Kreditkarten – unterschiedliche Typen für unterschiedliche Ansprüche

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So unterschiedlich die Anforderungen an eine Kreditkarte sind, so verschieden sind die Angebote der Banken. Ob Shopping in Mailand, Wellness in Aalen oder ein spontaner Einkauf im Internet – eine Kreditkarte ist ein viel und gern genutztes Zahlungsmittel. Die Polizei warnt aber davor, allzu sorglos mit Kreditkarten umzugehen und gibt Tipps zum sicheren Umgang mit Plastikgeld.

Nicht jede Kreditkarte bringt einen Verfügungsrahmen mit sich. Das bedeutet, dass bestimmte Voraussetzungen nötig sind, damit die Bank einen vorübergehenden Kredit einräumt. Generell gibt es drei verschiedene Kartentypen. Welche das sind, und was es mit Kreditkarten mit und ohne Girokonto auf sich hat, ist Thema in diesem Beitrag.

Die Charge Card – Kreditkarte mit Verfügungsrahmen

Die Charge Card ist eine klassische Kreditkarte. Sie ist sehr weit verbreitet und wird von enorm vielen Verbrauchern verwendet. Der typische Ablauf ist so, dass der Karteninhaber die Kreditkarte beim Bezahlvorgang vorlegt. Das kann online oder offline geschehen. Am Ende des Monats erfolgt die Abrechnung. Der Betrag wird dann von dem an die Kreditkarte gebundenen Verrechnungskonto abgezogen. Diese klassische Kreditkarte setzt voraus, dass das Finanzinstitut dem Kunden einen Kreditrahmen einräumt.

Die Debit Card – Kreditkarte ohne Verfügungsrahmen

Die Debit Card ist nichts anderes, als die bekannte EC-Karte. Der Begriff Debit Card ist insofern verwirrend. Wenn Verbraucher die Debit Card benutzen, dann wird das Girokonto quasi sofort mit dem Rechnungsbetrag belastet – anders als bei der klassischen Kreditkarte, wo das Zahlungsziel zu einem späteren Zeitpunkt festgelegt ist. Wer mit der Debit Card bezahlt, der bewegt sich im Rahmen seines auf dem Girokonto vereinbarten Kontokorrentkredites.

Die Prepaid Kreditkarte – Kreditkarte ohne Verfügungsrahmen

Bei der Prepaid Kreditkarte haben Verbraucher auf den ersten Blick eine typische Charge Card in Händen. Doch der Schein trügt.

  • Optisch liegt der Unterschied zunächst einmal in der Prägung: Die klassische Charge Card weist eine Stanzung in Hochprägung auf. Das ist so gut wie nie bei Prepaid Kreditkarten der Fall, sie haben in der Regel eine glatte Oberfläche, wie es von EC-Karten bekannt ist.
  • Die Besonderheit bei der Prepaid Kreditkarte ist, dass Inhaber das Konto vorher mit einem Guthaben ausstatten müssen, bevor sie dieses Guthaben abrufen können. Aus diesem Grund heißt eine Prepaid Kreditkarte auch Guthabenkarte.

Doch Vorsicht bei der Auswahl des Anbieters, denn obwohl die Überziehung einer Prepaid Kreditkarte ausgeschlossen sein sollte, ist es laut Verbraucherzentral NRW bei einigen Anbietern nicht der Fall. So können Verbraucher trotzdem ins Minus rutschen und müssen Zinsen bezahlen.

Kreditkarten ohne Girokonto – Kreditkarte mit Verfügungsrahmen

Eine Kreditkarte ohne Girokonto ist keine Seltenheit auf dem Markt. Viele Verbraucher schätzen die Möglichkeit, eine Kreditkarte ohne weiteres Girokonto zu bekommen. Kreditkarten ohne Girokonto eignen sich besonders für diese Personengruppen:

  • Inhaber eines Girokontos, das keine Kreditkarte anbietet.
  • Inhaber eines Girokontos, das Kreditkarten mit hohen Gebühren anbietet.

Eine Kreditkarte ohne Girokonto funktioniert auf zwei verschiedenen Wegen.

  • Entweder, es wird ein bestehendes Verrechnungskonto an die Kreditkarte gekoppelt. Von diesem Konto bucht die Kreditkartenfirma den fälligen Betrag zum vereinbarten Termin ab.
  • Oder, die Kreditkartenfirma schickt eine Rechnung. Diese Rechnung muss dann innerhalb einer Zahlungsfrist bezahlt werden.

Wie diese Online-Übersicht zeigt, ist eine Kreditkarte ohne Girokonten oft günstig - und zum Teil kostet sie gar nichts. Ohne Jahresgebühr gibt es zum Beispiel die Santander 1Plus Visa Card oder die American Express Payback Card. Ein Vergleich lohnt sich, denn manche Karten bringen recht interessante Besonderheiten mit sich. So lässt sich zum Beispiel mit der Barclaycard Platinum Double im Ausland ohne Zusatzkosten bezahlen. Außerdem sind kostenlose Partnerkarten erhältlich. Wer sich für Kreditkarten ohne Girokonto interessiert, sollte deshalb die Leistungen der unterschiedlichen Anbieter im Detail miteinander vergleichen.

Um sich von der Seriosität eines Finanzdienstleisters zu überzeugen, hilft im ersten Schritt ein Blick in die Unternehmensdatenbank der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Denn nur, wer den strengen Kriterien entspricht, darf in Deutschland überhaupt Finanzdienstleistungen anbieten. Falls der gewählte Anbieter nicht gelistet ist, sollten Verbraucher eine Alternative wählen.

Kreditkarten mit Girokonto – Kreditkarte mit und ohne Verfügungsrahmen

Wenn eine Kreditkarte mit Girokonto angeboten wird, so heißt es nicht automatisch, dass der Kunde einen Verfügungsrahmen hat. Hier kommt es immer auf die Vereinbarung mit der Bank an. In der Regel gewähren die Hausbanken Kreditkarten mit Verfügungsrahmen, wenn sie die finanzielle Situation ihrer Kunden als positiv einschätzen. Haben sie allerdings Informationen darüber, dass Kunden kein regelmäßiges Einkommen haben und ihr Konto permanent überziehen, dürfte es schwierig werden, eine klassische Kreditkarte (Charge Card) zu erhalten.

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© Gmünder Tagespost 04.11.2016 16:09
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