Immobilien – mieten oder kaufen?

Ob eine charmante Stadtwohnung, ein schickes Loft oder das Haus im Grünen – der Kauf einer eigenen Immobilie ist für die meisten die teuerste Anschaffung ihres Lebens. Da lohnt es sich, die Entscheidung kritisch zu hinterfragen: Ist es tatsächlich günstiger, eine Immobilie zu kaufen, als sie zu mieten?

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    Foto: Flickr 2010-07-28_17-36-27 Joanna Poe
Obwohl die Kaufpreise für Immobilien in Großstädten wie München und Hamburg, aber auch in Stuttgart stetig steigen, ist ein Eigenheim für viele noch lukrativ. Dank den Niedrigzinsen der Europäischen Zentralbank lassen sich Immobilien immer noch günstig finanzieren – obwohl die Preise massiv gestiegen sind. Die Verbraucherzentrale warnt jedoch vor übereilten Entscheidungen.

Vorteile von Eigentum

Vor allem die Immobilienpreise auf dem Land sind oft noch günstig und auch für Familien zu stemmen. Während Wohneigentum in Bayern und Baden-Württemberg zwar hochpreisig ist, sich aber auf lange Sicht auszahlt, finden Immobilienbesitzer im Osten Deutschlands nur wenige Häuser, bei denen sich nach einer Studie der Postbank in den nächsten 30 Jahren eine stabile Wertentwicklung abzeichne – geschweige denn, dass sich die Immobilie später mit Gewinn weiterverkaufen ließe. "Wer an Wohneigentum in diesen Regionen interessiert ist, sollte seine Kaufpläne aber nicht verwerfen", sagt Dieter Pfeiffenberger, der bei der Postbank für die Immobilienfinanzierung zuständig ist. "Wichtig ist, die lokalen Gegebenheiten wie etwa die Lage genau auf Werthaltigkeit zu prüfen und gegebenenfalls einen Experten zurate zu ziehen." Wer sich etwa auf einem Vergleichsportal unverbindlich auf Maklersuche begibt, kann aus bis zu drei Personen wählen, die bereits Erfahrung mit ähnlichen Objekten vorweisen und den aktuellen sowie den späteren Verkaufswert individuell bestimmen können.

Vorteile von Miethäusern und -wohnungen

Wer sich dafür entscheidet, eine Immobilie zu mieten, hat den praktischen Vorteil, sich nicht um deren Instandhaltung kümmern zu müssen und ein geringeres finanzielles Risiko einzugehen. Auch für Menschen, die bei der Wahl ihres Wohnortes flexibel bleiben müssen oder wollen, kann ein Mietshaus die beste Lösung sein – auch wenn das Einkommen ausreichen würde, um zu bauen oder zu kaufen. Experten wie Gerd Kommer raten Mietern, das gesparte Eigenkapital in sichere Wertpapiere (AAA-Staatsanleihen) und Aktienfonds (ETFs) zu investieren. Wer sich für passive REITs-Fonds entscheidet, muss noch nicht einmal über die Börse informiert sein: Die Investoren nutzen hierbei die langfristigen Renditen von Aktien, die weitgehend unabhängig von kurzzeitigen Schwankungen sind. Der Aufwand bleibt also – im Gegensatz zu einer Immobilie als Wertanlage – überschaubar. Am Ende bleibt die Entscheidung für oder gegen Wohneigentum jedoch auch eine Frage des Lebensstils.


Bildrechte: Flickr 2010-07-28_17-36-27 Joanna Poe CC BY-SA Bestimmte Rechte vorbehalten

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© Gmünder Tagespost 10.08.2016 13:39
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