Leserbeiträge

Fahrradstadt Schwäbisch Gmünd?

Hab mich gestern wieder über die Fahrradfreundlichkeit von Schwäbisch Gmünd erstaunt. Wollte vor einem Viertel Jahr vom Güggling kommend zu einem Arztbesuch in der Verlängerung der Gemeindehausstrasse am dortigen Radweg. Pustekuchen Bauzaun! Zurück und über dichtesten Verkehr der Königsturmstr. in die Untere Zeiselbergstraße und dann hoch.

Gestern wollte ich clever sein, Gemeindehausstrasse meiden über Oberbettringen, Scheffoldstr., Klarenberg-, Gutenberg-, sofort in die Obere Zeiselbergstr. und nach links auf den Radweg Richtung Gemeindehausstr. Pustekuchen: Bauzaun! Also in den Feierabendverkehr und in die Abgase der Unteren Zeiselbergstr.!

Danke! Danke! Liebe Verantwortlichen für soviel Mühe dem Radfahrer den Spass zu verderben, damit eine Megagastronomie auf den Zeiselberg kommt. Danke für die Umleitungshinweise für Radfahrer, die man sich eingespart hat. Danke für die Anerkennung, dass man das Auto eben nicht benützt, wenn es nicht unbedingt sein muss.

Welche Möglichkeiten hat man von Gmünd West nach Ost oder umgekehrt?

Mitten durch die Stadt und die Fußgänger Zone, wo man Verkehrsteilnehmer 2. Klasse ist, weil die Fußgänger Vorrang haben (passt ja auch!)

Schwäbisch Gmünd und Fahrradstadt? Ich werde es mit meinen nunmehr 62 Jahren wohl nicht mehr erleben.

© Edgar Kuchelmeister 10.04.2018 12:10
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Kommentare

derleguan

Sie haben das Problem ganz richtig erkannt, und die eigentlich richtige Konsequenz gezogen. Sie lassen ihr eigenes Auto zu Hause stehen, wenn Sie nach Schwäbisch Gmünd wollen. Liebe Leute, fahren Sie mit dem Bus, dem Fahrrad oder gehen Sie zu Fuß nach Gmünd! Wenn Sie schwere Sachen wie Sprudelkisten kaufen, dann suchen Sie sich einen Laden in der Nähe! Das ist der einzige Weg, der in die richtige Richtung zeigt. Wenn das alle machen, könnte die Stadtverwaltung die Stadt auch Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher gestalten.
Schwäbisch Gmünd suggeriert das Problem "Auto parken" lösen zu können. Bei dieser Flut von Privat PKW, die über die Stadt hereinbrechen kann sie das aber nie. Zusätzlich werden noch Energien auf Parkchips und Parkmodalitäten vergeudet, die bei einer Fahrrad und Fußgängerfreundlicheren Stadt viel effektiver angebracht wären.

Edgar Kuchelmeister

derleguan schrieb am 20.04.2018 um 08:38

... Wenn Sie schwere Sachen wie Sprudelkisten kaufen, dann suchen Sie sich einen Laden in der Nähe! Das ist der einzige Weg, der in die richtige Richtung zeigt ...

Ich will keine Kisten herumschleppen, darum geht es nicht. Ich fahre mit dem Auto zum Einkaufen und es spricht aus meiner Sicht auch nichts dagegen.

Nur wenn man nur den Autoverkehr im Fokus hat und einem das Fahrrad am Allerwertesten vorbei geht, fördert man natürlich den Umstieg nicht. Für mich ist Radfahren manchmal sehr frustrierend. Ich erlebe mehr Streßsituationen als beim Autofahren. Wo Autofahrer selber in den letzten Jahren deutlich rücksichtsvoller geworden sind, benehmen sich Reiter, Fußgänger und auch Radfahrer selber manchmal wie die Axt im Walde. Von Seiten der Stadtverwaltung sehe ich keine wirklichen Anstrengungen am Radverkehr etwas zu verbessern. Wenn selbst die Bereitschaft fehlt einen Winterdienst auf den Wegen zu machen ist das ein Armutszeugnis. Die Trasse von Göppingen her bestens geräumt und befahrbar im Winter, dann kommt man an die Grenze Gmünd: Glatteis und Schneedecke, nichts gemacht, ausser ein Schild "kein Winterdienst"!

Ich bin gespannt auf die Remstal Gartenschau 2019, wenn Wanderer und Radfahrergruppen nach Schwäbisch Gmünd kommen. Da gibt es kein Konzept wie diese Ströme durch die Stadt sollen oder an der Stadt vorbei! Aber das ist ein anderes Thema.

derleguan

Der Grund dafür, dass Schwäbisch Gmünd keine Fahrrad- und fußgängerfreundliche Stadt hinbekommt sind die Blechlawinen, die die Stadt zu kanalisieren versucht (und das nicht schafft) Dazu kommt, dass die Privat-Pkw immer sperriger, wuchtiger und Platzeinnehmender werden (SUV). Würde die Stadt konsequent den Rad und Fußverkehr planen und organisieren - so wie jetzt den Autoverkehr, käme wesentlich mehr dabei heraus. Natürlich müsste der Autoverkehr vor den Toren der Stadt gestoppt werden.
Gerade bei schönem Wetter wie jetzt ist Fahrradfahren und zu Fuß gehen viel gesünder als SUV fahren, gesünder auch für andere Menschen gerade wenn Sie einen Diesel fahren. Im Winter und bei Schmuddelwetter nehmen Sie den Bus.
"Ich will keine Kisten herumschleppen, darum geht es nicht. Ich fahre mit dem Auto zum Einkaufen und es spricht aus meiner Sicht auch nichts dagegen."
Wenn ich aufzählen würde was alles dagegen spricht, dass man mit dem Auto zu jedem noch so kleinen Einkauf fährt, würde der Platz hier nicht ausreichen.
Das geht vom Klimaproblem über den Autobahnstau bis zum Parkplatzproblem in Schwäbisch Gmünd, das ja auch Sie kritisieren.

Edgar Kuchelmeister

Eine Kiste Sprudel zu kaufen ist kein "kleiner Einkauf", zumal ich nicht nur wegen einer Kiste Sprudel zum Einkaufen fahre. Was in einen Rucksack passt kann man auch mit dem Rad erledigen. Ausserdem fahr ich für solche Einkäufe bestimmt nicht in die Stadt (Zentrum). Die Lebensmittel-Discounter haben sich ja zwischenzeitlich auch von den Zentren der Städte in die Randbezirke verlagert.

Jede Reise beginnt mit einem Schritt. Wer zwei auf einmal macht fliegt auf die Schnauze. Man muss das Fahrrad zunächst einmal als ernsthaftes Verkehrsmittel anerkennen und nicht nur als Sport- oder Freizeitgerät. Da sind wir noch weit davon entfernt.