Intralogistik: Ein Feld mit großem Zukunftspotenzial

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    Foto: © Flickr, Gwan Kho
Die Intralogistik beschäftigt sich mit logistischen Prozessen innerhalb der Lagerräume eines Unternehmens. Hier sind Zukunftstrends der Industrie 4.0 besonders gut zu sehen. Die zunehmende Digitalisierung spielt eine große Rolle, da die digitale Optimierung an vielen Stellen für schnellere und passgenauere Abläufe sorgt, beispielsweise bei der Bestellung neuer Ware. Mit welchen Chancen und Herausforderungen sich die Lagerlogistik in Zukunft konfrontiert sieht, haben wir für Sie hier zusammengefasst.

Wenn es um die Industrie 4.0 geht, werden schnell auch Roboter und autonome Fahrzeuge Thema. Allerdings müssen die Technologien immer auch an die Bedürfnisse des Unternehmens angepasst werden. "Natürlich nutzt es einem klassischen Maschinenbaubetrieb nichts, jetzt Industrie 4.0-mäßig irgendwelche Fahrzeuge hin und her fahren zu lassen", so Christoph Beumer, Vorsitzender des Cemat Präsidiums, gegenüber dem Handelsblatt. Die Innovation muss stattdessen zunächst im Kopf stattfinden, damit jedes Unternehmen die Prozesse implementieren kann, die für sie nützlich sind. Ein schwerwiegender Fehler wäre jedoch, sich den Neuerungen zu verschließen, denn dann würde man als Unternehmen abgehängt.

Das weiß man auch bei der Jungheinrich AG, einem Hamburger Unternehmen für Flurförderzeug-, Lager- und Materialflusstechnik. 2015 stellte die Firma 91.200 Flurförderzeuge her. In vielen Märkten Marktführer, ist Jungheinrich vor allem für seine elektrischen und hydraulischen Hubwagen und die Stapler mit dem Namen "Ameise" bekannt geworden, die gewerbliche Kunden in Jungheinrichs "Profishop" online bestellen können. Schon jetzt fertigt das Unternehmen vollautomatische Fahrzeuge an, 2013 wurde ein kleines Unternehmen für Intralogistik zugekauft. Die Bedeutung der Intralogistik ist dem schwäbischen Chef von Jungheinrich, Hans-Georg Frey, bekannt: "Die Intralogistik trägt bereits 400 Millionen Euro zum Umsatz bei, 2020 könnten es 800 Millionen sein." Mit weiteren Zukäufen hält er sich zurück: "Wir wollen weiter organisch wachsen und machen keine Megadeals wie Mitbewerber, die in diesem Bereich für Milliarden zukaufen. Ich könnte dann nicht mehr ruhig schlafen", so Frey gegenüber dem Hamburger Abendblatt.

Zukunftstrend: Flexibilisierung von Abläufen und Geräten

Doch wohin führt die Zukunft der Intralogistik? Für die Kunden hat zunehmende Flexibilität eine hohe Priorität. Das fand die Beratungsfirma IWL in ihrer Intralogistikstudie 2016 heraus. Einer der Aspekte von Flexibilisierung ist Big Data – in diesem Fall also die Aufnahme und Analyse von großen Datenmengen aus den Arbeitsprozessen, um Optimierungspotenziale zu erkennen. So können Maschinen zum Beispiel selber ihre Wartungstermine ermitteln. Auch Fernwartungen sind dann mit Hilfe einer eigenen IP-Adresse möglich. Um ihre Kunden flexibler beliefern zu können, können mithilfe der Daten genauere Prognosen über die zukünftige Nachfrage erstellt werden. Die fortschreitende Entwicklung des 3D-Drucks spielt bei der Flexibilisierung ebenfalls eine Rolle. So sollen Produkte individueller auf den Kunden zugeschnitten und Lieferungen auf Abruf getätigt werden können.

Ein weiterer Trend ist die stärkere Anpassung der Maschinen an die Mitarbeiter. Dazu gehört beispielsweise die intuitive Bedienung, um die Arbeit an ihnen auch dann zu ermöglichen, wenn die Mitarbeiter verschiedene Sprachen sprechen. Die vielen Automatisierungsprozesse sorgen zudem für gesundheitsschonendere Arbeitsplätze, zum Beispiel durch die Höhenverstellbarkeit der Maschinen bei der Depalettierung. Änderungen wie diese ermöglichen reibungslosere Abläufe in den Unternehmen, die für eine schnelle und effiziente Zusammenarbeit von Mensch und Maschine sorgen.


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© Gmünder Tagespost 18.10.2016 16:55
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