Naturschutz als neues Gmünd-Profil

Zum Artikel „Damit sich Bauherren künftig an Pflanzgebote halten“ am 17. April in der Gmünder Tagespost:

„Eine neue Profilierungsmöglichkeit für Schwäbisch Gmünd

Fährt oder wandert ein ökologisch sensibilisierter Mensch durch das Gewebegebiet Gügling Nord, so fällt ihm auf, dass die großflächigen Anlagen ausnahmslos oberflächenversiegelt sind, das heißt, die Parkplätze, Rangier- und Stapelplätze sind asphaltiert oder betoniert, obwohl sie, zumindest teilweise mit Rasengittersteinen unter anderem belegt sein könnten, zudem sind die Dachflächen allesamt unbegrünt. Die Folgen sind nicht harmlos und reichen über die Markungsgrenzen der Stadt hinaus.

Bevor in Bälde der dritte Bauabschnitt verwirklicht wird, hat sich erfreulicherweise die Fraktion der Grünen im Stadtrat dafür eingesetzt, dass sich das geschilderte Erscheinungsbild nicht wiederholt, siehe Samstagsausgabe. Selbstverständlich betrifft das Thema nicht nur alle Gewerbegebiete, sondern ebenso den Straßenbau, die öffentliche Bauten, die Wohnsiedlungen und somit jeden Bauherren. Das Bundesnaturschutzgesetz schreibt in Paragraf 15 bei Eingriffen in Natur und Landschaft Ausgleichsmaßnahmen und Ersatzmaßnahmen vor. Es ist bedauerlich, dass die Stadtverwaltung als untere Naturschutzbehörde von sich aus mangels Interesse und mangels Personal viel zu wenig zur Umsetzung der Vorgaben, die in jedem Bebauungsplan aufgelistet sind, getan hat.

Gmünd, die internationale Stadt im Zentrum Europas könnte sich neben anderen Profilen im obigen Sinne als ‘Ville verte’ profilieren. Die Remstalgartenschau ist jenen Defiziten gegenüber ökologisch nur ein Feigenblatt. Voraussetzung zur Abhilfe wäre ein Gesinnungswandel, ein Wertewandel zugunsten unserer Umwelt. Ich wünsche der Stadt einen Oberbürgermeister, eine Verwaltung, einen Stadtrat und zahlreiche umweltbewusste Bürger, die sich das Anliegen zur Herzenssache machen und diesen neuen ‘Gmünder Weg’ beschreiten.“

© Gmünder Tagespost 22.03.2018 21:03
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Kommentare

In my humble opinion

Nach wie vor gilt wohl der römische Grundsatz "Quod licet IOVI non licet bovi".

Was die Verwaltung macht, ist jupitermäßig per se richtig, wenn hingegen der Bürger ( bos ) nur den falschen Strauch in seinem Garten pflanzt, muss er doch wegen 'Befehlsverweigerung' abgestraft werden, oder?