Der Zeiselberg: ein Trauerspiel

Zu Bauvorhaben in der Stadt:

„Bühne: Dienstagabend Spital zum Heiligen Geist. Haupt-Schauspieler: OB Herr Arnold und Herr Dr. Bläse. Viele Gmünder kamen und interessierten sich für das erste Stadtteilforum für die Altstadt. Toll, denn dieser Teil prägt das Stadtbild enorm und ist sehr wichtig. Doch dann die Dramatik: Uns wurden die nächsten Bauvorhaben der Stadt vorgestellt! Riesengroße Gebäude werden in die engsten Lücken der Altstadt gepresst – typische primitive Wohnungen für teures Geld vermarktet – ganz nach dem Motto: Macht, Geld und Gier um jeden Preis. Dabei gibt es in der Innenstadt genug verkommene, alte, leerstehende Häuser, um die sich niemand kümmert. Die Pläne zeigten auch alle eine Gesamtansicht – da scheint es möglich zu sein. Doch bekam bis jetzt jemand eine Komplett-Ansicht über das überdimensionierte Bauvorhaben auf dem Zeiselberg zu sehen? Nein – warum wohl? Vielleicht, weil es so schrecklich aussieht und uns Bürgern zeigt, wie groß es in Realität ist? Vielleicht, weil wir dann alle erkennen, dass wir in Zukunft für den schönen Ausblick Richtung Kaltes Feld 'Eintritt' in Form von Gastronomie-Verzehr bezahlen müssen? Denn nur die, die es sich leisten können, in der Gastronomie zu sitzen, werden diesen Rundum-Blick genießen können. Es bedarf auf unserem schönen Zeiselberg absolut kein zweistöckiges Gebäude mit Wohnungen. Uns Gmündern wird die Luft zum Atmen genommen! Grotesk – denn wir sitzen im Spital, wo es viele Bewohner gibt, die sich nach barrierefreien Wegen in der Innenstadt sehnen. Nach Ehrenamtlichen, die Rollstuhlfahrer spazieren fahren. Nein – die Stadt sucht lieber mit vollem Einsatz Ehrenamtliche für die Remstalgartenschau. Haben wir den Blick fürs Wesentliche verloren?“

© Gmünder Tagespost 11.04.2018 17:29
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