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autoritäre Staatsmänner als Antwort auf globalen Turbokapitalismus?

Gefährlich ist seit geraumer Zeit der weltweite Siegeszug autoritärer Herrschaften: Putins Russland, Xi Jinpings China, Trumps USA, Orbans Ungarn, Erdogans Türkei….etc. Deren Markenzeichen ist nicht die Redegewandtheit, sondern das Brechen des bisherigen Standards diplomatischer Formen und Beziehungen, das spielen lassen der Muskeln, und in letzter Konsequenz auch der Kriegseinsatz, um dem Bild des starken Maxen gerecht zu werden. Warum kamen solche Leute an die Macht? Nicht vereinzelt, sondern flächendeckend. Kann es sein, dass dies nun die Gegenbewegung zum radikal ökonomischen globalen Kapitalismus ist? Ist der autoritäre Nationalismus vor allem Reaktion auf den aggressiven Kapitalismus? Eine Bevölkerung, die sich ohnmächtig und schwach gegenüber Freihandelsabkommen wie TTIP, CETA….. fühlen, „an diesem ungerechten System kann man ja doch nichts ändern, VW, Facebook und Co. machen doch eh was sie wollen“ Sie sehnen sich nach (vermeintlich) starken Führern. In Ländern, an denen diese Führer noch nicht an der Macht sind stehen sie in den Startlöchern. Der Nationalstaat lebt von der Vorstellung, politische und wirtschaftliche Angelegenheiten national zu regeln, nationale Souveränität. Die rasant fortschreitende Globalisierung hat diesen Grundsatz ausgehebelt. Nun suchen Völker überall nach „charismatischen“ Führertypen. Diese inszenieren eine Wehrhaftigkeit gegenüber „anstürmenden Gefahren“ und suggerieren, dass nur ein starker Mann die Trutzburg verteidigen kann.

© derleguan 20.04.2018 16:10
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