Lesermeinung

Wolfshunde sind keine Haustiere

Zum Artikel „Suri und Molli wühlen die Gemüter auf“:

„Was für ein schnuckeliges Bild von zwei niedlichen Kuschelbärchen. Als ob sie kein Wässerchen trüben könnten. Gab’s von den Bissverletzungen des Hundes und den getöteten Kaninchen keine Bilder? Oder hat man diese Leute nicht danach gefragt? Da war die Rede von Mobbing durch die Bevölkerung gegenüber ‘Maria Frey’ und ihrer Familie. Dass sich die Leute in Waldhausen seit Monaten nicht mehr getraut haben, die Fußwege, an welche das Gehege der Wolfshunde grenzt, zu begehen, weil die Tiere z. T. toben wie die Wahnsinnigen und die Leute sich davor fürchten, dass sie über den Zaun springen, wurde unter den Teppich gekehrt. Jeder konnte bezüglich dieser Hunde was erzählen, aber es hatte wohl keiner den Mumm, etwas zu unternehmen. Es ist sehr begrüßenswert, dass dieses ‘Untergrundgemurmel’ dank dieses Flyers ein Ventil gefunden und er eine – wenn auch, was den angerichteten Schaden angeht, sehr runtergeregelte – Berichterstattung ausgelöst hat.
Maulkorb- und Leinenzwang werden nicht leichtfertig angeordnet. Nutzt halt nichts, wenn’s keiner weiß, weil es unter den Datenschutz fällt. Und dann dieses Tor, das unerklärlicherweise offenstand. Wie kann man seine Sorgfaltspflicht so vernachlässigen? Jeder, der sich mit dem Gedanken trägt, einen sogenannten ‘Kampfhund’ anzuschaffen, muss Auflagen erfüllen, aber jemand, der beschließt, sich mal eben so was richtig Wildes und Exotisches wie einen Wolfshund (hier sind’s sogar zwei!!) anzuschaffen, kann das ohne Befähigungsnachweis tun. Ein bisschen Internetrecherche – von den Seiten der Wolfshundezüchter abgesehen – zeigt: Wolfshunde sind keine Haustiere. Sie sind mehr Wolf als Hund, extrem schlau und klettern wie die Affen. Ein 1,8 Meter hoher Zaun und/oder Tor dürfte kein ernstzunehmendes Hindernis sein. Wer schon in einem Tierpark vor einem Wolfsgehege stand, meint, in einem Hochsicherheitsgefängnis zu sein. Die Hunde können nichts dafür. Sie folgen ihrem Trieb und gehören nicht mitten in ein Dorf. Sie sind letztendlich die Opfer einer Arroganz und Ignoranz von Leuten, die bewusst Wildtiere mit Haustieren verpaaren, dies artgerechte und gesunde Rückzüchtung nennen und einen lukrativen Markt bedienen.“

© Gmünder Tagespost 03.05.2018 22:49
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