuchen sie, dem Anlagenotstand zu trotzen und mit einer eigenen Immobilie langfristig Erträge zu generieren. Damit entwickelt sich in der Schweiz ein regelrechter "Kaufen, um zu vermieten"-Trend, der sich bereits Anfang letzten Jahres abzeichnete. Mittlerweile werden in der gesamten Schweiz – Schätzungen zufolge – knapp 20 Prozent aller Eigentumswohnungen zur Fremdvermietung angeboten.

Und obwohl sich dieses Geschäft in finanzieller Hinsicht durchaus lohnen kann, warnen Experten vor einem voreiligen Immobilienerwerb. Direktor des Schweizerischen Hauseigentümerverbands Ansgar Gmür weist Anleger in einem Interview mit der Handelszeitung auf die hohen Immobilienpreise und die damit verbundenen Risiken hin. Es sei wichtig bereits vor dem Kauf zu wissen, ob man die Immobilie als Kapitalanlage betrachten oder sie zur Altersvorsorge nutzen möchte. Zudem sollte bedacht werden, dass die Rolle des Vermieters eine Menge Verantwortung und Pflichten mit sich bringt, die nicht immer mal eben nach Feierabend bewerkstelligt werden können. Deshalb gilt: Erst einen gut durchdachten Plan haben und dann mit einer günstigen Hypothek in der Tasche beim Traumobjekt zuschlagen.


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© Gmünder Tagespost 29.06.2016 11:25
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