Der schwere Stand der bayerischen Spielbanken

Die neun unter dem Verband der bayerischen Spielbanken zusammengefassten Casinos, zu denen auch die Spielbank in Feuchtwangen gehört, haben einiges von ihrem alten Glanz eingebüßt. In den Häusern, welche vor Jahren noch stattliche Abgaben in die Kassen der Kommunen abführten, ist man mittlerweile froh, wenn man kostendeckend arbeiten kann. Und selbst das gelingt nur den wenigsten.

Die Gründe für die Katerstimmung sind vielfältig. Da wäre zum einen das vor wenigen Jahren in Kraft getretene Rauchverbot, welches natürlich auch für Casinos gilt und den ein oder anderen Stammgast vertrieben hat. Zumal sich mit den Online Casinos schon seit einiger Zeit eine Alternative etabliert hat, welche den Spielbanken in Sachen Spielangebot, Seriosität und Sicherheit mittlerweile nicht mehr nachsteht. Da ist es kaum verwunderlich, dass viele der Spieler, welche auf die gediegene Atmosphäre und die meist angenehme Gesellschaft an einem echten Billardtisch verzichten können, ihr Geld mittlerweile in den virtuellen Spieltempeln umsetzen. Ein Trend, welcher natürlich nicht nur den bayerischen Casinos zu schaffen macht. Denn selbst die größten und traditionsreichsten Spielbanken Deutschlands klagen seit Jahren über Besucherrückgang.

Ein weiteres Problem, mit welchem einige der bayerischen Häuser und insbesondere die Spielbank in Bad Kötzting zu kämpfen haben, ist die Nähe zur tschechischen Grenze und der dortigen Konkurrenz. Denn für diese gelten wesentlich laschere gesetzliche Auflagen, worüber sich insbesondere Jugendliche zwischen 18 und 21 Jahren und die in Deutschland unerwünschten Raucher freuen. Die Folgen dieses Ungleichgewichts bekommt man in Bad Kötzting sehr konkret zu spüren. Schon seit Jahren müssen die Verluste des Casinos mit Steuergeldern ausgeglichen werden. Und eine Besserung der Situation ist kaum in Sicht.

Verglichen damit kann man die Lage in Feuchtwangen geradezu als rosig bezeichnen. Denn neben Bad Wiessee ist Feuchtwangen die einzige Spielbank, welche noch schwarze Zahlen schreibt. Aber auch hier leidet man unter einem Besucher- und Umsatzrückgang. So wurde im Jahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr 12,5% weniger Geld an den Spieltischen und -automaten umgesetzt. Und auch wenn man sich in Feuchtwangen mittlerweile etwas breiter aufstellt und den Fokus noch stärker auf Shows und Gastronomie legt, wird man den Exodus dadurch bestenfalls verlangsamen können.

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© Gmünder Tagespost 30.09.2015 16:45
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