Lesermeinung

Zu den Plänen auf dem Zeiselberg und anderen Vorhaben:

„Dass unser Stadtoberhaupt einen Mordspaß daran hat, monströse Prestige-Projekte voranzutreiben, weiß man inzwischen. Wie polarisierend dies in der Bevölkerung wirkt, ist allerdings weniger spaßig. Längst haben Diskussionen um Zeiselberg-Gastro und Nepperberg-Spaßbad die Gmünder in zwei Lager gespalten. In Streber und Stänkerer, in Linientreue und Leserbriefschreiber, in Gute und Böse eben. Gehört es wirklich zu den Aufgaben einer Stadtführung, solche Grabenkriege zu entfachen? Kaum ein Bauprojekt, gegen das es keine Bürgerinitiative gibt. Das Vertrauen in die Entscheidungen aus dem Rathaus ist auf dem Tiefpunkt, die Stimmung in der Stadt gereizt. Und nun sind wieder verzweifelte Bürger auf Unterschriftensammlung. Diesmal um den Zeiselberg vor einem überdimensionierten Gastronomie-Neubau zu schützen. Und wieder zeigt sich eine Bürgerinitiative offen für die Veränderung an sich, akzeptiert bereitwillig das Projekt als solches, nur nicht dessen Dimension. Und wieder reicht man der Stadt die Hand für Kompromisse, nur damit am Ende wieder die Bilanz des Investors wichtiger ist, als die Lebensqualität der Menschen. Beschlussfassungen auf der Basis von ‘das lohnt sich doch sonst nicht für den Investor’ hatten wir während des Baubooms der LGS zur genüge. Das will kein Mensch mehr hören.

Lieber Herr Arnold, merken Sie denn gar nicht, wie sehr Sie übers Ziel hinaus schießen? So jedenfalls macht das Leben in dieser Stadt – trotz Spaßbad und Spaßgastronomie – wirklich keinen Spaß mehr.“

© Gmünder Tagespost 10.04.2018 20:40
267 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.