Lesermeinung

Rettet die Natur an der Trasse – Aufklärung tut not!

In keinem der zahlreichen Leserbriefe und Kommentare seit der von den Grünen initiierten Radstrecken-Testfahrt wird der Naturschutz erwähnt, sondern nur dem jeweiligen Wunschdenken entsprechend der Ausbau der ehemaligen Härtsfeldbahntrasse, die Öffnung des Kocherburgtunnels und die Weiterführung des Weges bis nach Ebnat gefordert. (...) Die ehemalige Bahntrasse führt durch besonders streng geschützte Biotope wie zum Beispiel Kalk-Trespen-Trockenrasen, Orchideen-Buchenwälder, thermophile Wald- und Gebüschsäume, Schluchtwald und vereinzelt sogar Silikat-Magerrasen sowie etliche weitere Biotopformen wie Kalk-Trespen-Halbtrockenrasen, Steppenheide-Buchenwald, Sommerlinden-Bergulmen-Bergahornwald, Hainsimsen-Buchenwald, Blockschutthalden und Blaugras-Steilhang-Buchenwald.

Die oftmals fließenden Übergänge von unterschiedlichsten Biotopen ermöglichen unzähligen Pflanzen und Tieren wertvolle, vielfältige Lebensräume bis heran an die Trasse. Ein Ausbau als Radweg mit der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestbreite von 2,50 m ginge deshalb auch auf Kosten von Flora und Fauna.

Von den in Baden-Württemberg vorkommenden Fledermausarten sind allein im Härtsfeldbahntunnel elf Arten nachgewiesen, dabei als besondere Rarität die Mopsfledermaus.

Ich schlage als Radweg vom Kochertal aufs Härtsfeld die „Römersteige“ vor. Sie ist weit über 2,50 m breit, verläuft nur wenig steiler und die Fortwege können mit einfachen Mitteln hergerichtet werden.

Wieso soll die Stadt Aalen in ein artenschutzrechtlich bedenkliches Gebiet eingreifen, wenn der Radweg für die Natur weitaus schonender und finanziell viel günstiger zu realisieren ist?

© Gmünder Tagespost 21.03.2018 17:05
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