Lesermeinung

Comedy im Gmünder Gemeinderat

Zur Planung für den Zeiselberg, die am Mittwoch Thema im Gmünder Bau- und Umweltausschuss war:

„Es ist schon beeindruckend, welche rhetorischen Klimmzüge notwendig sind, um das Bauvorhaben am Zeiselberg zu rechtfertigen. Die Gastronomie aus dem 18. Jahrhundert, die ‘deutlich größer gewesen ist, als die jetzige Planung’, so Herr Piazza. Wird schon keiner hinterfragen. Viele Gmünder erinnern sich noch gut an das hübsche bewirtschaftete Atelier-Fachwerkhaus, das die VGW vor Jahren platt gemacht hat, um das besagte Sechs-Familien-Haus dort zu erstellen. ‘Schade, dass es nicht mehr da ist’, so O-Ton Richard Arnold vor Kurzem in gespielter Traurigkeit. Die Größenaussage Herrn Piazzas bezieht sich wohl eher auf das geplante Bauvorhaben als auf die damalige Gastronomie. Aber die dumpfe Gmünder Bürgerseele wird auch das schon glauben.

Für Herrn Mihm seinerseits gehört der Zeiselberg ‘zu den Genen dieser Stadt’. Aha! Deshalb hat man ihn vorsichtshalber mal abgetragen, um ihn dann komplett neu modelliert zur Gartenschau zu präsentieren. Die Stadt zeigt also ihr technisches Know-how in Sachen Gentechnologie. Respekt!

Herr Preiß zeigt sich enttäuscht, hätte gerne einen ‘Hingucker’. Viele Gmünder gucken im Biergarten lieber in die Ferne, anstatt auf Betonarchitektur, die dann im Weg rumsteht.

Das ganze Gerede lenkt dann von der eigentlichen Frage ab: Wozu braucht die Gastronomie auf dem Zeiselberg Wohnraum, wo es doch eh schon eng hergeht! Ach ja, jetzt hab ich’s kapiert: Die sind notwendig, damit keine Parkplätze für die Gäste zur Verfügung gestellt werden müssen, denn ohne Parkplätze gibt es auch kein Parkplatzproblem. Da kann man sich vor Lachen nur noch auf die Schenkel klopfen.

Gelungene Vorstellung – oder war das womöglich ernst gemeint?“

© Gmünder Tagespost 27.04.2018 17:39
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